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Optimales Gelände für Trendsport

Wird aus dem Steinzeichen Mountainbike-Park? Optimales Gelände für Trendsport

Es war eine ebenso geniale wie pragmatische Idee, aus der Erlebniswelt Steinzeichen (Steinbergen) einen Mountainbike-Park zu machen, ergänzt mit weiteren Angeboten. Eine Idee, die jetzt die Chance hat, Realität zu werden. Die Nachfrage sei da und das Gelände bestens geeignet.

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Steinbergen. Matthias Gräbner, Geschäftsführer des Touristikzentrums Westliches Weserbergland, bei dem als Projektkoordinator alles zusammenläuft, hatte zunächst drei große Firmen nach Steinbergen eingeladen, die Spezialisten für Bikeparks sind, über das Gelände geführt und nach ihrer fachlichen Meinung gefragt. Die Zustimmung, schilderte Gräbner, sei einhellig gewesen.

Es ist keineswegs einfach für den boomenden Trendsport Mountainbike, ein geeignet Areal zu finden. Bei Abfahrten irgendwo im Wald sind Konflikte programmiert. Förster sind sauer, wenn Biker Schanzen aufschütten, Baumstämme als Hindernisse nutzen. Treffen Wanderer und Spaziergänger auf rasende Downhiller, gibt es Stress. Manches sonst geeignete Gelände für einen offiziellen Trail scheidet aus, weil es im Landschaftschutz- oder Naturschutzgebiet liegt, also keine Streckenplanung möglich ist. Die Idee, in der Region einen Bikepark zu eröffnen, hatte man auch schon in anderen Kommunen. Überall das ungelöste Problem: Wie sichert man eine Strecke im Wald? So hatte man beispielsweise im Extertal ein Bikezentrum geplant, das Projekt wurde wieder aufgegeben, am Wittekindsberg scheiterte es am Landschaftschutz.

Gelände ist ideal

All diese Probleme stellen sich im Steinzeichen als ehemaligen Steinbruch nicht, sagt Gräbner. Das Gelände sei topografisch ideal, habe ein großes Einzugsgebiet mit optimaler Verkehrsanbindung über die Autobahn und mit der Landmarke Jahrtausendblick ein Wahrzeichen. Gleichzeitig würde die große regionale Mountainbike-Szene in der Region profitieren. Es soll ja nicht nur ein Angebot für Touristen, sondern für alle sein. Wie groß die Szene in der Region ist, zeigt das Interesse an Events wie dem MB-Tag in Bückeburg und dem Mountainbike-Cup in Rinteln.

 In der Umwandlung des Geländes sieht Gräbner nach Rücksprache mit Fachleuten keine unlösbaren Probleme: Die Wege sind da, es gibt eine Umzäunung, sanitäre Anlagen und eine Gaststätte. Wie ein Bikepark dann aussehen könnte, zeigen die Anlagen in Braunlage und Winterberg.

Lifte werden erwartet

Stellt sich noch die Frage nach Aufstiegshilfen. Zwar fahren viele E-Mountainbikes, für die bergauf kein Problem mehr ist, aber in einem Bike-Park werden Lifte erwartet, wie das in Winterberg und im Harz der Fall ist. Auch über dieses Thema hat sich Gräbner informiert. In Süddeutschland gebe es gebrauchte Anlagen zu kaufen, seit dort in Skigebieten, die niedrig liegen, Schneemangel herrscht. Mountainbike als das neue Skifahren. Ein stationärer Park bietet weitere Möglichkeiten: Es könnten Wettbewerbe veranstaltet werden – für Besucher gibt es genügend Parkplätze –, Firmen könnten auf dem Gelände ihre neuen Räder und das Equipment testen.

Verein "Bikerpark Jahr1000Blick"

Als nächsten Schritt schlägt Gräbner die Gründung eines Vereins vor, „Bikerpark Jahr1000Blick“, dem jeder beitreten kann. Eine erste Initiative dafür, sagt er, gebe es inzwischen. Und die Reaktivierung des Steinzeichens soll auch ein EU-„Leader“-Projekt werden. Die Anträge sind gestellt. Hier gehe es unter anderem um die Entwicklung eines Investoren- und Betreibermodells. Ziel sei, den Park wirtschaftlich zu führen. Die Rückmeldungen seien positiv, auch der Insolvenzverwalter stehe nach wie vor zu dem Konzept.

Zudem schlägt Gräbner vor, weiter die Sportarten zu fördern und zu bewerben, die man schon jetzt im Steinzeichen ausüben kann. Also den Air-Trail, Klettern – hier könnte man auch eine Indoor-Kletterwand aufbauen –, Bogenschießen und geführte Wanderungen zum Jahrtausendblick. Vorstellbar wäre auch ein Wanderweg, der den Jahrtausendblick mit dem Hermannsdenkmal und Kaiser-Wilhelm-Denkmal verbindet. Ein weiteres Standbein wären Veranstaltungen wie das „Great Spirit Festival“, das am 19. August stattfindet.

Vandalismus bereitet Sorgen

Sorgen bereitet Gräbner zurzeit eigentlich nur der Vandalismus auf dem Steinzeichen-Gelände. Die Überlegung sei hier, an exponierten Stellen zukünftig Überwachungskameras zu installieren. Gräbner weist darauf hin, dass das Steinzeichen Privatgelände ist – wer es unbefugt betritt, macht sich strafbar.

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