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Praxis für Beruf – und beide Seiten profitieren

Rinteln / Zusammenarbeit Praxis für Beruf – und beide Seiten profitieren

Für den künftigen Beruf mit der Klientel üben und von dieser wenig später als potenzielle Kunden durch deren eigenen Betrieb geführt werden – das hilft beiden Seiten.

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Malen mit allen Sinnen unter Anleitung: Fachoberschüler und Behinderte stellen dar, wie bunt der Frühling (vorn) und der Sommer (hinten) sein können.

Quelle: dil

Rinteln. Rinteln (dil). Diese „Win-Win-Situation“ hat gestern in der Behindertenwerkstatt im Industriegebiet Süd zu bunten Ergebnissen geführt. Erst malten Behinderte unter Anleitung von Fachoberschülern die vier Jahreszeiten. Dann stellten die Behinderten den Schülern bei einer Führung ihre Werkstätten vor.

 Die Fachoberschule „Gesundheit und Soziales“, Klasse 12, der Berufsbildenden Schulen Rinteln führt im Lehrgebiet „Kulturelle Ausdrucksformen gestalten“ seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungsbereich der Behindertenwerkstätten ein gemeinsames Projekt durch. Ein Märchenprojekt und die Erstellung eines Museumsführers für Behinderte waren dafür Beispiele.

 In diesem Jahr heißt das Thema „Farben mit allen Sinnen erleben“. Bei einem offenen Ateliertag am 22. Februar wurden Farbanwendungen und -wirkungen erlebt und experimentell entwickelt. Auch die Handhabung verschiedener Hilfsmitttel für Strukturen und Effekte wurde erprobt. Danach ging es in die Behindertenwerkstatt, um das Umfeld der dort Beschäftigten kennenzulernen. Die Behinderten führten die Schüler.

 Gestern kam die zweite BBS-Gruppe in die Werkstätten, um mit dortigen Schülern Bilder an vier Stationen zu gestalten. Fühlen, riechen schmecken und dann mit Farben die Sinneseindrücke auf die einen Quadratmeter großen Leinwände zu bringen, war die Devise. Anschließend wurde gemeinsam gegessen, dann folgte wieder eine Führung durchs Haus.

 Diese seit zwölf Jahren praktizierte gute Zusammenarbeit sehen PLSW und BBS als Beitrag zur Integration. „Vorurteile, aber auch Hemmschwellen können abgebaut werden“, erklärte BBS-Lehrerin Marie-Theres Bockhorst-Thöne. „Während des gesamten Schuljahrs sind außerordentlich gute Kontakte entstanden, die zeitweilig auch in gemeinsamen Pausengesprächen mündeten.“ Auch Werkstattleiterin Susanne Terner würdigte die erfolgreiche Zusammenarbeit.

 „Diese enge Verzahnung wollen wir weiter ausbauen“, erklärte BBS-Leiter Herbert Habenicht. Sabine Nolte, Koordinatorin des BBS-Fachbereichs Hauswirtschaft und Sozialpädagogik, ergänzte: „Und wir sind damit Vorreiter in Niedersachsen.“ Lehrerin Bockhorst-Thöne referiert über bisherige Erfahrungen bereits bei Fortbildungsveranstaltungen auf Landesebene.

 „Mit gutem Willen und Fantasie geht das recht leicht, und besser, als man es sich in einer Landesschulbehörde ausdenken kann“, meinte dazu Helge Scharunge, Geschäftsbereichsleiter Bildung und Qualifizierung der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland GmbH (PLSW) .

 Dieses Lob nahm Habenicht gern an und bat Scharunge im Gegenzug: „Werben Sie in Hannover dafür, dass nicht weiter zentralisiert wird. Wir können so eine Zusammenarbeit nur mit einem breiten Angebot an Bildungsgängen erfolgreich gestalten. Dafür brauchen wir aber auch die nötige Ausstattung – an Lehrern und Material.“

 Malen mit allen Sinnen unter Anleitung: Fachoberschüler und Behinderte stellen dar, wie bunt der Frühling (vorn) und der Sommer (hinten) sein können. Foto: dil

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