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Denkmalschützer reichen Beschwerde ein

Rinteln Denkmalschützer reichen Beschwerde ein

Während sich der Bauherr Kay Steding und das städtische Bauamt über die Zukunft der Krankenhäger Straße 25 weiter in Schweigen hüllen, meldet sich jetzt der Arbeitskreis Denkmalschutz zu Wort. Der sieht in dem geplanten Abbruch des Hauses mit der Nummer 25 einen Verstoß gegen die Erhaltungssatzung „Altstadt Rinteln“.

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Die Rintelner Denkmalschützer wollen so viel historische Bausubstanz wie möglich erhalten.

Quelle: pk

Rinteln. Bauherr Steding möchte zwar, wie berichtet, auf seinem Grundstück in der Krankenhäger Straße 25 bauen. Für den bislang nicht näher definierten Neubau muss jedoch das bestehende Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert weichen. Dies ist dem Arbeitskreis Denkmalschutz ein Dorn im Auge.

Im Innenbereich des Hauses haben die vermeintlichen Abbrucharbeiten bereits begonnen. Daraus folgert Alexander Lattermann, der zweite Vorsitzende des Arbeitskreises Denkmalschutz, in einem der Redaktion vorliegenden Beschwerdebrief an Bürgermeister Thomas Priemer, dass die Abrissgenehmigung bereits vom Bauamt erteilt worden ist.

Lattermann erinnert in seinem Schreiben an einen Beschluss des Rats der Stadt Rinteln aus dem Jahr 2005. Damals hatte der Rat die sogenannte Erhaltungssatzung „Altstadt Rinteln“ beschlossen. „Demnach ist der Abriss eines Gebäudes in dem Geltungsbereich der Satzung zu versagen, wenn die bauliche Anlage allein oder im Zusammenhang mit anderen baulichen Anlagen das Ortsbild, die Stadtgestalt oder das Landschaftsbild prägt“, führt Lattermann aus.

Was in der Satzung allerdings nicht steht: Anhand welcher Kriterien entschieden wird, ob ein Gebäude das Stadtbild prägt oder eben nicht prägt. Sind Abrisse demnach am Ende doch bloß reine Ermessenssache? Und dieses Ermessen liegt dann beim Bauamt der Stadt?

Ohne sich konkret auf das Fachwerkhaus in der Krankenhäger Straße 25 zu beziehen, das im Übrigen nicht unter Denkmalschutz steht, schreibt Lattermann weiter, dass „kein Zweifel“ darüber bestehe, „dass das Ortsbild der Altstadt durch Fachwerkhäuser geprägt ist“ und die Abrissgenehmigung damit gegen die Satzung verstoße.

Arbeitskreis mokiert weitere Verstöße

In der jüngeren Vergangenheit sei zudem in zwei weiteren Fällen gegen die Satzung der Stadt Rinteln verstoßen worden. Hierzu nennt Lattermann die Abrisse der jeweiligen Fachwerkhäuser in der Krankenhäger Straße 24 und in der Ritterstraße 2. „Die Vorgaben (…) wurden missachtet“, schließt der zweite Vorsitzende und fordert, die Beschwerde des Arbeitskreises gemäß der Niedersächsischen Gemeindeordnung dem Rat „zur Erledigung vorzulegen“.

Unterzeichnet ist der Beschwerdebrief von Lattermann und den Arbeitskreis-Vorstandsmitgliedern Friedrike Kästing (Schriftführerin), Uwe Ruszkowski (Pressesprecher) und Jürgen Sieve (Schatzmeister). Bezeichnend: Es fehlt die Signatur des Vorsitzenden Matthias Wehrung. Der ist bekanntlich ein Parteifreund Kay Steding, der für die CDU im Rat der Stadt Rinteln sitzt.

Wehrung hatte in unserem letzten Bericht zur Sache durchblicken lassen, dass das Bauamt Steding die Auflage erteilt habe, einen Teil seines geplanten Neubaus mit einer Fachwerkfassade zu versehen. Somit könnte sich der Neubau – und damit der Erhaltungssatzung entsprechend – am Ende doch in das bestehende Stadtbild einfügen.

In einer Pressemitteilung zur Sache schreibt Sprecher Uwe Ruszkowski, dass der Arbeitskreis es „sehr begrüßen“ würde, wenn die „bereits signalisierte“ Gesprächsbereitschaft von der Verwaltung „endlich zu dem zugesagten konkreten Fakten- und Meinungsaustausch“ führen würde. Bei der Entwicklung der Altstadt dürften Abrisspläne und Neubauvorhaben nämlich „nicht allein Sache von Verwaltung und Investor sein“.

Deshalb schlägt der Arbeitskreis die Einrichtung eines Runden Tisches zur Altstadtentwicklung vor. Gemeinsam mit Historikern, Tourismusexperten, Handels- und Gewerbevertretern, Stadtentwicklern und eben dem Denkmalschutz müsse ein Konzept für die Zukunft entwickelt werden – mit der Erhaltungssatzung als Grundlage.

Eine Stellungnahme war bis Redaktionsschluss jedoch weder von der Stadt Rinteln noch von Bauherr Steding zu bekommen. Die Stadt begründete dies damit, dass die Beschwerde des Arbeitskreises erst im Laufe der Woche bearbeitet werde, Bauherr Steding ließ ausrichten, dass er sich zu dem noch laufenden Verfahren nicht äußern wolle. pk

 

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