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Patrone als Deko im Regal

Prozess eröffnet Patrone als Deko im Regal

In einem Prozess um eine „scharfe“ Magnumpatrone, Dutzende von Gaspatronen sowie von ihm widerrechtlich abgehörten Polizei- und Feuerwehrfunk muss sich nun ein 32-jähriger Rintelner gleich für eine ganze Reihe von Delikten verantworten. Konkret lastet Staatsanwalt Timo Goldmann dem arbeitslosen Mann Verstöße gegen das Sprengstoff-, das Waffen- und das Telekommunikationsgesetz an.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

RINTELN. Dabei geht es unter anderem um den unerlaubten Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen. Der Hintergrund des Gerichtsverfahrens: An einem Abend im Juli 2015 ging der von Rechtsanwalt Marco Vogt verteidigte Angeklagte mit einem Bekannten gegen 23 Uhr in der Rintelner Innenstadt spazieren. Eigenen Angaben zufolge blieb er dann auf einer Brücke stehen und sah in dem Gewässer unter sich eine sogenannte Magnumpatrone. Sofort habe er die Patrone aus dem Wasser geholt. Diese war deformiert und nicht mehr abschießbar, aber es befand sich noch Schießpulver darin.

Durchsuchung der Wohnung

Der 32-Jährige habe sich gedacht, es sei besser, das Projektil zur Polizei zu bringen. Nach seiner Aussage nahm er die Patrone mit nach Hause und wollte sie am nächsten Tag abgeben. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Denn an jenem Tag fand eine Durchsuchung seiner Wohnung statt. Dabei wurde nicht nur die angeblich von dem Rintelner im Wasser gefundene Munition sichergestellt, sondern unter anderem auch Dutzende von Gaspatronen. Diese habe er nach Silvester auf der Straße aufgehoben.

Er wollte sie sich nur noch als Dekorationsstücke ins Regal stellen, gab er als vermeintlichen Verwendungszweck an. Eine ebenfalls sichergestellte Gaspistole will der Rintelner einen Tag vorher von einem Bekannten zur Aufbewahrung bekommen haben.

Darüber hinaus wurde bei der Durchsuchung der Wohnung von den Beamten auch noch ein sogenannter Funkscanner beschlagnahmt. Zum Vorwurf, er habe damit den Polizei- und Feuerwehrfunk abgehört, meinte der Mann: Das sei sein Hobby, er wollte keine Informationen erlangen. Außerdem habe er nicht gewusst, dass dies strafbar sei. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. maf

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