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Rinteln: Skater wollen Park mitgestalten

Alte Anlage abgebaut Rinteln: Skater wollen Park mitgestalten

Man sieht sie seit einiger Zeit wieder deutlich häufiger: die Skateboardfahrer. Eine neue Generation scheint herangewachsen zu sein, die ihr Herz an die urbane Sportart verloren hat.

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Phillip Brandt (links) und Jonathan Maher weichen seit dem Abbau von „Quarterpipe“ und „Bank“ im Skate-Park häufiger auf andere Plätze – wie hier am Brückentor – aus.

Quelle: pk

Rinteln. Mit dem professionellen Skate-Park am Ernestinum, den der ehemalige Rintelner und heutige Wahl-Berliner Sebastian Denz, selbst Skater, 1997 initiierte (wir berichteten), waren dafür die perfekten Voraussetzungen geschaffen. Ein gutes Beispiel für fruchtbare Jugendarbeit. Doch als die Rintelner Skater vor etwa einem Monat wie so oft zum Skate-Park fuhren, wurden sie böse überrascht. Gleich zwei Elemente waren plötzlich nicht mehr da – die „Quarterpipe“ und die „Bank“ waren abgebaut worden. Was war geschehen?

 Das fragten sich auch die Skater. Einer von ihnen, Lars Wöllecke, ergriff daraufhin die Initiative und schrieb eine E-Mail an Bürgermeister Thomas Priemer. Darin äußerte Wöllecke den Wunsch nach Ersatz – aber auch seinen Unmut darüber, dass er und seine skatenden Kollegen von der Stadt gar nicht in die Planungen der Verwaltung mit eingebunden worden waren, schließlich seien sie doch die Nutzer des Skateparks.

 Priemer ließ mit seiner Antwort nicht lange auf sich warten. Drei Tage später schrieb er an Wöllecke: „Natürlich habe ich ein großes Interesse daran, dass der Skater-Standort in Rinteln erhalten bleibt. Insofern erkläre ich hiermit auch ausdrücklich, dass es gelingen muss, die Skateranlage wieder zu ertüchtigen.“

 Aber wieso waren Bank und Quarterpipe überhaupt abgebaut worden? „Aus verkehrsversicherungspflichtigen Gründen konnte ich die Nutzung der beiden Elemente nicht mehr verantworten“, teilte Priemer gestern auf Anfrage mit. Deshalb seien die Elemente umgehend abgebaut worden, anstatt sie bloß mit Flatterbanden abzusperren, die sowieso niemanden davon abhalten könnten, die Bahnen dennoch zu benutzen. Dass die Elemente gerade im Herbst abgebaut wurden, sei darauf zurückzuführen, dass der Skate-Park im Winter naturgemäß weniger genutzt werde.

 Dass Wöllecke & Co. um Teilhabe bitten, findet Priemer richtig gut. „Wir sind doch auf das Know-how der Jugendlichen angewiesen, deshalb begrüße ich es sehr, dass sie sich aktiv mit einsetzen wollen“, sagt der Bürgermeister. In der Konsequenz ist aktuell ein Termin für Mitte Dezember zum Gedankenaustausch anberaumt. Kostenmäßig geht Priemer von einer Summe im niedrigen fünfstelligen Bereich aus, die auf die Stadt zukommen wird. Vor vier Jahren wurde der Park unter Einbeziehung von Sebastian Denz für 50000 Euro neu gestaltet. Priemer hofft nun, dass der Park schon im Frühjahr wieder voll nutzbar sein wird.

 Phillip Brandt (18) aus Eisbergen und Jonathan Maher (15) aus Rinteln freuen sich über diese Neuigkeiten. Seitdem Quarterpipe und Bank nicht mehr da sind, lassen sich bestimmte Tricks nicht mehr machen. Und die anderen Bahnen würden häufiger von den Jüngeren genutzt. Also weichen die beiden und ihre rund 20 Skater-Kumpane im Alter von 14 bis 25 Jahren auf andere Plätze aus, auf die Treppen am Jibi-Markt oder das Parkhaus Am Pferdemarkt. Aus Letzterem würden sie auch schon mal geschmissen, sogar die Polizei sei ihretwegen schon mal da gewesen.

 „Aber man darf auch nicht vergessen, dass Street-Skateboarding auch einfach dazugehört“, betont Brandt. Sie seien auch schon zuvor auf der Straße gefahren. „Aber vielleicht können wir ja von der Neugestaltung jetzt auch profitieren“, meint Maher, der sogar noch Luft nach oben sieht. „Hinter dem Skate-Park gibt es noch eine freie Schotterfläche“, sagt er. „Vielleicht lässt sich daraus ja auch noch was für den Park machen.“

pk

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