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Radikalrückschnitt erhitzt Gemüter

Rinteln / Baubetriebshof Radikalrückschnitt erhitzt Gemüter

Der Heckenschnitt durch den städtischen Baubetriebshof ist zurzeit in vielen Orten und Ortsräten Thema. „Zu kurz“, „zu radikal“, „schrecklich“ und „unsachgemäß“ sind nur einige der Vorwürfe, die in den vergangenen Tagen auch bei Ortsratssitzungen in Strücken, Möllenbeck und Taubenberg zu hören waren.

Rinteln (jaj). „Die Ausführung ist unter ornithologischen und ökologischen Gesichtspunkten unsachgemäß“, befand beispielsweise Gerlinde Göldner-Dorka (SPD) während der jüngsten Sitzung der Ortsrates Hohenrode-Strücken. Natürlich müssten Hecken von Zeit zu Zeit radikal zurückgeschnitten werden, aber doch nicht alle auf einmal – und vor allem nicht zum Frühjahr. Die bessere Jahreszeit dafür ist der Herbst, so ihre Einschätzung.

Stadtgärtner Klaus-Ulrich Hartmann sind diese Vorwürfe nicht neu. „Ich habe damit gerechnet, dass es viele Reaktionen geben wird“, sagt er. Hartmann bittet die Bewohner jedoch um Verständnis. „Wir wollten niemanden ärgern.“ Die Maßnahme sei viel mehr zum Wohle der Pflanzen erfolgt und nötig gewesen, um die Hecken, die teilweise sehr hoch und breit geworden sind, wieder in Form zu bringen.

„Wir haben die Pflanzen auf den Stock gesetzt“, erklärt Hartmann. Bei dieser Pflegemaßnahme werden die Pflanzen, so wie an den Friedhöfen geschehen, extrem zurückgeschnitten. Dadurch wird die Pflanze zur Regeneration angeregt. Sie treibt mehr neue Triebe aus und wird dadurch natürlich verjüngt. „Wir werden dann im Spätsommer und nächstes Jahr noch einmal einen Formschnitt vornehmen, und spätestens übernächstes Jahr sehen die Hecken dann wieder schön aus“, sagt er. Und das dann auch für eine lange Zeit: Das letzte Mal wurden einige der Hecken nämlich schon vor mehr als 30 Jahren auf den Stock gesetzt. Es ist also eine Maßnahme, die kurzzeitig nicht schön aussieht, aber dazu beiträgt, dass die Hecken danach wieder viele Jahre lang ein dekorativer Sichtschutz sein können.

Auch die Anregung von Gerlinde Göldner-Dorka, die Hecken doch besser zeitversetzt in unterschiedlichen Jahren auf den Stock zu setzen, ist Hartmann nicht unbekannt. Er hat sich jedoch gegen diese Möglichkeit entschieden. Bei zweitversetztem Schnitt wären die Friedhöfe nämlich nicht nur zwei Jahre, sondern viel länger von nicht sehr ansehnlichen Hecken umgrenzt worden – wenn auch an wechselnden Stellen. Eine Tatsache, die wahrscheinlich auch vielen Einwohnern nicht behagt hätte.

Dem Argument, dass die Vögel dann mehr Ausweichmöglichkeiten gehabt hätten, will Hartmann nicht folgen. „Es ist ja nicht so, dass es rund um die Friedhöfe keine Ausweichmöglichkeiten gibt“, sagt er. Und es sei kein Vogel während des Nistens gestört worden, da die Hecken bereits im Januar und Februar, also vor der Brut- und Setzzeit, geschnitten wurden.

Generell sei der Winter der richtige Zeitpunkt für radikale Rückschnitts- oder Fällarbeiten. Das Gesetz erlaubt diese Arbeiten von Oktober bis Ende Februar. Der Herbst sei hingegen der richtige Zeitpunkt für den jährlichen Formschnitt.

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