Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Rhönräder drehen sich zu Rock’n’Roll

Rinteln Rhönräder drehen sich zu Rock’n’Roll

Thomas Gottschalk hätte seine wahre Freude gehabt. Der Altmeister der Disziplin „Programm überziehen“ lieferte offenbar die Steilvorlage für die Vereinigte Turnerschaft Rinteln. Satte 60 Minuten länger als geplant dauerte die Turnschau in der Kreissporthalle.

Voriger Artikel
Schlechtwetter ist kein Hinderungsgrund
Nächster Artikel
Eine CD – „Und plötzlich war ich Ricky King“

Immer eine Augenweide: Eine Rhönradturnerin der VTR, die das Gerät fast im Spagat bewegt.

Quelle: Tobias Landmann

Rinteln. Vor gut gefüllten Tribünenrängen führten die insgesamt 14 Abteilungen des VTR ein buntes und temporeiches Programm auf. Die kleinsten durften dabei als Erstes auf die Bühne. Zu der Musik von Pippi Langstrumpf kletterten, robbten und rutschten die Nachwuchsturner über einen großen Parcours von Turngeräten, Bänken und Barren. Sparkassenvorstand Günter Klußmeyer und Karl-Heinz Frühmark begrüßten die Gäste und bedankten sich für das ehrenamtliche Engagement der Helfer.

 Anfangs gab es in der VTR nur turnende Männer. Der 1848 gegründete Verein ließ erst im Jahr 1909 eine Frauenabteilung zu. „Heutzutage sind wir im Mitgliedsdurchschnitt älter, aber auch viel weiblicher geworden“, zog die stellvertretende Vorsitzende Christina Cordts Bilanz. Zusammen mit Volker Furchbrich führte Cordts in kurzen Zwischenmoderationen durch das Programm. So erfuhr man, dass Judo erstmals 1906 in Deutschland aufgeführt wurde, und zwar an Bord japanischer Kampfschiffe. Inzwischen wird die sanfte Kampfsportart in 150 Ländern der Erde trainiert.

 Die mit Anekdoten und interessanten Informationen aus der Geschichte der Sportarten gespickten Pausen nutzte das Orga-Team um Ulrich Damrose zum Umbau der Kulissen und Gerätschaften. Damrose freute sich auf so manche Überraschung: „Wir haben das nicht bis ins letzte Detail durchchoreografiert, jede Abteilung macht zwar ihr Programm, aber wir kennen nur die groben Eckdaten. Man darf also gespannt sein.“

 Das Durchhaltevermögen der Zuschauer sollte sich lohnen. Die spektakuläre Vorführung der Rhönräder mit passend im Sixties-Stil gekleideten Turnern zur Musik von Buddy Holly wurde mit tosendem Applaus begleitet. Auch die relativ neue Sportart „Parkour“, in der Hindernisse möglichst elegant übersprungen werden, brachte frischen Wind in die Veranstaltung. Dazu Furchbrich: „Wundern Sie sich nicht, wenn sie jemanden über die Sitzreihen springen sehen, und lassen Sie ihn durch – die Jungs bahnen sich ihren Weg auf jeden Fall.“ Einen Augenblick später hechteten zwei Parkour-Artisten mit elegantem Schwung über das Geländer in die Tiefe.

 Gegen so viel halsbrecherische Action möchte man sich unter „Seilspringen“ fast meditativen Sport vorstellen. Aber auch die neudeutsch „Rope Skipping“ genannte Disziplin begeisterte mit kunstvoll einstudierten Formationen mit mehreren Seilen und tempogeladenen Sprüngen.

 Dass die VTR nicht alle gut gemeinten Empfehlungen befolgt hat, resümiert Cordts zwischen den männlichen Kunstturnern und den Frauen vom Step Aerobic: „1868 wurde der Dachverband Deutsche Turnerschaft Weimar gegründet. Man legte dem VTR nahe, doch Wehrübungen, Exerzieren und Schießen ins Programm aufzunehmen. Stellen Sie sich mal vor, wie unsere Turnschau heute wohl aussehen würde!“ Die nächste Turnschau steht erst im Jahr 2014 an. Für 2013 ist ein Tag der offenen Tür geplant.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr