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Rentner fährt Schlangenlinien

Gericht: Geldstrafe in Höhe von 900 Euro Rentner fährt Schlangenlinien

Mit einer Geldstrafe von 900 Euro, dem Entzug der Fahrerlaubnis und einer Sperrfrist von noch drei Monaten hat Richter Christian Rost jetzt die Trunkenheitsfahrt eines Rentners geahndet.

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Symbolbild

Quelle: dpa

RINTELN. Der heute 82-Jährige hatte im November 2015 sein Auto alkoholisiert (0,65 Promille) von Eisbergen nach Rinteln gesteuert und war auf der etwa zwei Kilometer langen Strecke unter anderem durch mehrfaches Fahren von Schlangenlinien aufgefallen. Während Rost mit seinem Urteil im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwältin folgte, plädierte Verteidiger Thomas Grell auf Freispruch.

An einem Tag im November hielt sich der Angeklagte wie üblich bei seinen Tieren in Ostwestfalen auf und reparierte Zäune. Nach der Arbeit trank er nachmittags eine Flasche Bier und fuhr danach wie seit knapp 20 Jahren wieder nach Rinteln. An einer Tankstelle in Eisbergen besorgte sich der Senior einen Flachmann (0,2 Liter), trank ihn aus. Zur selben Zeit war auch ein Polizist privat in Eisbergen unterwegs und betankte sein Auto. Dabei nahm er den Rentner wahr und sah die Flasche in dessen Hand. Aufgrund des Ganges und des Erscheinungsbildes des Angeklagten wollte der Beamte den Mann ansprechen und folgte ihm.

Unauffällige Geschwindigkeit

Der Zeuge beobachtete dann ein risikoreiches Fahrverhalten des älteren Herrn, der viermal Schlangenlinien fuhr, über den rechten Seitenstreifen geriet und eine Kurve schnitt. Während der Angeklagte mit unauffälliger Geschwindigkeit unterwegs war, informierte der ihm weiter nachfahrende Polizist telefonisch seine Kollegen. Von sich aus hielt der Rentner dann im Rintelner Hafengebiet an und wartete auf das Eintreffen der Beamten. Diese nahmen Alkoholgeruch im Wagen wahr, lobten aber auch das kooperative Verhalten des Mannes.

„Ich war nicht betrunken“, beteuerte der 82-Jährige vor Gericht. Er bezeichnete es als einen Fehler, dass er vergessen hatte, seine Brille aufzusetzen. Außerdem hatte er den Eindruck, von dem hinter ihm herfahrenden Polizisten verfolgt zu werden. Ein medizinischer Sachverständiger sah in den „Schlangenlinien“ typische alkoholbedingte Ausfallerscheinungen. Dagegen hatte Rechtsanwalt Grell Zweifel, ob es sich hierbei überhaupt um alkoholbedingte Ausfallerscheinungen auf der schlecht ausgebauten Strecke handelte. Durch die nicht aufgesetzte Brille und das Gefühl, verfolgt zu werden, wäre auch eine nur unsichere Fahrweise möglich. „Ich hoffe nur, dass ich so schnell wie möglich meinen Führerschein wiederbekomme“, sagte der 82-Jährige.

Dies könnte allerdings schwierig werden: Er muss nach diesem Urteil mit einer MPU, dem sogenannten Idiotentest, rechnen. maf

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