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Polizist mit Sammelleidenschaft

Letzter Dienst in Rehren Polizist mit Sammelleidenschaft

Wenn Andreas Wichmann morgens Brötchen kauft oder abends durch Rehren schlendert, dann steht da nicht nur ein begeisterter Wintersportler und passionierter Motorradfahrer. Auch sein Beruf schwingt immer mit. Seit mittlerweile 40 Jahren ist der Kriminalhauptkommissar bei der Polizei.

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Kriminalhauptkommissar Andreas Wichmann ist seit 40 Jahren im Dienst. Noch nicht ganz so lange sammelt er Polizeiabzeichen aus aller Welt.

Quelle: jak

REHREN. Seit vier Jahren besetzt der gebürtige Auetaler zusammen mit Ralf Ebeling die Rehrener Wache. „Diese kleinen Dienststellen sind wahnsinnig wichtig“, betont Wichmann. Bürgernähe und Ortskenntnis seien nicht nur bei den Ermittlungen unschätzbar wertvoll, auch für die Einwohner sei es von Bedeutung, ihren „Freund und Helfer“ quasi vor der Tür zu haben. Dementsprechend groß ist auch der Anteil jener, die mit ihren Anliegen direkt bei der Dienststelle in der Alten Molkerei vorbeischauen. Wobei Wichmann allerdings immer darauf hinweist, sich telefonisch kurz vorher anzukündigen. „Wir sind hier ja nur zu zweit. Und wenn wir ausrücken, dann tun wir das ebenfalls zu zweit.“

 Angefangen hat Wichmann im Jahr 1977 – gemeinsam mit Polizeihauptkommissar Stefan Weichert, der jetzt ebenfalls sein „40-Jähriges“ feiert – beim Bundesgrenzschutz (heute Bundespolizei) in Duderstadt. Nach nur zwei Jahren wechselte Wichmann nach Hannover zur Fernmeldehundertschaft. „Mit Funken hatte ich eigentlich nicht viel am Hut, aber ich wollte zurück in die Region“, sagt er heute. 1984 ging er dann zur Schutzpolizei, 1988 schließlich zur Kripo. „Da wollte ich eigentlich immer schon hin.“ Er wechselte in den gehobenen Dienst und war bis zum Jahr 2001 Teil einer Spezialeinheit.

 Besonders eingeprägt hat sich dabei sein erster Arbeitstag bei der Kripo: „Das war ausgerechnet während der Geiselnahme von Gladbeck“, erinnert sich Wichmann. In seiner Zeit habe er auch fast alle Castor-Einsätze mitgemacht – und die Chaostage in Hannover. Bilder, die sich bei Wichmann eingeprägt haben. Außerdem bildete er als Trainer für „systemisches Einsatztraining“ seine Kollegen in Taktik, Technik und Eigensicherung fort. Vielleicht auch deswegen wurde Wichmann bis heute glücklicherweise in keinem Einsatz verletzt. Über Stationen in Bückeburg, wo er Dienstabteilungsleiter war, und bei der Kripo in Rinteln ließ sich Wichmann 2012 („Sehr gerne“) nach Rehren versetzen – wo er mit kurzen Unterbrechungen sein Leben lang gewohnt hat.

 Seit Jahren sammelt Wichmann die Dienstabzeichen der Polizei aus der ganzen Welt. Zum größten Teil aus Ländern, die Wichmann selbst auch bereist hat. „Ich nehme nach Möglichkeit den kleinsten Geldschein und ein Abzeichen mit nach Hause“, erzählt er. Natürlich habe jeder so seine Vorlieben bei der Arbeit, erklärt Wichmann, aber das schöne hier vor Ort sei ja, dass man fast alle hereinkommenden Fälle bearbeite – und sich nicht übermäßig spezialisiere. „Kardinaldelikte wie etwa Mord geben wir natürlich ab.“ Dennoch: „Wir sind hier echte Allrounder“, so Wichmann. Deswegen wolle er auch gerne seinen letzten Dienst am 31. Juli 2021 in der Rehrener Dienststelle absolvieren.  jak

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