Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Opfer nackt und gefesselt hinter das Sofa gelegt?

Rinteln / Prozess Opfer nackt und gefesselt hinter das Sofa gelegt?

Unter keinem glücklichen Stern steht ein Prozess um eine nächtliche Auseinandersetzung in einer Rintelner Wohnung: Bereits zum dritten Mal ist jetzt das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung vor dem Schöffengericht geplatzt, weil einer von vier Angeklagten erneut nicht zur Verhandlung erschien.

Voriger Artikel
Leerstände „völlig absurd“
Nächster Artikel
Herbstfest mit traurigem Beiklang

Rinteln. Ein erster Anlauf, den Fall um ein nacktes und gefesseltes Opfer aufzuklären, scheiterte im August 2013. Nach zweistündiger Verhandlung vor dem Rintelner Amtsgericht war klar, dass ohne den abwesenden vierten Angeklagten das Verfahren nicht zu Ende geführt werden kann. Der 30-Jährige war kurz vor dem Termin in eine Klinik eingeliefert und stationär behandelt worden.

 Im Frühjahr trafen sich die Prozessbeteiligten bereits zu einem neuen Termin. Nach wenigen Minuten konnten sie allerdings den Gerichtssaal wieder verlassen, denn der inzwischen in Berlin wohnende vierte Angeklagte fehlte erneut. Diesmal offenbar unentschuldigt. Gegen ihn erging deshalb Haftbefehl, sodass er zum dritten Anlauf vorgeführt werden sollte. Der 30-Jährige wurde im Sommer auch verhaftet und im August für den jetzigen Termin in die JVA Sehnde verlegt. Dort erhielt er auch eine ordnungsgemäße Ladung für den dritten Anlauf. Noch am selben Tag schrieb der Mann jedoch, dass er zum zweiten Termin im Frühjahr in der JVA Berlin-Plötzensee inhaftiert war. Dort hatte er wegen einer anderen Sache eingesessen. Damit konnte er die Ladung für den Frühjahrs-Termin, die in seine Berliner Wohnung geschickt wurde, gar nicht erhalten. Dadurch musste er auch aus der JVA Sehnde entlassen werden. Weiter schrieb der Angeklagte, er sei im betreuten Wohnen und hätte bereits eine Fahrkarte für den dritten Termin. Das bestätigte er auch zwei Tage vor dem Prozess seinem Verteidiger und dem Gericht gegenüber, indem er versicherte, er komme. Am Tag vor der Verhandlung teilte der Mann jedoch seinem Rechtsanwalt mit, er habe kein Geld für eine Fahrkarte. Nun erging erneut Haftbefehl.

 Weil er in der JVA Sehnde ordnungsgemäß geladen war, dürfte seiner Vorführung für den vierten Anlauf wohl nichts mehr im Wege stehen. Die Verhandlung ist nun für den 23. und 24. Oktober angesetzt.

 Der Berliner und zwei 25 und 26 Jahre alten Männer sind angeklagt, in einer Juni-Nacht 2012 einen Bekannten misshandelt zu haben. Laut Anklage musste sich das Opfer nackt ausziehen und wurde mit einem Kabelbinder gefesselt. Danach soll der junge Mann geschlagen, getreten und hinter ein Sofa gelegt worden sein. Erst nach 20 Minuten wurde er wieder befreit.

 Einem weiteren Angeklagten (58) wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Er soll sich die ganze Zeit in der Wohnung aufgehalten und zugesehen haben, anstatt Hilfe zu holen. Die beiden jüngeren Angeklagten müssen sich zudem für einen Einbruch in eine Grillbude in der Rintelner Südstadt verantworten. maf

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg