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Reizen, stechen, Gegner taxieren

Rinteln / Bridge-Kneipenturnier Reizen, stechen, Gegner taxieren

Spannung wie ein Detektivroman– und das beim Kartenspiel. Der Bridgeclub in Rinteln hatte am Sonntag zu seinem ersten Kneipenpaarturnier geladen – und das mit Erfolg. 48 Teilnehmer zog es in die verschiedensten Lokalitäten Rintelns, wo sie mit Begeisterung paarweise gegeneinander spielten.

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Die Sieger: Sabine Melcher (von links), Regina Barz, Regina Ewen, Christa Manig, Herren oben, Erwin Barz, Frank Bosselmann.Rechts hinten, Susanne Helmhold, Klaus Kersting.

Quelle: ama

Von Bettina Szrama

Rinteln. Das Bridge ist übrigens kein Glücksspiel, wie die Vorsitzende Ursula Helmhold versichert. Beim Bridge sind Zufall und Kartenglück ausgeschaltet. Alle Spieler verwenden die gleichen Karten, wobei es nicht auf das erreichte, sondern das zu den anderen Resultaten erzielte Ergebnis ankommt. Es gibt keine guten und keine schlechten Karten. Dafür stellt Bridge erhöhte Anforderungen an Konzentration und strategische Fähigkeiten. So war zu beobachten, dass die Spieler nach etwa 20 Minuten ihren Tisch einer neuen Spielergruppe überließen und das Spiel im nächsten Lokal am nächsten Bridgetisch weiterführten. Ständig betreut wurden sie dabei vom Veranstaltungsleiter Klaus Kerstin.

„Die Verbindung zwischen den einzelnen Lokalen wird über Funk gesichert“, erklärt das Bridge Urgestein Klaus Kerstin. „Alle Spieler besitzen kleine Computer an den Tischen, die mit dem Hauptcomputer im Ratskeller (eines von neun Lokalen) verbunden sind“, erklärt er fachgerecht. Vorstands- und Gründungsmitglied Christiane Bader fügt hinzu: „Viele unserer Spiele sind von außerhalb angereist, aus Minden, Hannover Hameln, Bückeburg und Gütersloh. Der Bridgeclub in Rinteln besteht seit dem Jahr 2000. Wir spielen regelmäßig donnerstags um 19 Uhr (Sommerzeit) und 19.30 Uhr (Winterzeit).“

Beim Bridge sitzt man einem Partner gegenüber und versucht in der ersten Phase des Spiels, durch Reizen herauszufinden, wie viele Stiche man mit dem gewählten Trumpf erzielen kann. In der zweiten Phase, bemüht man sich, die im Reizprozess versprochene Anzahl von Stichen zu bekommen. Kompliziert? Gar nicht. Denn hier kommt es außer auf logische Kombination auf die Psychologie an. Um erfolgreich zu spielen, ist das Taxieren des Gegners und seiner Handlungen unerlässlich. Man hat keinen sicheren Beweis für die „Kartenhaltung“ seiner Gegner. Die Karten sind verdeckt. Man kann sich nur anhand von Indizien ein Bild machen. Der Trick dabei: Man versucht, seinen Gegner psychologisch in die Irre zu führen. Gerade dieser Teilaspekt macht Bridge so unverwechselbar und lässt den einmal in den Bann Gezogenen nicht mehr los. Denn jeder Spieler kann seinen eigenen individuellen Stil entwickeln, der häufig Rückschlüsse auf den Charakter seines Gegenüber zulässt. Der Mutige neigt zum Risiko, der Logiker hält es mit mathematischen Wahrscheinlichkeiten, und der Vorsichtige vermeidet jedes Wagnis. Letztlich erfüllt jeder Spieler einmal jede Rolle.

Ursula Helmhold erklärte, das Bridge eine olympische Disziplin ist. Beim Kneipenpaarturnier in Rinteln gab es allerdings kein olympisches Gold, stattdessen erfreuten sich die Gewinnerpaare an dem gesponserten Preisgeld. Zusätzlich wurden für das Kartenspiel vom Marktkauf Rinteln zwölf Einkaufstaschen gespendet. Abschließend erklärt Helmhold: „Das Bridgespiel, auch Kartenspiel für vier Personen, bietet für alle Altersklassen neben der Geselligkeit vielerlei Entfaltungsmöglichkeiten. Jeder kann es erlernen. Deshalb heißen wir jeden Interessenten herzlich willkommen.“ Wer also glaubt, dass Bridge etwas für ihn ist, soll sich unter Telefon (05731) 1304 melden.

Gespielt und gezockt wurde von 11 Uhr bis zum frühen Abend. Die drei Siegerpaare, die gegen 18 Uhr beim geselligen Ausklang im Ratskeller ermittelt wurden, lauten: Platz eins mit 67,58 Prozent und 446,0 von 660,0 Punkten ging an Sabine Melcher-Frank Bosselmann. Rang zwei mit 62,58 Prozent mit 414,0 von 660,0 Punkten erreichte Regina Ewen-Christa Manig. Platz drei sicherte sich mit 58,48 Prozent und mit 386,0 von 660,0 Punkten an Regina Barz-ErwinBarz.

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