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Schließung nach fast 50 Jahren

Rintelner Krankenhaus Schließung nach fast 50 Jahren

Tausende Patienten sind im Rintelner Kreiskrankenhaus behandelt worden. Doch Wilhelm Jaschke kommt eine ganz besondere Rolle zu: Der 89-Jährige, der wegen eines Oberschenkelhalsbruchs in der Geriatrieabteilung lag, ist der letzte Patient des Krankenhauses gewesen.

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Das Kreiskrankenhaus in Rinteln hat seinen letzten Patient nach Bückeburg transportiert.

Quelle: RG

RINTELN. Gestern Vormittag wurde er, wie alle zehn verbliebenen Patienten, mit einem Krankentransport in das Krankenhaus Bethel transportiert. Im Zuge der Zusammenlegung der drei Schaumburger Krankenhäuser zum Klinikum in Vehlen macht das Rintelner Krankenhaus einen viermonatigen Zwischenstopp in Bückeburg.

Zuletzt waren noch zehn Ärzte und etwa 30 weitere Mitarbeiter am Kreiskrankenhaus beschäftigt. Von den 40 Betten waren nur noch zehn mit Patienten belegt.

Umsiedlung war eine Herausforderung

Seit 30 Jahren arbeitet Dr. Christoph Hunnius, Chefarzt der Inneren Abteilung, an der Virchow Straße. Der Veränderung sieht er positiv entgegen: „Das Personal, und teilweise auch die Patienten bleiben ja die gleichen“, meint er, „nur die Räumlichkeiten sind andere.“ Trotzdem war die Umsiedlung einer kompletten Klinik mit 40 Betten eine spezielle Herausforderung und für alle drei Chefärzte – neben Hunnius sind das Dr. Stephan Held und Dr. Peter Lüdemann – eine neue Erfahrung.

Wochenlange Vorbereitung, zahlreiche Konferenzen und Besprechungen waren notwendig, damit am gestrigen Tag alles wie am Schnürchen lief. „Wir waren schneller als gedacht“, sagt Held, „aber wir mussten natürlich viel Spielraum lassen.“ Am Vormittag wurden alle Patienten mit Krankentransportwagen nach Bückeburg gefahren.

Schon seit zwei Wochen habe man neue Patienten nur noch in Bückeburg aufgenommen. Bei den letzten zehn Patienten handelte es sich um Langzeitpatienten wie eben auch Wilhelm Jaschke. Er stürzte in der Tagespflege und zog sich dabei einen Oberschenkelhalsbruch zu. „Wir hoffen, dass er bald wieder zurück nach Hause kann“, erklärt Chefarzt Held.

Gebäude bleibt bis Ende des Jahres bestehen

Nach der Erstversorgung in Stadthagen wurde er in die Geriatrie nach Rinteln verlegt. „Ein, zwei Schritte kann Herr Jaschke bereits wieder gehen“, berichtet Held.

Ein emotionaler Tag ist der Abschied auch für Dr. May-Britt Heidrich. Sie verlässt nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern auch den Ort ihrer Geburt. Vor 43 Jahren erblickte sie in der damals noch existierenden Geburtenstation das Licht der Welt.

Übrigens: eigentlich existiert das Kreiskrankenhaus Rinteln weiter. Um einen Papierkrieg zu verhindern, bleibt das Krankenhaus Rinteln bis Ende des Jahres bestehen, gearbeitet wird allerdings ab heute ausschließlich am Standort Bückeburg. jak

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