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Schäden bei Autoverkauf verschwiegen

Urteil gegen Rentner aus Rinteln Schäden bei Autoverkauf verschwiegen

Knapp zwei Jahre nach dem Verkauf eines Gebrauchtwagens ist nun ein Rintelner (63) wegen Betruges zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt worden. Die Anklage hatte dem Rentner und auch seiner Tochter vorgeworfen, einen neun Jahre alten VW für 2650 Euro veräußert und dabei nur einen leichten Frontschaden angegeben zu haben. Tatsächlich hatte der Unfallwagen aber erhebliche Schäden an Front und Heck, was die Verkäuferseite verschwiegen haben soll.

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Rinteln. Ende 2014 wurde schon einmal gegen die beiden verhandelt. Damals nahm die Tochter ihren Einspruch gegen den ursprünglich erlassenen Strafbefehl zurück und akzeptierte damit eine Geldstrafe von 600 Euro wegen Betruges. Anders der 63-Jährige: Er nahm den Einspruch gegen den ihm zugestellten Strafbefehl (ebenfalls 600 Euro Geldstrafe) nicht zurück. So musste jetzt noch einmal gegen den Mann verhandelt und ein halbes Dutzend Zeugen gehört werden.

 „Sie wollten es genau wissen, jetzt wissen Sie es“, wandte sich Richter Christian Rost in seiner Urteilsbegründung an den Rentner. Mit der Entscheidung folgte er vollständig dem Antrag von Staatsanwalt Timo Goldmann, der ebenfalls von einem Totalschaden bei dem verkauften VW sprach. Dagegen hatte die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

 Der Fall: Im Sommer 2011 kaufte der Angeklagte den damals sieben Jahre alten VW, der nach einem Unfall diverse Schäden aufwies. Ein Gutachter kam nach dem Crash zu dem Ergebnis, dass der Wagen ein Totalschaden war und einen Restwert von 800 Euro hatte. Eigenen Angaben zufolge zahlte der Rentner für den VW 2500 Euro, ein Zeuge nannte aber eine deutlich niedrigere Summe, vermutlich 800 Euro. Der fachkundige Angeklagte erwarb dann für rund 1000 Euro Ersatzteile und schraubte tagelang an dem Auto herum. Der wiederhergestellte VW wurde dem TÜV vorgeführt, kam durch.

 Anschließend fuhr die Tochter des 63-Jährigen über ein Jahr mit dem Wagen, ehe sie im Sommer 2013 das Auto mit einem Kilometerstand von 117000 im Internet inserierte. Dabei wurde ein leichter Frontschaden angegeben, aber kein erheblicher. Von einem Heckschaden war gar nicht die Rede. Davon will der Rentner auch nichts gewusst haben.

 Auf die Anzeige meldete sich ein Mann aus dem Raum Uelzen. Er besichtigte am nächsten Tag bei strömendem Regen den VW, machte damit eine Probefahrt und steuerte das soeben gekaufte Auto nach Hause. Die Verkaufsverhandlungen soll hauptsächlich der Angeklagte geführt haben. Am nächsten Tag bekam der Käufer dann einen Schreck, als er den Zustand des Wagens sah. „Ich bin arglistig getäuscht worden“, äußerte der Zeuge vor Gericht. Offenbar kamen etliche Mängel zum Vorschein: So war unter anderem die Heckstoßstange verschoben, der Kofferraumdeckel schloss nicht richtig. Im Jahre 2014 verkaufte er für 1000 Euro den Wagen als Totalschaden weiter. maf

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