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Schranken rund um die Altstadt?

Rinteln / Podiumsdiskussion Schranken rund um die Altstadt?

Eines der Hauptthemen der Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl wurde durch eine Frage aus dem Publikum ins Rollen gebracht. „Wen soll ich eigentlich verklagen, wenn mein Haus Risse bekommt?“, fragte ein Anlieger aus der Brennerstraße und beklagte sich gleichzeitig über die starke Verkehrsbelastung des Altstadtquartiers.

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Mit Pollern oder Schranken: Wenn es nach Willen von WGS, FDP und Grünen geht, wird in Zukunft auch die Altstadt für den Verkehr gesperrt. © tol

Rinteln (jaj). Da die Frage ursprünglich an Heinrich Sasse (WGS) gerichtet war, antwortete dieser zuerst und brachte dem Anwohner Verständnis entgegen. Die Verkehrssituation in der Altstadt sei nicht akzeptabel. Für ihn gebe es deshalb nur eine einzige Lösung und diese sei auch schon im Verkehrskonzept festgeschrieben: die Sperrung der Altstadt. „Ich glaube nicht, dass dadurch die Lebensfähigkeit der Innenstadt existenziell bedroht ist“, versicherte er.

Ursula Helmhold (Grüne) wunderte sich über diese Unterstützung, denn auch sie halte eine Sperrung für notwendig. „Wir haben genügend Parkplätze, von denen aus alle Geschäfte in kürzester Zeit zu Fuß erreichbar sind“, sagt sie. Man könne den Anwohnern die hohe Verkehrsbelastung nicht länger zumuten. „Immerhin haben wir für viel Geld die Umgehungsstraßen gebaut – dann sollen sie auch befahren werden.“ Sie wäre dafür, die Sperrung zunächst in einer Probe-Phase zu testen.

Für Veit Rauch (CDU) hingegen ist das Verkehrskonzept nicht „der Weisheit letzter Schluss“. „Ich halte eine Sperrung grundsätzlich für falsch“, sagt er. Für ihn seien Berliner Kissen die erste Option. „Diese dürften auf viele Autofahrer abschreckend wirken.“ Eine weitere Möglichkeit sei es, den Exter Weg stadtauswärts zu sperren. „Das wären auf einen Schlag 2000 bis 3000 Fahrzeuge pro Tag“, ist er sich sicher. Grundsätzlich beruhe das Verkehrskonzept auf einer Solidargemeinschaft und müsse daher auf vielen Schultern ruhen. „Und nicht nur auf dem Bereich Altstadt.“

Auch Astrid Teigeler-Tegtmeier (SPD) kann sich keine weitere Sperrung in der Stadt vorstellen. Grundsätzlich müsse der Verkehr gelenkt werden, aber Schranken und Poller seien nicht die Lösung. „Ein gewisser Durchfluss muss erhalten bleiben“, sagt sie.

Paul-Egon Mense (FDP) führte schließlich eine ganz andere Variante an: eine weitere Umgehungsstraße. Sie soll von der Weserstraße zunächst in Richtung des Alten Hafens und dann östlich Am Bären vorbei bis zur Ost-Contrescarpe führen. Parallel zu Letzterer läuft die Strecke dann weiter bis zur Seetorstraße. „Eine kleine Lösung wird auf Dauer nicht reichen“, ist er sich sicher. Auf Nachfrage versicherte er jedoch, dass er zunächst auch für eine Sperrung sei. „Wir müssen den Mut haben, etwas auszuprobieren.“

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