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Flüchtlinge gegen demographischen Wandel

Rinteln Flüchtlinge gegen demographischen Wandel

Die Weserstadt überaltert, das ist kein Geheimnis. Die Jungen ziehen weg, wollen in die Großstadt, wollen studieren, wollen die Welt sehen. Rintelns Bürgermeister Thomas Primär sind in den Flüchtlingen ein Mittel gegen den Demographischen Wandel.

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Diese Flüchtlinge wollen mit ihren Familien in Rinteln bleiben, unter ihnen – nach eigenen Angaben – Ärzte, Lehrer und Studenten sowie zwei ambitionierte Handballspieler.

Quelle: jak

Rinteln. Seit Monaten leben Hunderte Flüchtlinge in der Notunterkunft des Landes, in der Prince Rupert School (PRS). Im Gegensatz zu den Menschen in der Pestalozzi-Schule und in privaten Wohnungen werden sie dort vom Land Niedersachsen untergebracht und versorgt. Das ändert jedoch nichts daran, dass viele Flüchtlinge in der PRS Anschluss an die Rintelner Gesellschaft gefunden haben. Sie haben einheimische Freunde, ihre Kinder besuchen Rintelner Schulen, spielen in Rintelner Sportvereinen. Sie kennen sich aus in der Stadt, sie sind dort seit Monaten zu Hause. Viele von ihnen helfen dem Deutschen Roten Kreuz ehrenamtlich bei der Arbeit mit anderen Flüchtlingen, beim Übersetzen, bei Arztgängen und anderen Arbeiten.

Trotzdem sollen sie jetzt in andere Landkreise weiterverlegt werden. In Landkreise, in denen sie unter Umständen in Turnhallen übernachten müssen, denn nicht überall gibt es freie Wohnungen. Wo sie niemanden kennen, sich neu in die Gesellschaft integrieren müssen. Die Arbeit der vergangenen Monate wird zunichte gemacht. Eine Arbeit, die in Rinteln von zahlreichen Ehrenamtlichen mit großem Engagement ausgeübt wurde, um den Flüchtlingen den Eintritt in die Rintelner Gesellschaft zu ermöglichen.

„Wir brauchen diese Menschen"

„Es ist schlecht für die Integration, und es ist bürokratischer Irrsinn“, sagt Priemer. Er möchte, dass jene Flüchtlinge, die das ebenfalls wollen, auch in Rinteln bleiben dürfen. „Wir brauchen diese Menschen“, sagt er. Junge, intelligente Menschen, die arbeiten wollen, es aber noch nicht dürfen.

Seit Jahren sagen heimische Unternehmer, zu wenige junge, engagierte Menschen würden eine Ausbildung oder einen Beruf abseits der Großstadt ergreifen wollen. Auch über die schwierige Situation mit Landärzten ist in dieser Zeitung zahlreich berichtet worden.

Zwei junge Afghanen aus der PRS haben es bereits geschafft, sie wurden Rinteln zugewiesen und bekamen eine Wohnung. „Sie sind seit dem 7. September in der Notunterkunft, arbeiteten ehrenamtlich als Dolmetscher, lernen Deutsch, sind flexibel, zuverlässig und haben alle nötigen Softskills. Jetzt können sie direkt ehrenamtlich weitermachen“, beschreibt Sozialarbeiterin Ute Hornboste die beiden. „Die Stadt ist unglaublich kooperativ, und die Zusammenarbeit mit dem Landkreis funktioniert tadellos“, sagt sie. Auch die Zusammenarbeit mit der Landesaufnahmebehörde lobt sie. Sie hofft, dass noch viel mehr engagierte Flüchtlinge aus der Notunterkunft Rinteln zugewiesen werden.

Denn noch sind Kapazitäten frei. Derzeit leben knapp 300 Flüchtlinge nach dem Königsteiner Schlüssel in der Stadt und deren Ortsteilen. Um die derzeitige Quote von 1,5 Prozent zu erfüllen, müssen noch etwa 70 Menschen aufgenommen werden. Damit die wahrscheinlich zukünftige Quote von zwei Prozent realisiert wird, sind etwa 200 Menschen unterzubringen. Miete und Lebensunterhaltskosten für die zugewiesenen Menschen übernimmt bei dem Königsteiner Schlüssel der Landkreis, der die Kosten wiederum vom Land Niedersachsen ersetzt bekommt.

 Der Erste Kreisrat Klaus Heimann, sagt: „Ich habe der Landesaufnahmebehörde mitgeteilt, dass wir Menschen aus der PRS aufnehmen wollen. Für Rinteln wäre das eine gute Sache. Es würde dem Bedarf der Wirtschaft und den Erwartungen der Flüchtlinge entgegenkommen.“ Denn auch diese verstünden nicht, wieso sie nun weiterverlegt würden, wo sie sich doch so darum bemüht hätten, dort Anschluss zu finden. Vom Land habe man aber noch keine Freigabe erhalten. jak

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