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„Schattenhaushalte bei uns nicht möglich“

Rinteln / Austritte „Schattenhaushalte bei uns nicht möglich“

Die großen Kirchen scheinen in Leid und Freud verbunden, werden in Teilen der Bevölkerung als „die Kirche“ wahrgenommen. „Ärgerlich ist es immer dann, wenn eine der beiden Kirchen durch Ereignisse auffällt, die den Menschen zu Recht missfallen und die dann als Konsequenz zu Kirchenaustritten führen.“

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Andreas Kühne-Glaser

Rinteln. Darauf hat gestern Superintendent Andreas Kühne-Glaser beim Kirchenkreistag der evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg hingewiesen. 70 Mitglieder verlor der Kirchenkreis im Oktober, fast doppelt so viele wie sonst pro Monat.

 Doch nicht alle davon sind Kirchenaustritte. Es ist die Gesamtzahl aller, die im Oktober im Kirchenkreis als verstorben, weggezogen und eben auch ausgetreten gemeldet wurden. Die Gemeinden können das im Einzelnen genauer bestimmen. In den vergangenen beiden Jahren hatte der Kirchenkreis jeweils rund 500 Mitglieder verloren.

 Das Fehlverhalten des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst und Berichte über intransparenten Umgang „der Kirche“ mit Geld beziehungsweise über die Finanzierung der Kirche durch den Staat hätten die Stimmung gegen die Kirche weiter verstärkt. Dabei bemühe sich „die Kirche“ beim Geld um Transparenz. Kühne-Glaser: „Auch wir legen in unseren Kirchengemeinden regelmäßig die Haushalte zur Einsicht für interessierte Gemeindemitglieder aus. Ich kann mich aus meiner Gemeindezeit aber nicht erinnern, dass das jemals jemand in Anspruch genommen hat.“

 Zu den Ausgaben erklärte der Superintendent: „Im Haushaltsjahr 2013 gibt die Landeskirche von 100 Euro 32 Euro Kirchensteuer für Pfarrbesoldung, 31 Euro für die Zuweisung an Kirchengemeinden und Kirchenkreise, sechs Euro für die Diakonie einschließlich Kindertagsstätten, sechs Euro für die Baupflege, 13 Euro für gesamtkirchliche Aufwendungen samt Mission, Kirchenmusik, Religionsunterricht, 13 Euro für Evangelische Schulen und Bildung, fünf Euro für zentrale Verwaltung und sieben Euro für allgemeine Finanzwirtschaft einschließlich Versicherungen und IT aus. Unsere Finanzen sind transparent.“ Das gelte auf allen Ebenen, ob in Kirchengemeinde, Kirchenkreis oder Landeskirche. „Haushalte werden von Gremien aufgestellt, durch Gremien beschlossen und öffentlich vorgelegt. Schattenhaushalte sind nicht möglich.“ Andererseits profitiere die evangelische Kirche aber auch von der Beliebtheit des neuen katholischen Papstes. dil

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