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„Schwarmintelligenz“ gefragt

Zukunft der Südstadt „Schwarmintelligenz“ gefragt

Wie soll die Rintelner Südstadt in Zukunft aussehen? Eine Frage, zu der Verwaltung und Rat im August die Bürger zu Wort kommen lassen wollen. Die Ausgangslage: Die IGS zieht vom Kollegienplatz an die Burgfelsweide, dadurch kann der Kollegienplatz neu gestaltet werden.

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Der Kollegienplatz auf einem Archivbild von 1966.

Quelle: pr

Rinteln. Gleichzeitig eröffnet das auch die Option, den Rathausplatz sowie die Schulstandorte an der Schulstraße und am Ostertor neu zu überplanen.

Diese Marschrichtung gab bereits der Bauausschuss in der März-Sitzung vor: wenn schon planen, dann über alle vier Flächen. Es wird damit nach dem Bau der Fußgängerzone die wichtigste Weichenstellung für die künftige Entwicklung der Rintelner Kernstadt.

Für die Bürgerbeteiligung gibt es inzwischen einen konkreten Fahrplan. Wie Bürgermeister Thomas Priemer auf Anfrage mitteilte, soll am 3. August (wohl im Brückentorsaal) die erste Bürgerinformation stattfinden. Dabei werde die Verwaltung den Stand der Dinge zusammenfassen: Worum geht es, was ist machbar?

Darauf folgen zwei Workshops am 17. August und 26. September, die vom Planungsbüro BauBeCon und der Cima moderiert werden. Das Institut für Regionalwirtschaft, Beratung und Management hatte das Einzelhandelsgutachten für Rinteln erstellt.

Software für Internet-Plattform wird entwickelt

Gleichzeitig sollen Rintelns Bürger den Sommer über ihre Meinung und ihre Ideen im Internet formulieren können. Dafür werde eine eigene Plattform eingerichtet, so Priemer. Die Software dafür werde zurzeit erarbeitet. Um zu verhindern, dass die Debatte ausufere oder unsachlich werde, müsse sich jeder, der mitreden wolle, registrieren lassen. Anonyme Beiträge seien nicht möglich.

Die Grenzen der Gestaltungsmöglichkeiten am Kollegienplatz setzt der Denkmalschutz: Hildburgschule (Baujahr 1875) und Jakobi-Kirche (als Teil der früheren Universität) stehen unter Schutz. Ob der Schulpavillon (Baujahr 1950) erhalten werden sollte oder nicht, ist strittig. Der Arbeitskreis Denkmalschutz ist dafür, die Mehrheit des Rates wohl anderer Meinung.

Frei bleiben müssen auch die „Sichtachsen“ auf Schule, Kirche und das Museum. Möglich ist der Rückbau der Schulanbauten, des Kindergartens Wichtelburg und der Turnhalle. Offen ist auch die Frage, ob am neuen Rathaus der Waschbeton weg soll oder nicht.

Priemer geht davon aus, dass bis Ende des Jahres Resultate vorliegen, damit der Rat Beschlüsse fassen kann und die Planung konkret angeschoben wird.

Die im Rat vertretenen Parteien hatten sich in der Diskussion schon früh festgelegt, kaum dass bekannt geworden war, dass der Kreistag einer Verlegung der IGS zustimmen werde. Damals war Kommunalwahlkampf, die Parteien wollten sich positionieren. Inzwischen wird zurückgerudert.

Die SPD wollte „einen Nah-Versorger und bezahlbaren Wohnraum“, die CDU den Schulstandort erhalten und die Grundschule Süd zum Kollegienplatz verlegen, die WGS auf keinen Fall Wohnungen, die Grünen keinen Nah-Versorger.

Hochschule und Wohnungen im Gespräch

Inzwischen werden solche Positionen relativiert, denn die Ausgangslage hat sich verändert: Der Bürgermeister hat eine Hochschule ins Gespräch gebracht, im Brückentor will ein Investor Wohnungen und eine Ladenpassage einrichten. Was davon tatsächlich umgesetzt wird, ist allerdings offen.

Dieter Horn (SPD) betonte gestern, seine Fraktion wolle erst einmal die Bürgerbefragung abwarten, nicht dem Bürger von vornherein das Gefühl vermitteln, die Partei hätte sich bereits festgelegt. Einzige Bedingung: „Was auch immer dort entsteht, es muss städtebaulich passen.“ Selbst den CDU-Vorschlag, die Grundschule Süd zu verlegen, lehne die Fraktion nicht kategorisch ab.

Das ist auch Intention von Christoph Ochs (Grüne): „Wir begrüßen schon aus Prinzip eine Bürgerbeteiligung. Und wenn die Schwarmintelligenz tolle Ideen liefert, wollen wir uns denen nicht verschließen.“

Für Veit Rauch (CDU) gilt noch der Ratsbeschluss von 2013, die Grundschule Süd an den Kollegienplatz zu verlegen. Wenn sich dann noch ein Investor für einen Nah-Versorger fände, hätte er auch kein Problem. Ausschließen wolle er nur eines: sozialen Wohnungsbau.

Bei der Interessenvertretung von Gewerbe und Handel in der Stadt, dem Marketingverein Pro Rinteln, will man ebenfalls das Votum der Bürger abwarten. Pro-Rinteln-Chef Stefan Reineking sagt: Ein Nah-Versorger wäre sicher „ein Traum“, aber auch das müsste man sorgfältig prüfen. Grundsätzlich biete die Neugestaltung des Kollegienplatzes „eine Chance, den innerstädtischen Handel zu entwickeln und zu beleben“. wm

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