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Schüsse treffen Mann am Kopf

Strafe ohne Bewährung Schüsse treffen Mann am Kopf

Nach mehreren nächtlichen Schüssen aus dem Fenster seiner Wohnung ist ein 21-jähriger Rintelner hart bestraft worden: Richter Christian Rost verurteilte den Arbeitslosen wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung.

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Quelle: Symbolfoto

Rinteln. Im Dezember 2013 hatte der Angeklagte mit einem Luftgewehr oder einer Softair-Waffe aus dem Fenster seiner in der oberen Etage gelegenen Wohnung geschossen und dabei einen Passanten am Kopf getroffen. Nur einem glücklichen Zufall war es zu verdanken, dass der 59-Jährige lediglich eine Platzwunde erlitt. Mit seinem Urteil ging der Vorsitzende Richter weit über die Anträge von Staatsanwältin Karin Dubben und Verteidiger Marco Vogt hinaus: Beide werteten die Tat nur als fahrlässige Körperverletzung und forderten 40 Stunden gemeinnützige Arbeit für den Schützen.

Mehrere Knallgeräusche

An einem Abend im Dezember 2013 besuchte ein Mann aus der Nähe von Bremen mit einigen Leuten den Rintelner Weihnachtsmarkt. Nach einem anschließenden Aufenthalt in einem Lokal ging die Gruppe kurz nach Mitternacht durch die Innenstadt. Die Gäste wollten zu einem Parkplatz und hörten dann mehrere Knallgeräusche. Zunächst dachten sie, die Geräusche seien von Jugendlichen gekommen, die vor ihnen durch die Stadt gingen. Tatsächlich schoss aber der Angeklagte mit einem Gewehr aus dem Fenster seiner Wohnung. Plötzlich verspürte das Opfer einen Schlag am Kopf und blutete. Gesehen wurde der Schütze aber nicht. „Es waren auf jeden Fall mehrere Schüsse“, berichtete eine Zeugin vor Gericht.

Schnell war die Polizei zur Stelle, um den mysteriösen Vorfall zu klären. Die Beamten fanden am Tatort zwei Projektile, kupferfarbene Kugeln. Grob wurde die Schussrichtung festgestellt, ehe spätere Recherchen ergaben, dass es zwei Monate zuvor einen ähnlichen Vorfall während der Herbstmesse gegeben hatte. Allerdings an einem anderen Ort.

Angeklagter hatte bewusst geschossen

Durch eine Einwohnerermittlung geriet der damals umgezogene Angeklagte ins Visier der Fahnder. „Es tut mir leid. Ich hatte nie vor, jemanden zu verletzen“, beteuerte der Rintelner in seinem Schlusswort. Er gab an, auf eine Straßenlampe gezielt zu haben, wobei ein Abpraller den Mann am Kopf getroffen haben müsste. Bei einem Ortstermin stellte sich heraus, dass die angeblich anvisierte Lampe nicht das Ziel sein konnte. Der 21-Jährige korrigierte daraufhin seine Aussage und nannte eine in der Nähe stehende Laterne als Ziel. Im Gegensatz zu Staatsanwaltschaft und Verteidigung stand für Rost fest, dass der Angeklagte bewusst auf eine Menschengruppe geschossen hatte.

Vorwurf der Bedrohung wird fallen gelassen

Vom weiteren Vorwurf der Bedrohung wurde der 21-Jährige dagegen freigesprochen. Als seine Freundin im September 2014 aus der Wohnung auszog, soll er einem Umzugshelfer eine Schreckschusspistole vor den Kopf und die Brust gehalten haben. Dies behaupteten mehrere Zeugen gegenüber der Polizei. Vor Gericht distanzierten sie sich von der früheren Einlassung beziehungsweise verweigerten die Aussage. „Er ist einfach nur an mir vorbei gelatscht“, sagte das vermeintliche Opfer. maf

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