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Rinteln schließt Neubau nicht aus

Kita-Diskussion in der Weserstadt Rinteln schließt Neubau nicht aus

Die Frage, ob Deckbergen eine neue Kindertagesstätte (Kita) braucht, wird konkreter. Ausschlaggebend bei der Entscheidungsfindung, der sich am kommenden Dienstag der Ausschuss für Soziales, Jugend, Frauen und Integration stellen muss, sind zwei Aspekte: Besteht ein entsprechender Bedarf, der einen Neubau rechtfertigt? Und wenn ja, wie lässt sich dieser finanzieren?

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In dem alten Fachwerkhaus, in dem sich die Kindertagesstätte befindet, würde sich eine Ganztagsbetreuung räumlich nicht umsetzen lassen.

Quelle: Fotos: tol

Deckbergen. Im Zuge der jüngsten statistischen Erhebung über die Kinderzahlen in Rinteln zur Bedarfsplanung in den Kindertagesstätten ist die Stadtverwaltung in Bezug auf Deckbergen zu folgendem Ergebnis gekommen: Es bestehe sowohl ein Bedarf an einer Ausweitung der Betreuungszeiten zum Ganztagsbetrieb als auch an 15 ganztägigen Krippenplätzen.

Untermauert worden sei der Bedarf dadurch, dass aus der Elternschaft heraus häufig der Wunsch nach einer Ganztagsbetreuung geäußert werde. Überdies hätten sich bereits viele Eltern gegen die Kita Deckbergen entschieden, eben weil es keine Ganztagsbetreuung gibt.

Aber: Da nicht alle Eltern von Kindern unter drei Jahren einen Krippenplatz in Anspruch nehmen, zudem nicht davon ausgegangen werden kann, dass alle Deckberger Eltern ihre Kinder in eine Krippe im Ort geben, und außerdem der Zu- und Wegzug von Familien berücksichtigt werden muss, sei der jetzt festgestellte Bedarf allenfalls eine Momentaufnahme.

Deshalb stellt die Verwaltung zwei Lösungsvorschläge zur Debatte. Bei „Variante 1“ wird die Kita saniert, das Betreuungsangebot jedoch nicht ausgebaut. Die zwei altersübergreifenden Gruppen mit 46 Plätzen und einer Betreuungszeit bis 14 Uhr blieben erhalten.

Die Stadt hält diese Lösung indes nicht für sinnvoll. Schließlich sei der Bedarf an einem größeren Angebot da. Zudem müssten bei Erhalt des bestehenden Angebots kurzfristig Mängel behoben werden, die mit Kosten von 100.00 bis 150.00 Euro verbunden wären. Ungleich höhere Aufwendungen entstünden durch die langfristig notwendigen Neuerungen wie Heizungsanlage, Sanierung und Dämmung des Dachgeschosses und so weiter. Dies schlüge einem Gutachten zufolge in der Stadtkasse mit etwa 350.000 Euro zu Buche.

Rinteln soll mit Kirchenkreis kooperieren

„Variante 2“ sieht einen Neubau mit erweitertem Angebot vor. Eine Krippengruppe mit 15 Plätzen für Kinder von einem bis drei Jahren und zwei Kindergartengruppen mit 50 Plätzen für Kinder von drei bis sechs Jahren würden eingeführt. Die Stadt prüfe bereits „verschiedene Möglichkeiten dieses Vorhabens, unter anderem den Neubau“. Die Finanzierung solle in Kooperation von Stadt und dem Träger der Kita, dem Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg, erfolgen.

„Die Kirchengemeinde wäre bereit, das Kita-Gebäude mit Grund und Boden zu verkaufen und den Erlös in den Erwerb eines neuen Grundstückes in Deckbergen einfließen zu lassen, auf dem die Stadt bauen könnte“, sagte Andreas Kühne-Glaser, der Superintendent des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg. Er sehe in einem Neubau „die einzige Lösung“.

Über die Kosten schweigt sich die Beschlussvorlage aus. Bürgermeister Thomas Priemer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Harm Schütte, Geschäftsführer des Kindertagesstättenverbandes Grafschaft Schaumburg, kalkuliert mit Kosten von mehr als einer Million Euro. Allerdings könne die Stadt dabei auf Förderung durch das Land hoffen. Demnach erhält jeder Krippenplatz, der bis Ende 2017 geschaffen wird, eine Zuwendung von jeweils 12000 Euro. pk

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