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Paddler fahnden für die Schwimmer

Rinteln Paddler fahnden für die Schwimmer

Bunt getupft ist die Weser den ganzen lieben Sonnabend lang dahin geflossen. Ein nicht enden wollender lockerer Strom farbiger Kanus belebte den heimatlichen Fluss. Die Weserbergland-Ralley hatte wieder viele Wander-Paddler angezogen.

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Am frühen Morgen gehen die Freiwasserextremschwimmer am Steg des Rintelner Kanu-Cubs gut gelaunt auf die gut fünfstündige Weserstrecke.

Quelle: cm

Von Claudia Masthoff

420 Teilnehmer zählten die Veranstalter am Sonnabendabend. Doch wer in Rinteln schon recht früh morgens einen Blick auf das beginnende Treiben warf, der konnte zwischen den schnittigen Booten auch einen kleinen Schwarm kugeliger Formen entdecken. 17 Freiwasserextremschwimmer mit knallroten Badekappen waren vom Steg des Rintelner Kanu-Clubs aus ins Wasser gegangen. Diese Abenteurer – in der Ankündigung wurden einige als Ärmelkanalquerer, Ijsselmeerbezwinger, Gibraltarschwimmer oder auch Eismiler bezeichnet – waren auf Einladung von Marcus Reineke zum 40-Kilometer-Flussschwimmen angetreten.

 Bunt gemischt war die Gruppe, die dort antrat. Der Jüngste, Fergil Hesterman (23), kam aus den Niederlanden. „Der schwimmt schon, seit er sechs Wochen alt ist“, sagte seine Mutter, die ihn begleitete. Der Älteste war Hartmut Kumlehn (62) aus dem Landkreis Holzminden. Auch vier Frauen mischten mit. Zu kämpfen hatten alle. „Nach 2,5 Stunden dachte ich, ich kann nicht mehr“, erzählte Kumlehn nach dem Wettkampf und erhielt zustimmendes Nicken vonseiten der jüngeren Teilnehmer. „Und das Ende zog sich“, meint Florian Battermann, Reinekes langjähriger Trainingspartner. „Ich wurde langsamer und die Weser auch.“ „Aber grundsätzlich war es schon schön, im fließenden Gewässer zu schwimmen“, warf ein anderer ein. Dass man selbst, wenn man sich einen Augenblick ausgeruht und treiben gelassen habe, noch weiter vorangekommen sei, das habe in dem Moment echt die Stimmung gehoben. Dafür, dass in solchen Pausen auch Proviant in Reichweite war – den braucht man bei einer Schwimmzeit von über fünf Stunden unbedingt –, sorgten Kanuten vom Rintelner Kanu-Club. Diese hatten sich bereit erklärt, jedem Schwimmer ein Begleitboot zur Seite zu stellen. Energiereiche Snacks und Getränke lagen bereit, und einen Zettel, auf dem der Name des Schwimmers und eine Notfalltelefonnummer vermerkt waren, gab es auch an Bord. Nach kurzer Eingewöhnung in die neue Rolle, bekamen auch die Paddler richtig Spaß an ihrer Aufgabe. Jeder fahndete für „seinen“ Schwimmer nach den allerbesten Strömungsbedingungen. Mit besserem Überblick gesegnet – „als Schwimmer kriegst du von deiner Umgebung nicht viel mit, siehst eigentlich nur die Wasseroberfläche“ – hielten sie ihre Partner über den Verbleib der kraulenden Konkurrenz auf dem Laufenden. Nebenher fertigten sie neugierig fragende Mitpaddler – „Warum schwimmen die?“ – schlagfertig mit „Die haben kein Boot mehr abgekriegt“ ab. „Das war eine super Zusammenarbeit mit den Kanufahrern“, schwärmten die Langstreckenschwimmer.

 

 Fünf bis sechseinhalb Stunden haben die Schwimmer im Endeffekt gebraucht. Eine halbe Stunde länger als der Veranstalter Marcus Reineke, Eisschwimmer und Betreiber einer Schwimmschule, gedacht hatte. „Wir haben die Fließgeschwindigkeit der Weser überschätzt“, sagte der Obernkirchener. Doch alle seien heil angekommen.

 Frostbeulengefahr habe bei einer Wassertemperatur von 22 Grad nicht bestanden. Man habe sich eher vor der Sonne schützen müssen. So brachten einige Schwimmer außer müden Knochen auch frische Farbe auf den Schultern mit zurück zur Abschlussparty im Weserangerbad. Und einen Mordshunger. „4000 bis 5000 Kalorien dürften wir wohl verbraucht haben“, schätzte Kumlehn und marschiert schnurstracks zum Büfett, das im Zelt der DLRG auf die Sportler wartete. Die schnellsten drei auf der Strecke bis Minden waren übrigens Sebastian Barsch (fünf Stunden und sechs Minuten), Fergil Hestermann (fünf Stunden und 22 Minuten) und Karsten Sasse (fünf Stunden und 30 Minuten), gefolgt von Marcus Reineke.

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