Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Rückgang ist „reine Mathematik“

Einwohnerstatistik Rückgang ist „reine Mathematik“

Einige Einwohner mehr, mehr Frauen als Männer, mehr Kinder, aber schrumpfende Ortsteile: Auf diese Schlagworte lässt sich die demografische Entwicklung in Rinteln zusammenfassen. Die Stadt hat ihre aktuelle Einwohnerstatistik veröffentlicht.

Voriger Artikel
Über Facebooknach Betrügern fahnden?
Nächster Artikel
Mutter Natur isst mit

Momentan entwickelt sich die Einwohnerzahl der Weserstadt wieder leicht positiv

Quelle: Grafik: Stadt Rinteln

Rinteln. Mit Hauptwohnsitz wohnen derzeit 26155 Menschen in Rinteln, inklusive Nebenwohnsitz 27236. Das sind 81 Menschen mehr als noch im Jahr 2015 und 291 mehr als im Jahr 2014. Damit scheinen sich die Einwohnerzahlen von ihrem größten Tiefstand seit 1984 (das Jahr 2014 mit 26945 Einwohnern) zu erholen. Doch der Blick auf die zurückliegende Entwicklung (siehe Grafik) setzt diese Zahlen in Relation: Das Hoch lag im Jahr 1996 bei 29195 Einwohnern.

Im Vergleich zum Vorjahr gibt es immerhin mehr Kinder (55), allerdings einen Rückgang in der Gruppe der Vier- bis Sechsjährigen (-7). Insgesamt sind derzeit 2335 Kinder unter zehn Jahren in der Stadt gemeldet – 103 mehr Kinder im Vergleich zum Jahr 2014.

Positiv-Trend in Sicht?

Ist ein langzeitiger Positiv-Trend in Sicht? So würde das die Demografiebeauftragte Linda Mundhenke nicht unterschreiben: Der langfristige Trend zeige deutlich nach unten. Momentan sind die Kinder der Babyboomer im gebärfähigen Alter. Doch tendenziell bekommen sie weniger Kinder als die Generation vor ihnen, und die zahlenmäßig starken Babyboomer werden älter und älter.

„Wir werden noch ein paar positive Jahre haben“, sagt Mundhenke in Bezug auf diese natürliche Bevölkerungsentwicklung, doch das werde abnehmen: „Das ist reine Mathematik.“ Vor diesem Hintergrund könne sich die Einwohnerzahl einer Stadt nur durch einen Aspekt positiv entwickeln: Zuwanderung. So seien auch die aktuellen Zahlen von der Zuwanderung positiv beeinflusst, sagt Mundhenke. Stabil ist eine krisenbedingte Zuwanderung jedoch natürlich nicht: Im Jahr 2016 hat sich die Zahl des Zuzuges wieder der des Wegzugs angenähert.

Daher sei es im Interesse einer Stadt, die Zuwanderung stabil zu halten, „egal, ob aus Hannover oder dem Iran“. Außerdem müsse man auf entsprechende, sich wandelnde Bedürfnisse einer modernen Gesellschaft reagieren.

Knapp 16 Prozent machen die 25- bis 39-Jährigen aus

Die altersmäßig stärkste Gruppe in Rinteln ist die der 40- bis 64-Jährigen mit 37,3 Prozent (knapp 5000 Personen). Danach folgen die über 65-Jährigen mit mehr als 23 Prozent. Knapp 16 Prozent machen die 25- bis 39-Jährigen aus, knapp zwölf Prozent die unter 14-Jährigen und knapp zehn Prozent die 15- bis 24-Jährigen. Die prozentuale Verteilung der Gruppen hat sich im Vergleich zum Jahr 2015 nicht bedeutend verändert.

Es wohnen etwas mehr Frauen in der Stadt als Männer (13736 zu 13500). Das war im Jahr 2015 noch anders: Damals hatten Männer einen leicht höheren Anteil an der Einwohnerzahl (13452 im Vergleich zu 13703 Frauen). Acht Prozent der Einwohner haben keinen deutschen Pass, mit 2233 sind das etwas mehr als im Vorjahr (2183).

Wie haben sich die Bevölkerungszahlen in den vergangenen zehn Jahren in den einzelnen Ortsteilen verändert? Den größten Anteil an der Einwohnerzahl trägt natürlich die Kernstadt mit 47,2 Prozent. Gemeldet sind dort – gezählt werden der gemeldete Hauptwohnsitz sowie alle Nebenwohnsitze, Mehrfachzählung ist also möglich – aktuell 12877 Personen, 15 weniger als im Vorjahr. Die Innenstadt hat in den vergangenen zehn Jahren den stärksten Wegzug erlebt: 331 Personen weniger.

Gleich darauf folgt Steinbergen mit 218 Einwohnern weniger, Krankenhagen (-147), Todenmann (-127), Exten (-121) sowie Goldbeck mit 104 Personen weniger. Verlust mussten alle Ortsteile verzeichnen – nur Möllenbeck nicht, dort befindet sich die Einwohnerzahl auf gleichem Stand wie vor zehn Jahren. Der kleinste Ortsteil bleibt Kohlenstädt mit 42 Einwohnern (keine Veränderung zum Vorjahr), gefolgt von Friedrichswald mit 143 Einwohnern (-1). Der größte Ortsteil bleibt Krankenhagen mit 1939 Personen (20 mehr als 2015). r

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr