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Ohne festen Fahrplan

Pilotprojekt für Rinteln Ohne festen Fahrplan

Mit dem Bus aus den Ortsteilen in die Kernstadt zu fahren, ist oft mit langen Wartezeiten verbunden. Das soll sich ändern. Eckard Strohmeier wies in der jüngsten Seniorenbeiratssitzung auf ein Pilotprojekt hin, das in Südniedersachsen starten und den Busverkehr revolutionieren soll.

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 Sollen bald der Vergangenheit angehören: Große Busse und feste Bushaltestellen.

Quelle: peb

Rinteln. „Wenn jemand heute aus dem Ortsteil Hohenrode mit dem Linienbus nach Rinteln fahren möchte, weil er dort um 11 Uhr einen Arzttermin hat, muss er schon den Bus um 8.07 Uhr nehmen“, berichtet der Beiratsvorsitzende. „Der nächste Bus fährt erst um 12.07 Uhr.“ Für Strohmeier ein untragbarer Zustand. „Die Anbindung an die Kernstadt muss verbessert werden. Das ist besonders wichtig für ältere Menschen.“ Südniedersachsen will jetzt ein völlig neues, effizienteres Bussystem einführen – ganz ohne regelmäßigen Fahrplan und feste Routen. Die Busfahrt soll dem Taxifahren ähnlich werden. Dabei sollen die Vorteile von Taxi und Linienbussystem vereint werden.

„Statt große Busse nach einem starren Fahrplan von Haltestelle zu Haltestelle fahren zu lassen, sollen viele Kleinbusse über das Land rollen und ähnlich wie Taxen auf Anruf Kunden an der Haustür aufnehmen und sie dorthin fahren, wohin sie wollen“, beschreibt Marc Timme, Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen, die Grundidee seines Projekts. Der Plan: die Wartezeiten so weit wie möglich zu verkürzen. Weiteres Ziel: den Fahrpreis auf Niveau der heutigen Busfahrkarten zu halten und bei entsprechender Auslastung sogar zu senken. „Die Auslastung eines Busses wird dadurch erhöht, dass es immer mehr Leute gibt, die zufällig in die gleiche Richtung wollen“, sagt Timme.

Das Grundprinzip des Systems ist, dass die Kleinbusse ständig in Bewegung sind. „Wenn viele Kleinbusse unterwegs sind, ist praktisch immer ein Kleinbus in der Nähe, der ungefähr in die richtige Richtung fährt. Da sitzen dann schon Leute drin, die auch ungefähr in die gleiche Richtung wollen“, so Timme. Die Kunst werde darin bestehen, die Busse so zu steuern, dass sie genau da langfahren, wo sie gebraucht werden. Aber auch schnell weiter entfernt liegende Ortsteile anpeilen können, wenn ein Kunde von dort anruft. Die Koordination soll eine Zentrale übernehmen.

Timme möchte das Pilotprojekt noch in diesem Jahr starten. Auf dem Weg dorthin wurde eine große Hürde schon genommen. Städte, Kreise und Gemeinden haben beschlossen, das Konzept zu testen, weil es ein enormes Potenzial für die ganze Region Südniedersachsen habe. peb

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