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Open-Air-Events vor dem Aus?

Rinteln Open-Air-Events vor dem Aus?

Friedrich-Wilhelm Hoppe ist in Sorge. Der ehemalige Bürgermeister fürchtet um die Zukunft der Feste unter freiem Himmel in Rinteln. Und das hat einen Grund.

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Die stadteigene Bühne – hier noch bei einem der Altstadtfeste im Einsatz – hat nach 37 Jahren ausgedient. 

Quelle: pr.

Rinteln. Die städtische Bühne, die auch immer wieder von Vereinen für öffentliche Feierlichkeiten genutzt worden ist, hat ihre Schuldigkeit getan. Die Verwaltung, so Bürgermeister Thomas Priemer, hat die Bühne unlängst ausrangiert, weil sie die Sicherheitsstandards nicht mehr erfülle.

Ein Ersatz ist nicht vorgesehen. Jetzt fürchtet Hoppe, dass viele Vereine keine Feste mehr veranstalten werden. Die Stadt hatte den Vereinen die städtische Bühne gratis zur Verfügung gestellt, inklusive Auf- und Abbau durch den Bauhof. Und Bühnen zu mieten, könnten sich die Vereine nicht leisten, so Hoppe.

Zwar hat die Stadt Rinteln die Klubs bereits im September darüber informiert, dass ihnen die Bühne im Jahr 2016 nicht mehr zur Verfügung gestellt werden könne. Auf ein Schreiben von Hoppe im November habe die Stadt aber nicht geantwortet, sagt Hoppe. Er hatte sowohl der Stadt als auch dem Ortsrat vorgeschlagen, ersatzweise eine mobile Bühne anzuschaffen, die sich von allen Vereinen geteilt werden könne. Doch weder dafür noch für eine neue Bühne wurden am Ende Mittel in den Haushalt eingestellt.

Die Bühne, um die es geht, wurde von der Stadt 1979 gekauft. 1987 wurde sie um ein mobiles Dach erweitert. Aber gerade das Dach sei inzwischen in die Jahre gekommen, nicht mehr ganz dicht, und werde auch den Sicherheitsanforderungen nicht mehr gerecht, sagt Hans-Georg Dlugosch vom Amt für Schulen, Sport, Stadtmarketing und Tourismus. Zwar sei das Podest der Bühne weiterhin einsetzbar, die bereits mehrfach reparierte Bühne als Ganzes jedoch nicht mehr. Dazu komme, dass es dem Bauhof inzwischen nicht mehr abzuverlangen sei, die Bühne bei all den Festen auf- und abzubauen, sie zu lagern, zu reinigen und zu warten. Zusätzliche Personal- und Nebenkosten aufseiten der Stadt seien die Folge.

Deshalb habe die Verwaltung etwa für das Altstadtfest schon seit Jahren externe Bühnen angemietet. „Das ist günstiger“, sagt Dlugosch. Bereits für etwa 1000 Euro könne man mobile Bühnen mieten. Dazu kämen dann nur noch die Kosten durch den Bauhof für Auf- und Abbau. Der Rest fällt weg.

Hoppe hat dafür kein Verständnis. Er rechnet vor: „Wenn fünf Bauhofmitarbeiter, die 20 Euro die Stunde kosten, in acht Stunden die Bühne auf- und abbauen, dann kostet das die Stadt 800 Euro.“ Dagegen stünden ungleich höhere Kosten für gemietete Bühnen, Kosten, die über den von der Stadt angegebenen liegen. „Die liegen je nach Größe der Bühne zwischen 1300 und 3000 Euro, dazu kommen noch Auf- und Abbaukosten“, sagt Hoppe. „Aber das ist aus dem Erlös der Verkaufsstände der Vereine nicht zu erwirtschaften.“ Dazu kämen weitere Kosten für Kapellenmusik, Gema-Gebühren, Lautsprecher, Toilettenwagen und Genehmigungen.

Als Initiator des Hafenfestes hat Hoppe für die diesjährige Veranstaltung Ausgaben in Höhe von 4200 Euro errechnet. Zwar hätten der Stadtmarketingverein Pro Rinteln, die Sparkasse Schaumburg und der Waldkater Unterstützung zugesagt, unterm Strich fehlten aber immer noch mehr als 2700 Euro. „Das werden die Vereinigten Chöre Rinteln als Veranstalter nicht schultern können“, sagt Hoppe.

Seine Hoffnung ist nun, dass in einem Nachtrag das Geld für den Kauf einer neuen Bühne in den Etat eingestellt wird. „Aber die Zeit drängt, denn die Verträge mit Kapellen und anderen Anbietern müssen schnellstens abgeschlossen werden, um die vorgesehenen Veranstaltungen auch durchführen zu können.“

Geschieht nichts, schließt Hoppe nicht aus, dass sowohl das „Hafenfest“ als auch der „Singende, klingende Rosengarten“ gestrichen werden müssen. Überdies stünden auch andere Veranstaltungen, wie der Volksbanklauf, das Klippenturmfest des Verschönerungsvereins und andere Feste in Gefahr.

„Sorgen mache ich mir auch“, sagt Marco Vogt, der Vorsitzende des Verschönerungsvereins. „Aber ich hege die Hoffnung, dass von der Politik noch eine Lösung gefunden und in einem Nachtraghaushalt Geld für eine neue Bühne eingestellt wird.“ Das Klippenturmfest am 29. Mai stehe nicht auf der Kippe. Es sei ja „schon alles geplant und gebucht“. Gibt es bis dahin keine neue Bühne der Stadt, auf die der Verein zurückgreifen kann, müsse man aber „tief in die Tasche greifen“ und „sich fragen, ob das in Zukunft so noch weitergeht“.

Auch Karl-Heinz Frühmark, Vorsitzender des Vereinigten Turnerschaft Rinteln (VTR), steht jetzt vor einem Problem. Ihm fehlt die Bühne beim von der VTR organisierten Volksbank-Lauf am 19. Juni. Derzeit suche man nach einer Behelfslösung, vielleicht stelle des Technische Hilfswerk einen Lastwagen als Bühnenersatz zur Verfügung. „Aber das ist natürlich keine Dauerlösung“, so Frühmark. pk

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