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Schüler ziehen lärmend durch die Nacht

Konsequenz: Direktor sagt Umzug ab Schüler ziehen lärmend durch die Nacht

Manche Schüler können das Ende ihrer Schulzeit wohl gar nicht erwarten. Etwa 75 bis 100 junge Leute, zum Teil Abgänger der Hildburgschule im Alter von 15 bis 16 Jahren, sind in der Nacht zu Sonntag lärmend durch die Rintelner Altstadt gezogen, haben Schaufenster und andere Objekte mit Rasierschaum besprüht.

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Bunt geschminkt und gut gelaunt, das ist die schöne Seite des Schulendes. Aber Müll an der Bushaltestelle, das finden auch diese Schülerinnen unangemessen und sorgen wenigstens ein bisschen für Ordnung.

Quelle: dil

Rinteln (dil). Als dies Montagmorgen der Schulleitung bekannt wurde, sagte Rektor Torsten Rudolf den mit der Polizei abgestimmten Umzug mit Musik ab. Der Abschlussjahrgang wurde zum Wegputzen der Rasierschaumreste in die Stadt geschickt, musste sich danach abschminken und regulär am Unterricht teilnehmen.

„Wir hatten mehrere Beschwerdeanrufe in der Nacht, mehrmals sind Streifenbesatzungen draußen gewesen und haben die Jugendlichen ermahnt, aber es hat wenig genützt“, teilt Daniela Kempa, Leiterin Einsatz- und Streifendienst der Rintelner Polizei, auf Anfrage mit. „Wir haben außerdem festgestellt, dass teilweise die Eltern die Jugendlichen sogar zu den nächtlichen Treffen gebracht haben.“ Anzeigen drohen den Jugendlichen offenbar nicht. Dazu hat auch beigetragen, dass Schulleiter Rudolf morgens nach der Absage des Umzugs den kompletten Jahrgang in die Stadt geschickt hat, um die Rasierschaumreste zu beseitigen. „Und danach haben wir Shampoo an alle verteilt, damit die sich in den Duschräumen der Sporthalle die Farbe und Schminke abwaschen konnten. Bis auf einige Farbreste saßen danach alle wie an normalen Tagen im Unterricht.“

Der Montag begann eigentlich wie fast immer am letzten Schultag der Abgangsklassen. Sie lauerten den Fünftklässlern an den Bussen am Kollegienplatz auf und bemalten sie im Gesicht mit Lippenstift. „Harmlos, wir geben danach Papiertücher zum Abwischen aus“, sagte Rudolf. Darüber hat sich auch niemand beschwert.

Eigentlich sollte dann ein Trecker mit Musik kommen, um die 99 Realschul- und 36 Hauptschulabsolventen durch die Fußgängerzone zu begleiten. Doch der Traktor wurde gleich wieder abbestellt.

„Es gab Enttäuschung, aber vor allem gegenüber denen, die den Ärger verursacht hatten“, sagte Rudolf. „Wir sind jetzt dabei, herauszufinden, wer beteiligt war. Und dann werden wir natürlich mit deren Eltern sprechen. Es waren aber wohl auch viele junge Leute, Partyvolk eben, dabei, die gar nicht oder nicht mehr zu unserer Schule gehören.“ Auswirkungen auf die Schulnoten dürfte die nächtliche Ruhestörung wohl auch nicht haben, außer jemand habe sich herausragend schlecht benommen, deutet Rudolf an.

Montagmittag ärgerte sich Bürgermeister Thomas Priemer über die Verschmutzung der Bushaltestelle: Plastikflaschen, Plastikmüll, Farbflecken, ein überquellender Mülleimer mit einer Trainingshose oben drauf. „Das ist nicht das erste Mal, da muss die Schule etwas machen, notfalls mit Aufsicht und einer Putztruppe“, sagte Priemer dieser Zeitung und versuchte schon, mit dem Handy den Schulleiter zu erreichen.

Zeugnisausgabe ist am Freitag, 10. Juli, ab 13.30 Uhr im Brückentorsaal. Bis dahin haben die Abgänger jetzt eigentlich auch keinen Unterricht mehr – Bowling, Ausflüge und andere leichte Kost füllen die letzten Tage.dil

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