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Rintelner Notunterkunft soll im Oktober schließen

Befristete Verträge laufen aus Rintelner Notunterkunft soll im Oktober schließen

Mitte Oktober ist Schluss für die vom DRK betriebene Flüchtlingsnotunterkunft in der ehemaligen Prince Rupert School am Wilhelm-Busch-Weg in Rinteln. Es sei denn, die Lage verschärft sich erneut.

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Quelle: tol

Rinteln.  „Die Situation ist schwer einzuschätzen“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Hoffmann. „Italien erlebt ständig Zulauf neuer Flüchtlinge, und die Lage in der Türkei ist bekanntlich angespannt.“

 Gäbe es in Deutschland erneut eine dramatische Flüchtlingswelle, so stünde das DRK Schaumburg bereit, die Arbeit in der Prince Rupert School fortzusetzen. Doch solange die Situation so bleibt, wie sie derzeit ist, läuft der Ein-Jahres-Vertrag zwischen der Landesaufnahmebehörde und dem Schaumburger DRK im Oktober aus.

 Das hat Konsequenzen für die derzeit noch 25 hauptamtlichen Mitarbeiter, einige von ihnen in Teilzeitjobs, die zur Betreuung von aktuell 69 Flüchtlingen da sind. Für diejenigen, die befristete Verträge mit dem DRK haben, endet die Arbeit dann. Hoffmann gibt auf Anfrage unumwunden zu: „Wir sind ein Hilfeleister, und Hilfe leisten können wir nur, wenn es Hilfesuchende gibt.“

 Positiv an der entspannteren Situation sei, dass „wir jetzt Überstunden abbauen und Urlaub geben können“.

 Wie schwierig die Situation für die hauptamtlichen Mitarbeiter derzeit ist, macht auch Eckhard Ilsemann, Leiter der DRK-Flüchtlingshilfe Schaumburg, deutlich, wenn er – zur Prince Rupert School befragt – lediglich auf die Pressestelle des niedersächsischen Innenministeriums verweisen kann. Aus Hannover nämlich, das bestätigt Hoffmann, ist die Anweisung gekommen, gegenüber der Presse keine direkten Auskünfte mehr zu geben. Schaumburgs DRK-Präsident Bernd Koller habe deswegen beim Ministerium bereits heftige Bedenken geäußert.

 

 Geschäftsführer Hoffmann setzt sich über den Maulkorberlass hinweg. „Wir haben die besondere Situation bei der Flüchtlingshilfe sehr gut gemeistert“, sagt er und hebt die große Hilfsbereitschaft jener ehrenamtlichen Helfer hervor, die „bis an ihre Grenzen gegangen sind“. Laut Hoffmann engagieren sich zurzeit noch rund 20 Menschen ehrenamtlich in der Prince Rupert School. „In der Spitze waren es mehr als 40.“ Etliche von ihnen seien schon lange dabei, etwa bei Deutschkursen sowie bei der Beschäftigung mit Kunst oder Sport.

 

 Wie viele der Flüchtlinge aus der Prince Rupert School konnten denn zumindest in der Nähe bleiben? „Ein Drittel von Tausend“, so Hoffmann, „konnte im Schaumburger Land bleiben, geschätzte 150 davon in Rinteln.“ Auch dank des Einsatzes der Stadtverwaltung sei es „im Kampf mit der Landesaufnahmebehörde“ gelungen, auch Menschen mit Qualifikation, unter ihnen Ärzte und Apotheker, sowie Familien dazubehalten.

 Zu einer Herausforderung für die DRK-Küche ist der Fastenmonat Ramadan geworden, der am 6. Juni begonnen hat. „Warmes Essen gibt es für gläubige Moslems erst nach Sonnenuntergang, gegen 21.30 Uhr.“ Man verteile derzeit mehr Lunchpakete. Zudem sei die Frage, ob man alles selbst frisch kocht oder dazu kauft.

 Bis Ende September rechnet er mit monatlich noch 100 bis 200 neuen Flüchtlingen, die die Landesaufnahmebehörde nach Rinteln schickt. Und obwohl Bürgermeister Thomas Priemer bereits zugesagt habe, dass die Prince Rupert School noch ein bis zwei Jahre lang zur weiteren Benutzung zur Verfügung stehen würde, wird wohl Mitte Oktober definitiv Schluss sein. jan

Vernetzt

Das gemeinnützige Internetportal HelpTo.de hat es sich zum Ziel gesetzt, Helfer und Hilfesuchende im Bereich der Flüchtlingsarbeit auf lokaler Ebene miteinander zu verbinden. Ab sofort ist auch der Landkreis Schaumburg dort vertreten, um private Ehrenamtliche, Initiativen, Unternehmen und Kommunen mit Flüchtlingen und Bedürftigen zu vernetzen. Die Nutzer können ihre Angebote und Gesuche einstellen. Die Seite bietet zudem die Möglichkeit, sich über Projekte und Ideen auszutauschen.

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