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Sammelunterkunft leert sich

Flüchtlinge im Landkreis Sammelunterkunft leert sich

Ab Januar 2017 werden in der Rintelner Flüchtlingsunterkunft am Kerschensteiner Weg offiziell keine Flüchtlinge mehr wohnen. Der Landkreis Schaumburg hat die zentrale Unterkunft von Flüchtlingen zurückgefahren. Sie sollen künftig dezentral untergebracht werden und nicht mehr in Sammelunterkünften.

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Derzeit wohnen noch 14 Flüchtlinge in der ehemaligen Schule am Kerschensteiner Weg. Ab kommender Woche werden auch sie auf Geheiß des Landkreises in einzelne Wohnungen umverteilt.

Quelle: mld

Rinteln. Diese mussten angesichts eines Schubs von Geflüchteten seit September letzten Jahres von den Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

Die Flüchtlingszahlen seien inzwischen im Landkreis deutlich zurückgegangen, erklärt Heidemarie Hanauske, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt, die für die Flüchtlingsunterkunft am Kerschen-steiner Weg zuständig ist. Daher würde man nun wieder zu einer dezentralen Unterbringung übergehen.

"Weitestgehend" in Rinteln halten

Das heißt: Die Flüchtlinge werden in Wohnungen untergebracht. Man versuche „weitestgehend“, sie in Rinteln zu halten, so Hanauske, da sie sich hier bereits eingelebt hätten, ihre Kinder hier zur Schule gingen und die Strukturen ihnen bekannt seien.

Das Gebäude selber wird sich jedoch nicht komplett leeren, sondern bleibt weiterhin eine Anlaufstelle für Flüchtlinge und Ehrenamtliche.

Zum einen wird Flüchtlings-Sozialarbeiterin Müzeyyen Küçük hier ein Büro behalten. Sie kümmert sich unter anderem um die Unterbringung von Flüchtlingen.

Außerdem bleibt ein Integrationsberater mit seinem Büro vor Ort, der die Flüchtlinge auf ihren weiteren Wegen unterstützt, sobald die erste Orientierungsphase abgeschlossen ist. Diese Stellen werden vom Land gefördert.

Bedarf in naher Zukunft unklar

Das Gebäude soll auch deshalb nicht ganz leer bleiben, da natürlich nicht vorauszusehen sei, ob in naher Zukunft wieder Bedarf für eine zentrale Unterkunft von Flüchtlingen besteht, so Hanauske. Daher habe der Landkreis beschlossen, sich diese Räume vorzuhalten.

„Das halte ich für mehr als sinnvoll“, sagt Hanauske. „Wir müssen einfach gucken, wie sich die Situation weltweit entwickelt.“

Derzeit befinden sich noch 14 Flüchtlinge in dem Gebäude, die laut Hanauske in der kommenden Woche in Wohnungen umziehen werden. Die meisten sind bereits umgezogen.

„Alle Flüchtlinge wollten gern in Rinteln bleiben“, sagt Müzeyyen Küçük, die die dezentrale Unterbringung in Rinteln verantwortet. Sie hat Wohnungen gesucht, viel mit Vermietern telefoniert – und dabei Positives und Negatives erlebt, erzählt sie.

Vorurteile bei Vermietern

Würden manche Vermieter das Wort „Flüchtling“ allein hören, hätten sie bereits Vorurteile. Andere hätten Wohnungen bereits an Flüchtlinge vermietet und wollten daher keine weiteren mehr aufnehmen. Alleinstehende Männer zu vermitteln, sei teilweise besonders schwierig.

Aber es habe auch viel positive Resonanz gegeben, so Küçük: Vermieter, die offen reagiert hätten, und die Flüchtlinge gern aufgenommen hätten, nachdem sie sie persönlich kennengelernt hätten.

Insgesamt befinden sich derzeit etwa 170 Flüchtlinge bei Küçük in der Beratung. Dies sind nicht nur Personen aus der Innenstadt, sondern auch aus den Ortsteilen wie Exten oder Engern. Mehr als 400 Flüchtlinge sind insgesamt derzeit dezentral in Rinteln untergebracht (s. Bericht „Integration ohne Kopf“).

Bereits im Sozialausschuss des Kreistages im Oktober hatte Kreisrat Klaus Heimann gesagt, dass das Prinzip der „dezentralen Unterbringung in Wohnungen“ angesichts zurückgehender Flüchtlingszahlen nun strikter angewandt werden solle.

Die Gemeinschaftsunterkünfte, also auch das Gebäude am Kerschensteiner Weg, wolle der Landkreis aber als „stille Reserve in der Hinterhand“ behalten. mld

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