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Ein Ende in Widersprüchen

Rintelner Amtsgericht spricht 20-Jährigen frei Ein Ende in Widersprüchen

Nach widersprüchlichen Aussagen über eine Auseinandersetzung im Weserangerbad ist das Körperverletzungsverfahren gegen einen Auszubildenden (20) nun eingestellt worden.

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Rinteln. Dem jungen Mann wurde angelastet, einem anderen Badegast (40) an einem heißen Sommertag einen Faustschlag ins Gesicht verpasst zu haben. Dabei erlitt der Badegast eine leichte Verletzung am Auge. Letztlich konnte der Vorfall an zwei Prozesstagen nicht lückenlos aufgeklärt werden, weil die Beteiligten das Geschehen unterschiedlich schilderten.

 An einem Nachmittag im Juli 2015 war der Azubi mit mehreren Freunden im Rintelner Freibad. Die jungen Leute sprangen vom Turm, machten Saltos.

 Dann kam es zum Streit, weil die Kinder des später verletzten Badegastes nach dem Springen unter dem Turm herumschwammen. Dort gehörten sie zweifellos nicht hin. Der Angeklagte soll sich darüber aufgeregt haben: „Was schwimmen die ‚Pisser‘ immer unter dem Dreier durch?“ Nun schaltete sich der Vater der Kinder ein und schubste gemäß der Einlassung des Angeklagten und mehrerer Freunde den Azubi gegen die Treppe des Sprungturmes.

 Anschließend drückte er den 20-Jährigen am Hals. Um sich zu wehren, versetzte der 20-Jährige dem Badegast einen Faustschlag. Anders schilderte der Vater die Situation: Er wollte den Azubi an die Schulter fassen, um die Angelegenheit beim Bademeister zu klären. Er habe einen gezielten Schlag auf das Auge bekommen.

 Letztlich stellte Richter Christian Rost dieses Verfahren ein. Dabei erfolgte die Einstellung im Hinblick auf ein erst kürzlich gefälltes Urteil des Landgerichts Bückeburg. Dort saß der Azubi vor zwei Monaten ebenfalls wegen einer Auseinandersetzung auf der Anklagebank und wurde wegen zweifacher Körperverletzung zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit verdonnert. Nach Überzeugung der Berufungskammer hatte er im August 2014 zwei damals neun- und elfjährige Brüder am Doktorsee jeweils mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

 Auch jenes Verfahren war nicht ohne Widersprüche und benötigte insgesamt zwei Prozesse und vier Verhandlungstage (wir berichteten).

 Begründung für die jetzige Einstellung im Freibad-Prozess: Wäre es im Fall der Auseinandersetzung im Schwimmbad am Ende zu einer Verurteilung gekommen, so würde die Sanktion neben den 40 Arbeitsstunden des Landgerichts Bückeburg nicht weiter ins Gewicht fallen. maf

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