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Schuss in den Fuß – Berufungsantrag scheitert

Rinteln / 28 Monate Haft und Führerscheinentzug Schuss in den Fuß – Berufungsantrag scheitert

Es bleibt bei einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten: Ein 44-jähriger Nienstädter, der in Rinteln auf offener Straße die Tochter (24) seiner ehemaligen Lebensgefährtin angeschossen hatte, ist nun mit seiner Berufung gescheitert.

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Rinteln/Bückeburg (maf). Nur zwei Monate nach der erstinstanzlichen Verhandlung vor dem Rintelner Amtsgericht hat das Landgericht Bückeburg jetzt diese Haftstrafe ebenso bestätigt wie den Entzug der Fahrerlaubnis und eine zweijährige Führerscheinsperrfrist.
Im August 2011 hatte der Angeklagte die junge Frau in der Mühlenstraße abgefangen, zum Aussteigen aus ihrem Auto bewegt und ihr dann in den Fuß geschossen. Verurteilt wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Nötigung. In der Neuauflage des Prozesses folgte die Berufungskammer unter Vorsitz von Richter Dr. Jens Rass den Anträgen des Leitenden Oberstaatsanwalts Martin Appelbaum sowie des Vertreters der Nebenklägerin, Rechtsanwalt Alexander Berndt. Dagegen plädierte Verteidiger Dr. Volkmar Wissgott für eine Bewährungsstrafe seines Mandanten.

Hintergrund der Gewalttat in der Rintelner Innenstadt ist das Ende einer langjährigen familienähnlichen Beziehung. 1991 war der Angeklagte mit der Mutter des Opfers und ihren Kindern zusammengezogen. Die zum Teil konfliktgeladene Beziehung endete Anfang 2010 mit dem Auszug der Frau aus der gemeinsamen Wohnung. Eine Trennung, die der Mann eigentlich nie wollte. In der Folgezeit hatten die beiden jedoch immer wieder Kontakt, den sie aber vor den Kindern verheimlichten.

Für die Trennung machte der Nienstädter die 24 Jahre alte Tochter seiner Partnerin verantwortlich. Im Laufe der Zeit hegte er einen immer größeren Groll gegen sie. Als ihm seine Ex-Partnerin nicht zum Geburtstag gratulierte, nahm seine Verärgerung weiter zu. Am Tattag wollte er dann die Tochter zur Rede stellen. Mit einer Kleinkaliberpistole und drei darin befindlichen Patronen, die er vor etwa 20 Jahren in Hannover am Steintor gekauft hatte, machte er sich auf den Weg nach Rinteln. Er wollte sie nach der Arbeit abfangen und wartete deshalb mit seinem Wagen an einem Taxistand. Als die junge Frau mit ihrem Auto in die Mühlenstraße einbog, fuhr er mit seinem Pkw quer über die Straße und versperrte ihr die Weiterfahrt. Sie musste anhalten und wurde dann von ihm mit einem Handzeichen zum Aussteigen aufgefordert. Beide gingen unter eine Treppe, es kam zu einem kurzen Streitgespräch. Plötzlich zog er die Selbstladepistole und schoss ihr in den Fuß. „Es knallte fürchterlich“, erinnerte sich ein Zeuge. Dann versuchte der Angeklagte, die Pistole nachzuladen. Dies klappte aber nicht, weil die Waffe klemmte. Der Täter ergriff die Flucht und fuhr mit quietschenden Reifen davon. An einer Tankstelle in der Nähe stellte er sich wenig später und bat den Kassierer, die Polizei anzurufen. Auf die eintreffenden Beamten machte er einen ruhigen und gefassten Eindruck. Der Mann wurde vorläufig festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft, weil Fluchtgefahr angenommen wird.

Vor Gericht bereute er die Tat zutiefst und entschuldigte sich bei der 24-Jährigen. Diese war zum Glück körperlich nicht schwer verletzt worden und bekam nur einen Streifschuss ab. Unter den physischen Folgen der Tat leidet die mehrere Monate krankgeschriebene Frau allerdings bis heute. Viel schwerer wiegen jedoch die andauernden psychischen Folgen. Sie ist traumatisiert, hat Angstzustände.

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