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Rasengrab: 750 Euro für 15 Jahre samt Pflege

Rinteln / Bestattung Rasengrab: 750 Euro für 15 Jahre samt Pflege

Friedhöfe wandeln sich – Bestattungen auch. Der Trend dagegen ist gespalten. Wer es sich leisten kann und mag, wählt anspruchsvolle Grabgestaltung, aber pflegeleicht mit Kiesbett statt Stiefmütterchen neben dem aufwendigen Grabstein. Da aber die Nachkommen oft weit weg wohnen, stehen pflegeleichte Lösungen hoch im Kurs.

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Drei zentrale Erinnerungssteine (wie hier rrchts)mit Rasenreihengräbern gibt es auf dem Seetorfriedhof. An ihnen sollen die Blumen für die Gräber abgelegt werden, sonst behindern sie das Rasenmähen, erklären Stadtgärtner Ulrich Hartmann und Silvia Wächter. © tol

Rinteln (dil). Urnengräber sparen Fläche, Rasenreihengräber sogar eigene Pflege. Und bei 750 Euro für 15 Jahre Liegezeit samt Rasenstutzen sind sie sogar ein Schnäppchen. Nur die Beschriftung der Grabplatte kostet extra. Über all diese Möglichkeiten will die Stadt Rinteln am Sonntag, 15. Mai, auf dem Seetorfriedhof informieren.

Eingeladen wird zu einem Bummel über die baumbestandenen Wege entlang der Beispiele unterschiedlicher Bestattungsformen. Platz ist für jede Lösung da, auch auf den anderen städtischen Friedhöfen. „Aber viele machen sich zu spät Gedanken über die Grabwahl“, sagt Stadtgärtner Ulrich Hartmann. „Andere kaufen sich aber auch so früh eine Grabstelle, dass bei ihrem Tod die Nutzungszeit schon verlängert werden muss“, wirft Silvia Wächter vom Tiefbauamt ein.

Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz betont die Vielfalt: „Wir haben Bereiche, wo man sich gestalterisch entfalten kann, aber auch atmosphärisch ruhige Flächen.“ „Und wir werden noch mehr Flächen für Urnengräber anlegen“, ergänzt Wächter.

Kindergräber mit nur fünf Jahren Liegezeit haben ebenfalls ihren Platz, und es gibt eine Ecke, wo tot geborene Kinder bestattet werden können.

Der Seetorfriedhof wirkt wie ein Park mit alten und neuen Bäumen. Er bietet zur Extertalstraße hin noch fast 7000 Quadratmeter Erweiterungsfläche, allerdings mit viel Verkehrslärm. Ruhiger ist es in der Mitte. Und zur Alten Kasseler Straße hin soll das ehemalige Ziegeleigelände schon bald mit Obstbäumen bepflanzt werden. „Als Erweiterung des in vielleicht einem Jahr vollen Parks der Generationen“, sagt Hartmann. Dort pflanzen frischgebackene Eltern gern einen Obstbaum als Erinnerung an die Geburt ihres Kindes.

„Rasenreihengräber mit einheitlichen Granitplatten liegen im Trend“, stellt Hartmann fest. Auch die Stadt nutzt sie. Buchholz: „Wir müssen ja immer öfter Menschen bestatten, von denen wir keine Angehörigen mehr finden.“

Dass Friedhöfe Orte der Trauer sowie des Gedenkens und der Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit des Lebens sind, soll am Sonntag, 15. Mai, erlebbar werden. Ebenso, dass die Friedhofskultur sich den veränderten Bedürfnissen der Menschen anpasst. Aber auch, dass Friedhöfe öffentliche Flächen sind, die zu Spaziergängen mit Naturerlebnis und teilweise Wissensvermittlung über die Einwohner einer Stadt beitragen.

Die Stadt Rinteln will deshalb am Sonntag, 15. Mai, von 11 bis 15 Uhr auf dem Seetor-Friedhof allen interessierten Bürgern die Gelegenheit geben, sich über die neuen Bestattungsformen und angebotenen Grabarten auf den städtischen Friedhöfen zu informieren.

Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung und des Baubetriebshofes stehen in dieser Zeit für Gespräche, Auskünfte und Führungen zur Verfügung. Außerdem besteht die Möglichkeit, Dienstleistungen der Friedhofsverwaltung außerhalb der regulären Dienstzeiten in Anspruch zu nehmen.

Der Kinderchor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden wird gegen 11.30 Uhr den anlässlich des „Tag des Friedhofs“ angelegten Regenbogen vor der Friedhofskapelle neu bepflanzen. Anschließend wird ein Lied vorgetragen.
„Im nächsten Jahr wollen wir wieder einen größeren Tag des Friedhofs mit Steinmetzen und dem Hospizverein veranstalten“, kündigt Buchholz an.

„Dann werden wir auch Treuhandlösungen für die Grabpflege durch Unternehmer vorstellen. So eine Veranstaltung hatten wir schon 2009.“ Und im nächsten Jahr gibt es vielleicht auch schon ein zweites Zugangstor zum Friedhof – aus Richtung Sassenberg’sche Kiesteiche.

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