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Radler durch Blumenwall umleiten?

Rinteln Radler durch Blumenwall umleiten?

Die Fahrradbranche freut sich über bahnbrechende Umsatzrekorde. Mittlerweile sind 70 Millionen Räder in Deutschland unterwegs. Das führt immer wieder zu Konfliktsituationen mit Fußgängern und Autofahrern. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, stehen die Stadtplaner vor großen Herausforderungen – auch in Rinteln.

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Der Schutzstreifen für Fahrradfahrer als Alternative zu kombinierten Rad-/Gehwegen.

Quelle: peb

Rinteln. Seniorenbeirat und Behindertenbeirat fordern innerorts eine Trennung von Fußgängern und Radfahrern. Günther Dohm vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), Ortsgruppe Rinteln, vermisst ein Radverkehrskonzept der Stadt.

„Dem Behindertenbeirat geht es darum, die Gehwege für Fußgänger in Rinteln sicherer zu machen. Für viele Fußgänger wie Familien mit kleinen Kindern, Senioren und Menschen mit Behinderungen sind kombinierte Rad-/Gehwege oft stressig und riskant. Solche Wege sind deshalb allenfalls außerorts gerechtfertigt, wo wenig Fußgängerverkehr stattfindet“, erläutert der Vorsitzende des Behindertenbeirates, Manfred Pollmann. Und auch Eckard Strohmeier, Chef des Seniorenbeirates, bläst ins gleiche Horn und wünscht sich innerorts eine klare Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern. Diese Auffassung wird inzwischen auch vom Landkreis Schaumburg sowie vom stellvertretenden Vorsitzenden der Grünen-Stadtratsfraktion geteilt. Kombinierte Rad-/Gehwege seien aus Sicherheitsgründen nicht mehr sinnvoll und sollen überprüft werden.

Laut Straßenverkehrsordnung ist für kombinierte Rad-/Gehwege innerorts eine Breite von 2,50 Metern vorgeschrieben. Diese Breite wird nur in den seltensten Fällen eingehalten. Ein Negativbeispiel ist der Rad-/Gehweg auf beiden Seiten der Weserbrücke. Dort müssen Fußgänger und Radfahrer auf einer Breite von knapp 1,50 Metern miteinander auskommen. Der Vorschlag von Dohm: „Ich plädiere für die Einrichtung eines Schutzstreifens für den Fahrradverkehr in beiden Richtungen.“

Schutzstreifen sind durch gestrichelte Linien gekennzeichnete Fahrspuren auf der Fahrbahn – teilweise farblich abgesetzt. Sie sind nicht mit blauen Radweg-Schildern gekennzeichnet, in der Regel gibt es aber Fahrrad-Piktogramme zur Verdeutlichung. „Dieser Schutzstreifen sollte dann an Woolworth vorbeigeführt werden, auf der Hartler Straße weiter verlaufen und in Höhe der Graf-Adolf-Straße auf den kombinierten linksseitigen Rad-/Gehweg in Richtung Doktorsee führen.“

Nach Aussage von Dohm hätte das den Vorteil, dass die Radfahrer stadteinwärts die Straßen vor Woolworth nicht mehrfach queren müssten, nicht kreuz und quer auf dem Bürgersteig fahren würden, sowie Radfahrer und Fußgänger sich auf dem äußerst schmalen kombinierten Weg im Bereich der Hartler Straße nicht gegenseitig behindern würden. Schutzstreifen könnten mit relativ wenig finanziellen Mitteln geschaffen werden, so Dohm.

Der Ortsgruppen-Vorsitzende des ADFC vermisst auch ein Radverkehrskonzept seitens der Verwaltung. Um den Fahrradverkehr in der Fußgängerzone zu entlasten – besonders vor und nach Unterrichtsbeginn durch die Schüler – schlägt Dohm die Einrichtung einer Fahrradstraße vor und die intensive Nutzung des Blumenwalls als Fahrradweg.

Laut Straßenverkehrsordnung ist eine Fahrradstraße ausschließlich für Fahrräder bestimmt. Ausnahmen gelten, wenn diese durch entsprechende Zusatzzeichen angezeigt werden. In Fahrradstraßen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern.

Der Kraftfahrzeugverkehr muss auf die Radfahrer Rücksicht nehmen und gegebenenfalls die Geschwindigkeit reduzieren. Radfahrer dürfen in Fahrradstraßen nebeneinanderfahren.

„Der Fahrradverkehr könnte in Richtung Nordstadt im Sinne des Rechtsfahrgebots über die Krankenhäger Straße, Ritterstraße, Brennerstraße und Mühlenstraße geführt werden. Der Kraftfahrzeugverkehr sollte dabei nicht ausgeschlossen werden. In Richtung Südstadt könnte der Fahrradverkehr durch den Blumenwall geleitet werden. Ich möchte die Radfahrer aus der Fußgängerzone nicht verbannen. Aber die Maßnahme könnte zu einer starken Reduzierung des Radverkehrs in der Fußgängerzone führen – besonders zu den Stoßzeiten“, so Dohm.

Noch in diesem Monat möchte er in einem Gespräch mit Thomas Priemer auf die Missstände im Fahrradverkehr hinweisen und dem Bürgermeister seine Verbesserungsvorschläge unterbreiten. peb

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