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Rinteln zu unsicher für Radfahrer?

Felgenfest Rinteln zu unsicher für Radfahrer?

Pünktlich zum Felgenfest am Sonnabend steht bei der Stadtverwaltung die Frage im Raum, wie es in Rinteln eigentlich um die Sicherheit für Radfahrer bestellt ist.

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Ob dieser Autofahrer, der gerade in der Ausfahrt der Firma Lohse in der Seetorstraße steht, den Radfahrer kommen sah?

Quelle: Tobias Landmann

Rinteln. Gestellt hat sie die Stadtratsfraktion der Grünen. Und liefert die Antwort gleich mit: schlecht. Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Christoph Ochs macht ein „extremes Unfallrisiko“ für Radfahrer aus und fordert für die nächste Sitzung des Rats der Stadt die Behebung gleich mehrerer Mängel.

 Ochs verweist dabei auf ein Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts, wonach die Rechte der Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer gestärkt werden sollen. Das bedeutet: Die Radwegebenutzungspflicht, also das lange gültige Prinzip den Fahrradverkehr vom Kraftfahrzeugverkehr zu trennen, gilt als überholt. Dies zeigten immerwährende Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern, die sich kombinierte Rad-/Fußwege teilen, wie der Hamelner Markus Brockmann von der Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure in Niedersachsen (VSVI) im aktuellen Seminarprogramm der VSVI schreibt.

 Stattdessen werde das zügige Vorankommen von Radfahrern innerorts „am besten mit Radfahrstreifen, auch bei hoch belasteten Straßen“ gewährleistet.

 Diese Auffassung wird inzwischen auch vom Landkreis Schaumburg geteilt. Im März kam der Bauausschuss darin überein, dass kombinierte Rad-/Fußwege innerorts nicht mehr sinnvoll seien, und beschloss, die hiesigen Rad- und Rad-/Fußwege innerhalb der Ortschaften zu überprüfen. Die Rintelner Grünen wollen nun wissen, wie die Stadt Rinteln auf „den Beschluss des Landkreises Schaumburg reagieren will“.

 Ein besonderes Sicherheitsproblem besteht laut Ochs in der sogenannten linksseitigen Radwegebenutzungspflicht. Dabei handelt es sich meist um Zweirichtungsradwege, das heißt, dass Radfahrer einen Radweg in beiden Fahrtrichtungen befahren müssen.

 Das Befahren dieser Radwege ziehe für Radfahrer ein Unfallrisiko nach sich, das „um das Zwölffache erhöht ist“, so Ochs. „Wir können keinen Radfahrer zwingen, sich diesem extremen Unfallrisiko auszusetzen.“

 Die „Benutzungspflicht von linksseitigen Radwegen solle deshalb „sofort aufgehoben“ und „entsprechende Sicherungsmaßnahmen, wie Straßenmarkierungen für die Radfahrer, angefertigt werden“, teilt Ochs mit.

 Einen weiteren Gefahrenpunkt macht der Grünenpolitiker an der Seetorstraße aus, wo der Radweg an der Einmündung des Dingelstedtwalls abrupt ende. Vor Ort sei die städtische Verkehrskommission bereits Zeuge geworden, wie sich von zehn Radfahrern an dieser Stelle nur einer ordnungsgemäß verhalten habe, also am Ende des Radweges auf der Straße weiterfuhr, während die übrigen ihren Weg entweder einfach auf dem Gehweg fortsetzten und damit eine Ordnungswidrigkeit begingen oder auf die Straße übersetzten, ohne auf den nachfolgenden Verkehr zu achten.

 Der Lösungsvorschlag der Grünen dazu lautet: Der Radweg muss noch vor der Einmündung des Dingelstedtwalls auf die Straße geleitet werden.

 Als unübersichtlich schätzen die Grünen den Seetorstraßenabschnitt zwischen der Einmündung Süd-Contrescarpe und der Firma Lohse ein. Deshalb fordern sie, dass in diesem Bereich Halteverbotszonen eingerichtet werden.

 Ferner solle die Stadtverwaltung zusätzliche Straßenmarkierungen vornehmen, um die Sicherheit für Radfahrer auf der Straße oder bei der Straßenüberquerung zu erhöhen.

 Darüber hinaus will die Grünenfraktion von Bürgermeister Thomas Priemer wissen, wie die Verwaltung das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bewertet und welche Konsequenzen sie daraus zieht, wie sich die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht auf zukünftige und aktuelle Verkehrsplanungen wie etwa beim Endausbau der Stükenstraße im Industriegebiet Süd auswirkt.

 „Gerade auch in Rinteln, wo an diesem Wochenende mit dem Felgenfest für die Stadt geworben wird und wo der Radtourismus eine so wichtige Rolle spielt, muss auch die Sicherheit der Radfahrer sehr ernst genommen werden“, so Ochs.pk

 Dieses Schild an der Detmolder Straße weist auf einen Zweirichtungsradweg hin. Die Radfahrer nehmen schon jetzt lieber die Straße.to

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