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Platz für 60 neue Häuser

Prince-Rupert-School Platz für 60 neue Häuser

Jeder, der einmal durch die ehemalige Prince Rupert School (PRS) in der Nordstadt gegangen ist, weiß: Die Briten haben die Schule in einem Top-Zustand hinterlassen. Nach dem Auszug der Flüchtlinge wird das Gebäude wohl dennoch abgerissen.

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Auf der Fläche des ehemaligen Sportplatzes in der Nordstadt könnten neue Häuser gebaut werden.

Quelle: tol

Rinteln. Als die Räume für die Flüchtlinge eingerichtet wurden, staunten die Feuerwehrleute, dass alle Klassenräume, selbst die Küchen und ehemaligen Physikräume, sowie die Turnhalle praktisch sofort wieder in Betrieb genommen werden konnten. Doch Realität ist: Offensichtlich will diesen Gebäudekomplex niemand haben, wenn die Flüchtlinge dort ausgezogen sind. Die Schule wird wohl abgerissen werden.

Fazit der Recherchen des Stadtplanungsbüros von Diplom-Ingenieur Rolf Junker aus Dortmund: Die Steuerakademie neben der Prince Rupert School habe abgewinkt. Sie brauche nur Parkplätze. Die Lebenshilfe habe nur „mittelfristig“ Interesse an der Fläche des Sportplatzes. Eine überregionale Institution, Behörde oder ein Unternehmen, das die PRS nutzen könnte, sei nicht in Sicht.

26 hochwertige Häuser auf großen Grundstücken

Deshalb empfahlen die Planer in der Bauausschusssitzung am Mittwoch: Abreißen und auf dieser Fläche 26 hochwertige Häuser auf 800 bis zu 1000 Quadratmeter großen Grundstücken bauen. Wer sich so eine Edelimmobilie am Waldrand leisten kann, hat auch Zeit und/oder Geld für den Gärtner.

Reflexartiger Widerspruch aus dem Bauausschuss: „Platzverschwendung“, solche großen Grundstücke wolle heute niemand mehr. Schon gar kein Pendler, keine Familie, in der beide arbeiten müssen. Da habe niemand Zeit, so ein großes Grundstück zu pflegen. Die Planer blieben gelassen: „Das entscheidet letztlich der Markt.“

Als Junker und Nicole Pöppelmann im Frühjahr rund 40 Bürgern im Brückentorsaal vorgestellt haben, was man mit den drei großen ehemaligen Militärflächen anstellen könnte, war es noch eine ambitionierte Ideensammlung. Eine überörtliche Institution könnte dort hin, touristische Einrichtungen, ein Low-Budget-Beherbergungsbetrieb, ein Hostel für Wanderer und Radfahrer, eine Sport- und Freizeitanlage, ein „Nahversorger“, ein Lebensmittelmarkt mit Bäcker und Café. Hat sich alles erledigt. Was bleibt, ist Wohnen: Ein- und Mehrfamilienhäuser auf den Flächen am Schubertweg sowie westlich und östlich der Kurt-Schumacher-Straße und im Bereich des Wilhelm-Busch-Weges.

Zwar plädierten die Planer im Bauausschuss noch einmal für einen Beherbergungsbetrieb in der Nähe des bestehenden Freizeitzentrums, doch der Ausschuss verwies auf die geschlossene Jugendherberge an der Exter, die verkauft worden ist.

Die Planer hielten entgegen, beide Beherbergungsbetriebe hätten nicht mehr heutigen Standards entsprochen – das sei wohl eher der Grund für die Schließung, nicht fehlender Bedarf. Doch ohne einen Hotelier, der so was anpacken will, kein Beherbergungsbetrieb.

Die Planer hielten auch an ihrer Idee für ein Begegnungszentrum fest, einen Anlaufpunkt für die 8000 Bewohner in der Nordstadt. Dazu sollte die Nordstadt ein „grünes Band“ mit Fußwegen durchziehen.

Die Ausschussmitglieder waren nicht wirklich überzeugt: Grünflächen brauche man nicht, der Wald liege vor der Tür. Manche hatten wohl noch den Ärger um den Schlingpark in Erinnerung, der eine Zeit lang fest in der Hand der Trinkerszene war, bis die Stadtgärtner die Büsche radikal lichteten.

Neue Häuser – wohin mit dem ganzen Verkehr?

Klar wurde in der Diskussion auch: Sollten in der Nordstadt rund 60 neue Häuser gebaut werden, ist die nächste Frage: Wohin mit dem Verkehr? Man braucht Erschließungsstraßen und Parkflächen. Zudem müsste die Kurt-Schumacher-Straße besser ausgebaut werden. Fraglich ist auch, ob die verzwickte Verkehrsführung am Galgenfeld mit dem Bahnübergang so bleiben könnte: Wenn nicht, wird es teuer.

Ingenieur Egbert Dransfeld zeichnete zum Schluss noch den Weg auf, wie die Pläne für eine Wohnbebauung konkret umgesetzt werden. Die Stadt müsse zuerst die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen. Also den Flächennutzungsplan ändern, Bebauungspläne aufstellen. Der bestehende Bebauungsplan „Hohe Wanne“ würde dabei einkassiert.

Eigentümer aller drei Flächen ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Ein Glücksfall, sagt Dransfeld, weil es das Verfahren vereinfache. Die Bima könnte die Flächen an einen privaten Investor veräußern oder selbst erschließen. Dass die Stadt die Grundstücke selbst erwirbt, sei zwar möglich, aber unwahrscheinlich. Die Bima müsste dann übrigens auch die Prince Rupert School abreißen lassen.

Klar wurde auch, dass sich nicht alle Flächen gleichzeitig vermarkten lassen. Dransfeld schätzte, bis zu drei Jahre könnte es dauern, bis Bagger anrücken, bis zu sieben Jahren, bis alles neu bebaut ist. wm

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