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Schul-Philosophie mit Leben erfüllen

Integrierte Gesamtschule Schul-Philosophie mit Leben erfüllen

Angefangen hat es mit sieben Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Niedersachsen. Das war damals, in den Siebzigern. Inzwischen gibt es 130 im Bundesland, die alle etwas unterschiedlich ticken, etwas unterschiedliche Schwerpunkte setzen, aber sich ein und derselben Philosophie verschrieben sehen.

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Im Vergleich zu anderen Integrierten Gesamtschulen ist der Rintelner Standort noch recht jung. „Wir können von vorhandenen Erfahrungen profitieren“, sagt Schulleiter Torsten Rudolf über die Vorteile, Teil des neuen IGS-Netzwerks zu sein.

Rinteln. „Wir sehen auf jeden einzelnen Schüler und fragen: Wie kann man ihn am besten fördern?“, erklärt Torsten Rudolf das Prinzip der sogenannten Binnendifferenzierung, das an einer IGS vorherrscht. Rudolf ist Schulleiter der Rintelner IGS.

„Wir vergeben die gleichen Abschlüsse wie andere Schulformen“, sagt Rudolf. „Nur unser Weg dorthin ist deutlich anders.“ Schüler sollen nicht nur individuell gefördert werden, sondern auch lange in der Gemeinschaft zusammen lernen. Daher wird ein Schüler nicht zwangsweise sitzenbleiben oder gar die Schulform wechseln, wenn die Noten nicht stimmen. Den Schülern werde mehr Zeit gegeben.

Qualitätsnetzwerk für besseren Austausch gegründet

Um sich über dieses Prinzip auszutauschen, haben nun 30 IGSen aus der Stadt und der Region Hannover ein sogenanntes Qualitätsnetzwerks Integrierter Gesamtschulen, kurz „Q-IGS“ gegründet; die Rintelner Schule ist Teil davon.

„Wir wollen das, was die pädagogische Grundhaltung einer IGS ausmacht, weiterleben lassen, das, was die Schulform ausmacht, bewahren“, beschreibt Rudolf den Nutzen des Netzwerkes, das laut Initiatoren in der Bildungslandschaft Niedersachsens, „wenn nicht sogar bundesweit“, ein „Novum“ sei.

Es gibt ein Leitbild, dem sich alle Schulen verschrieben haben, sowie eine gemeinsame Vorstellung von Qualität, die man zusammen weiterentwickeln will.

Rintelner IGS spät gestartet

Schon vorher seien der Austausch und die Zusammenarbeit aller fünf Schaumburger IGSen eng gewesen, sagt Rudolf. Doch jetzt Mitglied eines größeren Netzwerkes zu sein, empfindet er als zusätzlich wertvoll. „Wir können von vorhandenen Erfahrungen profitieren und können Kontakte knüpfen“, sagt Rudolf. Die IGS Rinteln gebe es schließlich erst seit zweieinhalb Jahren, in dem Q-IGS seien jedoch auch „Dinosaurier“ dabei, die die Schulform der IGS schon lange praktizieren. „Rinteln ist ja recht spät gestartet als IGS-Standort“, so Rudolf – Obernkirchen oder Helpsen beispielsweise seien deutlich früher dran gewesen.

Die Mitgliedschaft in diesem Netzwerk wird auch für die künftige Gestaltung der IGS Rinteln wichtig, da laut Rudolf der Aufbau eines Gymnasialzweiges angedacht ist. Darin habe man noch wenig Erfahrung, sodass man von anderen IGSen profitieren könne. Bislang sind an der IGS Rinteln der Hauptschulabschluss, der Sekundarabschluss I, Hauptschule, der Sekundarabschluss I, Realschule, sowie der Erweiterte Sekundarabschluss I möglich.

Worin der Rintelner Standort jedoch beispielsweise Erfahrungen weitergeben könne, sei der Bereich der Berufsorientierung.

„Jetzt schon sitzen die Schulleitungen ein- bis zweimal im Jahr zusammen“, erzählt Rudolf, um über Potenziale oder Fragen, die sich bei dieser Schulform aufzeigen, zu diskutieren. Durch das Netzwerk sollen diese Treffen nun auch auf die Jahrgangsleitungen und die Fachbereichsleitungen ausgeweitet werden.

Für Lehrer seien auch Hospitationen an den anderen Schulen denkbar.

Mehr Kooperationen auf Schüler-Ebene

Und auch auf Schüler-Ebene ist ein engerer Austausch innerhalb des Netzwerkes denkbar: gemeinsame Veranstaltungen, Austauschfahrten oder Sommerakademien beispielsweise. „Die genaue Ausgestaltung des Netzwerks wird sich noch zeigen“, so Rudolf.

Bei der Gründungsveranstaltung des Netzwerks Mitte Dezember in Hannover habe Kultusministerin Frauke Heiligenstadt die Initiative begrüßt – zumal sie nicht durch das Ministerium angestoßen worden sei, so Rudolf, sondern von den Schulen selbst.

Der Netzwerk-Gedanke passt gut zur Philosophie der IGS: „Die Teamarbeit ist unser Organisationsprinzip“, sagt Rudolf. Entscheidungen würden gemeinsam getroffen, im Kollegium gebe es Fachbereichsteams und Klassenleitungsteams. Dabei sei niemand „Einzelkämpfer“. mld

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