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„Politiker wenden sich kaum an Jungwähler“

Rinteln / Wahl „Politiker wenden sich kaum an Jungwähler“

Wählen im Alter von 16 Jahren? Niedersachsen ist eines von sieben Bundesländern, in denen bereits 16-Jährige das Recht haben, bei der Kommunalwahl ihre Stimme abzugeben. In Rinteln sind es laut Jörg Schmieding von der Stadt 228 junge Menschen, die bei der morgigen Kommunalwahl erstmals ihre Stimme abgeben dürfen – von insgesamt 21.465 Wahlberechtigten in der Weserstadt.

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Daniel Kirchhoff (links) und Andreas Jozwik. © pr.

Rinteln (jaj/nell/pk). Aber machen die Jungwähler überhaupt Gebrauch von ihrem Wahlrecht? Oder ist die Jugend tatsächlich so politikverdrossen, wie so oft behauptet wird? Unsere Zeitung hat auf den Schulhöfen von Ostertor-, Hildburgschule und Ernestinum Schüler nach ihrem Wahlverhalten am morgigen Sonntag befragt.
Avdyl Toska (16) von der Hauptschule wird morgen seine Stimme abgeben – auch wenn er sich von den Politikern als Jugendlicher nicht direkt angesprochen fühlt. „Leider nicht, aber die Themen, um die es in der Politik geht, sind einfach zu wichtig, um nicht wählen zu gehen“, erläutert Avdyl.

Bereits vorab hat er sich über die bevorstehende Wahl informiert, auch im Politikunterricht waren die Wahlen Thema. „Wahlen gehören zu einer Demokratie dazu, jede Stimme zählt. Deshalb ist es besser, zur Wahl zu gehen, sonst führt die Wahl am Ende vielleicht zu einem falschen Ergebnis.“

Ganz ähnlich sieht es Christian Rösner (17) vom Ernestinum: „Generell finde ich es wichtig zu wählen, weil man sonst die Parteien unterstützt, die man nicht wollte. Und wer nicht wählen geht, erreicht auch keine Veränderungen“, erzählt Christian. „Im Politik-Leistungskurs haben wir Informationsplakate erarbeitet, auf denen die Wahlziele der einzelnen Parteien für das Auetal und für Rinteln festgehalten sind. Sie stehen jetzt in der Aula. Ich wähle die Partei, die meine Überzeugungen am ehesten teilt.“ Seine Stimme hat er bereits abgegeben – per Briefwahl: „Das machen bei mir zu Hause alle so. Wir haben auch in der Familie über die Wahl gesprochen.“

Christians Mitschülerinnen Isabell Remmers und Lea Meyer (beide 16) gehen ebenfalls zur Wahl. „Ich finde es gut, durch die Wahl ein Mitspracherecht zu haben“, sagt Isabell. „Und ich kenne einen der Kandidaten und den möchte ich gern unterstützen“, begründet Lea ihre Motivation, zu wählen. Daniel Kirchhoff (17) von der Realschule fühlt sich vor allem sowohl von den Grünen als auch von der CDU angesprochen. „Ich finde, es gehört sich, zu wählen“, sagt er. „Von daher bin ich dabei!“ Von den Wahlen überzeugt zeigt sich auch Andreas Jozwik (16), ebenfalls Realschüler: „Ich gehe auf jeden Fall wählen! Wenn man die Chance hat, sollte man das auch tun.“ Allerdings merkt er kritisch an: „Es gibt zu viel Wahlwerbung.“

Nicht zur Wahl geht der Realschüler Kevin Homeier (17): „Ich gehe nicht wählen. Ich kenne mich nicht aus und ich weiß nicht, worum es geht. Bevor ich irgendeinen Mist wähle, wähle ich lieber gar nicht. Ich sehe zwar die Werbung, aber ich fühle mich davon nicht angesprochen. Das ist, wie wenn ein Zirkus seine Plakate aufhängt.“ Auch Viktoria Reimer (16) wird nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen: „Ich habe keine Zeit und keine Lust. Ich weiß nichts darüber. Und von den Plakaten fühle ich mich auch nicht angesprochen.“

Volkan Kirsever (16) von der Ostertorschule wird ebenfalls nicht zur Wahl gehen: „Weil ich dieses System nicht unterstütze. Dabei geht es doch nur um Macht und um Geld. Allein die Linke würde ich wählen – wenn ich wählen würde.“ Ähnlich sieht das Volkans Mitschüler Marten Wischnewski (16): „Ich habe zwar mit meinem Vater zusammen etwas im Internet recherchiert und mich informiert, aber wählen were ich trotzdem nicht. Den Politikern geht es doch nur um Macht. Das unterstütze ich nicht.“

Noch unentschlossen ist Realschüler Till Beier (16) aus Krankenhagen: „Aber ich will mitbestimmen, was im Dorf passiert, also werde ich wohl schon wählen gehen. Allerdings finde ich, dass die Politiker sich nicht wirklich an die Jugend wenden.“

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