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Rintelner Kicker drohen bis zu 15 Jahre Haft

Bilder auf Datingportal für homosexuelle Männer hochgeladen Rintelner Kicker drohen bis zu 15 Jahre Haft

Nur kurz nach dem Bekanntwerden der Raubüberfallpläne unter anderem eines Messenkämper Jugendfußballers erschüttert der nächste Skandal Schaumburgs Kickerwelt: Gleich zwei Staatsanwaltschaften haben einen ehemaligen Spieler des SC Rinteln wegen gewerbsmäßiger Erpressung angeklagt. Dafür drohen im Höchstfall 15 Jahre Haft.

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Rinteln/Hannover. Der 28-jährige Rintelner S. soll Bilder von sich selbst und von Mannschaftskameraden in einem Datingportal für homosexuelle Männer hochgeladen haben. Fußballerkreisen zufolge stammten die Fotos aus einem WhatsApp-Chat der Mannschaft.
S. soll sich mit Männern getroffen und von ihnen Geld verlangt haben. Ansonsten, habe er ihnen gedroht, würde er sie verraten: Das Datingportal richtet sich dem Vernehmen nach explizit an nicht offen homosexuell lebende schwule Männer.

Über 100 000 Euro erpresst

Zweimal ist S. angezeigt worden. Einmal von einem Mann aus Hameln, der zuvor in mehreren Schritten insgesamt 118 000 Euro gezahlt haben will. Wegen dieses Falls hat die Staatsanwaltschaft Bückeburg Anklage erhoben.
Im anderen Fall stammt das Opfer aus Hannover. Wegen eines deutlich geringeren Betrages, aber wie in Bückeburg wegen gewerbsmäßiger Erpressung hat der dortige Staatsanwalt S. angeklagt. Verhandlung ist am 17. März vor dem Schöffengericht Burgwedel.

Kein Einzeltäter

Im Zuge der Ermittlungen sind offenbar auch zwei weitere SC-Spieler ins Visier der Fahnder geraten, einer davon S.’ Bruder K.. Ein Training des SC Rinteln wurde im vergangenen Jahr von der Polizei unterbrochen, die die Brüder festnahm. In Bückeburg ist K. mit angeklagt. Der Vorwurf lautet Geldwäsche.
In der Schaumburger Fußballszene heißt es, die Polizei habe bei einer Hausdurchsuchung einen fünfstelligen Betrag in K.s Zimmer gefunden. Der 29-Jährige soll erklärt haben, das Geld für seinen Bruder wegen dessen Spielsucht aufzubewahren.
Einen dritten Spieler hatte die Polizei in die Landeshauptstadt vorgeladen. Das Opfer aus Hannover hatte im Datingportal auf das Bild des Rintelners R. reagiert. S. soll dem Mann aus Hannover gesagt haben, er erpresse ihn nur, weil er selbst wiederum von R. erpresst werde. Der Verdacht gegen R. bestätigte sich aber nicht, die Ermittlungen wurden eingestellt.
Wie oft und mit welchen Bildern seiner Teamkameraden S. noch zugeschlagen hat, bleibt offen. Beobachter gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Ein Mitglied des SC Rinteln sagt über S.: „Für Sparsamkeit war er nicht gerade bekannt.“ Andere Spieler seien stets erstaunt gewesen über seine teure Kleidung, wo S. doch arbeitslos war. Außerdem soll er hohe Summen in Sportwetten gesteckt haben.
„Als langjähriger Vorsitzender bin ich einfach nur enttäuscht“, sagt SC-Rinteln-Chef Heinz Kraschewski. S. habe wegen Knieproblemen schon länger nur noch sporadisch auf dem Platz gestanden. Inzwischen kämen beide Brüder nicht mehr zum Training, was „fußballerisch ein Verlust“ sei. K. ist zu einem Nachbarverein gewechselt.

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