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Postzusteller behält Nachnahmegebühr

Prozess gegen 22-Jährigen Postzusteller behält Nachnahmegebühr

Zweieinhalb Jahre nach einer Serie von nicht abgelieferten Nachnahmegebühren aus Postzustellungen ist nun das Unterschlagungsverfahren gegen einen Auszubildenden (22) eingestellt worden.

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Rinteln. Im September 2012 hatte der Rintelner als Postzusteller gearbeitet und laut Anklage binnen drei Wochen fünfmal Pakete ausgeliefert und dafür die Nachnahmegebühren kassiert. Diese behielt er allerdings für sich, sodass ein Schaden von rund 380 Euro entstand.

 Vor 16 Monaten wurde schon einmal in dieser Sache vor dem Rintelner Amtsgericht verhandelt. Damals hatte der Angeklagte mehrere der ihm vorgeworfenen Unterschlagungen eingeräumt und als Grund genannt, er sei von einem namentlich bekannten Mann erpresst worden. Dieser und ein weiterer Mann sollen ihn seiner Einlassung zufolge nach der Arbeit abgefangen haben. Wegen massiver Bedrohungen will der Rintelner dann die Nachnahmebeträge übergeben haben. Er sei aus Angst erst später zur Polizei gegangen.

 Dem Vernehmen nach ist ein Verfahren wegen schwerer räuberischer Erpressung in dieser Sache anhängig. Schließlich platzte der Unterschlagungsprozess damals. Inzwischen hat der von Rechtsanwalt Volkmar Wissgott verteidigte Azubi den Schaden in Höhe von 380 Euro komplett beglichen.

 In dem 16 Monate zurückliegenden Prozess musste sich der junge Mann auch noch für einen anderen Tatkomplex verantworten. Im November 2012 war er mit einem Auto und 1,2 Promille im Blut in den frühen Morgenstunden auf der B238 nahe der Grafensteiner Höh in eine Leitplanke gedonnert. Der Rintelner rannte dann über ein angrenzendes Feld und ließ das Auto einfach stehen.

 Aus Angst vor seinen Eltern präsentierte der heute 22-Jährige anschließend der Polizei eine ausgedachte Geschichte. Der Mann gab an, er habe gar nicht am Steuer gesessen. Zuvor sei er nämlich in Stadthagen von mehreren vermummten Personen überfallen, entführt und später aus dem Auto geworfen worden.

 Für diese Vorfälle wurde er im damaligen Prozess wegen Straßenverkehrsgefährdung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, unerlaubten Entfernens vom Unfallort und Vortäuschens einer Straftat belangt. Unter Anwendung von Jugendrecht kassierte er eine Geldbuße von 800 Euro und verlor zudem seine Fahrerlaubnis.

 Im Hinblick auf diesen bereits abgeurteilten Tatkomplex stellte Richter Christian Rost mit Zustimmung aller Beteiligten nun das Unterschlagungsverfahren ein. Denn eine Verurteilung wegen der Unterschlagungen wäre neben der Sanktion aus der Trunkenheitsfahrt nicht beträchtlich ins Gewicht gefallen. maf

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