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Rintelner Wasser überzeugt

„Undercover-Agent“ von Stiftung Warentest mit Rucksack im Rathaus Rintelner Wasser überzeugt

Die Stiftung Warentest hat nicht nur die Produkte von 22 Mineralwasserbrunnen von Hamburg bis München bewertet, darunter das „Extaler“ von WeserGold (wir berichteten), sondern auch das Trinkwasser in 28 Städten getestet, auch in Rinteln. Das ganz normale Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt.

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Rintelns Trinkwasser wird nur noch von acht Mineralwassern übertroffen. Das gefällt sogar den Rosen im heimischen Garten.

Quelle: jan

RINTELN. Genauer gesagt, aus dem Wasserhahn im Rathaus. Wie die Stiftung Warentest verriet, kam ein Umweltgeologe während der Öffnungszeiten ins Rathaus, ließ das Wasser in einem Sanitärraum einige Minuten laufen, füllte zehn Flaschen, steckte sie in seinen Rucksack, dann in Kühlboxen in seinem Auto. Nicht aufzufallen, sei da eine Herausforderung gewesen, berichtete der Umweltgeologe.

Positiv: Das Wasser in Rinteln, stellten die Tester fest, ist reich an Mineralstoffen. Es ist unter dieser Prämisse sogar das beste Wasser im Test, wird nur noch von acht Mineralwässern übertroffen. Wäre es Mineralwasser, würde man von einem mittleren Mineralstoffgehalt sprechen, schreiben die Tester. So ein gutes Ergebnis erreichen nur sieben der 28 Städte.

In 21 Wassern haben die Tester „oberirdische Verunreinigungen“ ermittelt, darunter auch in Rinteln: In der Weserstadt waren es neun Stoffe. Die Konzentration liege aber im „unkritischen Bereich“.

„Nicht relevante Metabolite“ gefunden

Die Tester nennen konkret Korrosionsschutzmittel wie es in Frostschutz und in Bremsflüssigkeit verwendet wird, dann Pflanzenschutzmittel und Süßstoffe. Gefunden hat man auch deren Abbauprodukte, im Fachjargon „nicht relevante Metabolite“. Diese gelten als ungiftig für Mensch und Umwelt. Man findet sie vor allem im Trinkwasser von Städten mit viel Landwirtschaft drum herum. Das passt auch auf Rinteln.

Wie dieses Ergebnis genau zu verstehen ist, erläuterte Thomas Sewald, technischer Leiter der Stadtwerke Rinteln. Neue Hightech-Geräte könnten milliardstel Gramm messen. Viele Ergebnisse liegen unter 0,1 Mikrogramm, das ist nicht mal ein millionstel Gramm je Liter. Man habe sie nur deshalb überhaupt nachweisen können, weil es die Mess- und Labortechnik heute möglich macht. Es sind im Grunde Werte „unter der Nachweisgrenze“.

Hobbygärtner und Verbraucher verunreinigen das Wasser

Zudem: Die Stoffe, die heute im Wasser nachweisbar sind, sind vor zehn bis 20 Jahren in den Boden gekommen. Auch sei es heute nicht mehr die Landwirtschaft, die das Trinkwasser belaste, denn die werde kontrolliert, Trinkwasserschutzgebiete werden ausgewiesen, Kooperationen mit Landwirten wie in Rinteln vereinbart.

Es seien oft Hobbygärtner und ganz allgemein die Verbraucher, die ihre Erdbeeren mit Pestiziden behandeln, den Hof mit Hochdruck und Reinigungsmitteln sauber machen. Abwasser, das direkt in den Boden geht. Auch die Regenversickerung, die man aus ökologischen Gründen heute bei Neubaugebieten in den Bebauungsplan schreibe, habe da zwei Seiten, denn was versickert, geht meist direkt in den Vorfluter.

Bei zwei anderen Problemstoffen gab es Entwarnung: In keinem der untersuchten Wasser ist das Pflanzenschutzmittel Glyphosat entdeckt worden. Und in keiner Probe lag der Nitratanteil über dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter.

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