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Pfarrer mit Hang zu Reisen und Regionalgeschichte

Buch Pfarrer mit Hang zu Reisen und Regionalgeschichte

Im 16. Jahrhundert führte Johannes Letzner (1531-1613) ein ziemlich beneidenswertes Leben. Erst als Lehrer, dann als lutherischer Pfarrer hatte er ein überdurchschnittliches Einkommen.

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Der Rintelner Lehrer Ralf Kirstan hat seine erweiterte Doktorarbeit über Johannes Letzner jetzt als Buch herausgegeben.

Quelle: dil

Rinteln. So konnte er sich Studien der Regionalgeschichte widmen, wurde für diese Zeit ziemlich alt und konnte sogar auf eine jahrzehntelange Ehe zurückblicken. Er trug vor allem als Materialsammler zur „Chronik der Grafen von Holstein-Schaumburg“ bei, die sein Vetter Cyriakus Spangenberg herausgab und die erst nach dem Tod der beiden 1614 erschienen ist. Diesem Johannes Letzner hat der Rintelner Gymnasiallehrer Ralf Kirstan ein Buch gewidmet.

 „Die Welt des Johannes Letzner“ heißt das 472 Seiten umfassende Sachbuch, das auf der Doktorarbeit Kirstans aus dem Jahr 2006 fußt. „Ich habe die Arbeit nicht gleich veröffentlicht, sondern bin auf neue Quellen gestoßen und habe das Buch erweitert“, erzählt Kirstan. Vor seiner Zeit am Gymnasium Ernestinum war Kirstan zuerst studentischer, dann wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut in Göttingen. Ab 2004 arbeitete er am Institut für historische Landesforschung in Göttingen. Die Doktorarbeit hatte er 2002/ 2003 begonnen.

 Mit dem Buchtext hat Kirstan sich dann bei der Niedersächsischen historischen Kommission beworben, die sein Werk würdig befand, in eine historische Buchreihe aufgenommen zu werden. Diese Kommission arbeitet wiederum mit dem Wallstein-Verlag in Göttingen zusammen, der eine Startauflage von 300 Stück auf den Markt brachte. „Das ist vorwiegend etwas für Heimatforscher“, sagt Kirstan. Viele Orts-Chroniken nähmen ohnehin Bezug auf Aufzeichnungen Letzners.

 Cyriakus Spangenberg war mit Letzner verwandt und befreundet. Beide sammelten viel historisches Material. „Dafür ging Letzner viel auf Reisen in der Region, was damals oft mehrere Tage erforderte“, teilt Kirstan mit. „Das musste man sich aber auch erst mal leisten können. Ein Tag Reise mit Mietkutsche kostete so viel, wie ein Tagelöhner in fünf Tagen verdiente.“ Insgesamt 16000 Doppelblatt Schriften von Letzner seien erhalten, 6000 davon sogar in seiner eigenen Handschrift. Fündig wurde Kirstan im Staatsarchiv Hannover, der Herzog-August-Bibliothek und dem Landeskirchlichen Archiv (beide in Wolfenbüttel), in alten Kirchenbüchern von Pfarrämtern und im Staatsarchiv in Münster. Also auch dabei war Reisen erforderlich, allerdings bequemer und schneller als vor 400 Jahren.

 „Für mich war Letzner ein faszinierender Mann“, sagt Kirstan. „Und über ihn war außer einer Übersicht über seine Schriften im Jahr 1951 kaum etwas erschienen.“ Der Landpfarrer hatte nacheinander vier kleinere Gemeinden seelsorgerisch betreut, danach in der Residenzstadt Hannoversch Münden gearbeitet. Die Titelseite des Buches ziert eine alte Federzeichnung von Hardegsen, dem Geburtsort Letzners.

 Kirstan erwartet keinen großen Verkaufserfolg, ist aber stolz auf sein Buch. Und zwei Einladungen zu Vorträgen über Letzner nach Südniedersachsen hat er auch schon.

 Ralf Kirstan: „Die Welt des Johannes Letzner“. ISBN-Nummer: 978-3-8353-1589-1. dil

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