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Schwere Unfälle nehmen zu – Ursache unklar

Rinteln / Statistik Schwere Unfälle nehmen zu – Ursache unklar

Das Unfallrisiko auf den Straßen in Rinteln und im Auetal steigt, zumindest wenn man der Statistik glaubt. Die Unfallzahl nahm von 750 auf 820 zu, und die mit schwerem Personenschaden stieg sogar 28 auf 39.

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Südlich und nördlich der Weserbrücke finden sich die meisten Unfälle, aber auch auf dem Marktkaufparkplatz. Dies sind aber oft Auffahrunfälle und kleine Beschädigungen, sagen Steffen Arndt (l.) und Rolf Potthast.

Quelle: dil

Rinteln. Rinteln (dil). Nach einem Unfalltoten vor zwei Jahren und keinem im Vorjahr schnellte diese Zahl 2011 wieder auf vier hoch. „Diese Entwicklung steht im Gegensatz zu dem im Inspektionsbezirk. Ursachen und Schwerpunkte dafür haben wir nicht feststellen können. Wir hoffen, dass es einmalige Aussetzer sind“, sagt Steffen Arndt, Leiter Einsatz- und Streifendienst im Kommissariat Rinteln.

 Bei den Unfallschwerpunkten hat es eine Veränderung gegeben. Der Bereich Auffahrt von der Extertalstraße auf die Bundesstraße 238 ist seit dem Umbau und der neuen Vorfahrtsregelung unauffällig. Hinzugekommen ist dagegen die Einmündung der Steinberger Straße in die B238 (Grafensteinerhöh), wo es 2011 plötzlich elf Auffahrunfälle gab. Die Ursachen sind unklar. Geblieben ist der Unfallschwerpunkt Zollstraße in die B83 im Bereich Westendorfer Landwehr. Dort wurden neun Auffahrunfälle registriert.

 Die tödlichen Unfälle hatten jeweils individuelle Ursachen: Zwei Todesopfer gab es auf der Umgehungsstraße beim Fahren in den Gegenverkehr. Ein Todesopfer war ein Rollerfahrer am Ortsausgang von Deckbergen in Richtung Auetal, der von der Fahrbahn abkam und gegen ein Geländer prallte. Ebenfalls getötet wurde eine Fußgängerin in Rehren.

 Die Zahl der verletzten Personen erreichte nach 149 im Vorjahr mit 193 wieder den Stand von 2009. Während die der 18- bis 25-Jährigen dabei nach 45 in 2009 und 27 in 2010 wieder auf 35 stieg, wuchs die der über 65-Jährigen nach 20 und 16 jetzt wieder auf 23 an. Bei 39 Unfällen mit schwerem Personenschaden waren einmal junge Leute und viermal Senioren beteiligt. Von den 108 Unfällen mit leichtem Personenschaden entfielen 14 auf junge Leute und vier auf Senioren. Beide Altersgruppen sind hier also nicht sonderlich auffällig vertreten.

 Auf der Unfalltypensteckkarte im Büro von Oberkommissar Rolf Potthast finden sich auffällig viele Nadeln nördlich und südlich der Weserbrücke sowie in Mühlen- und Brennerstraße sowie auf dem Marktkaufparkplatz. Aber hier handelt es sich meist um Auffahrunfälle oder die Beschädigung von Seitenspiegeln im Begegnungsverkehr auf verengter Fahrbahn. Leicht gesunken ist dagegen die Zahl der Wildunfälle von 131 auf 126, während die der „Baumunfälle“ von neun auf 17 stieg. „Und Letztere sind meist mit schweren Personenschäden verbunden“, erklärt Arndt. Auch hier gibt es keine örtlichen Schwerpunkte.

 Bei den Unfallursachen sind Vorfahrtverstöße von 80 auf 98 gestiegen, nach allerdings schon 93 vor zwei Jahren. Zu geringer Abstand war in 71 Fällen die Ursache, nach 75 in 2010 und 83 in 2009. „Aber hier können wir mit Kontrollen nichts machen“, stellt Arndt fest.

 Anders ist es bei Tempo und Alkohol. Zwar stieg die Zahl der Unfälle wegen zu hoher Geschwindigkeit nur von 73 auf 74, aber hier soll mit mehr Kontrollen unter Nutzung des Lasertempomessgeräts noch weniger passieren. Und auch Alkoholkontrollen werden verstärkt, denn die Unfallursache Trunkenheit am Steuer stieg von 19 Fällen in 2009 über 15 in 2010 auf 25 im Vorjahr spürbar an. Besonders nach Festen mit üblicherweise verstärktem Alkoholgenuss von Gästen will die Polizei Präsenz zeigen. „Die jüngsten Zahlen sind nicht hinnehmbar, da werden wir die Überwachung steigern, vor allem im Rahmen von Sonderdiensten“, kündigt Arndt an.

 Erfreulich ist aus Sicht des ESD-Leiters die Entwicklung bei den Unfallfluchten: Nicht nur, dass sie insgesamt nach 165 vor zwei Jahren auf 149 im Vorjahr und jetzt 150 tendenziell gesunken sind, vor allem die Aufklärungsquote konnte deutlich gesteigert werden: Nach 32,73 und 34,90 Prozent lag sie zuletzt bei 43,17 Prozent. Und hier gilt Arndts Dank unserer Zeitung. „Da es sich meist um kleine Schäden handelt, haben wir wenig Ermittlungsansätze. Und eventuelle Zeugen reagieren meist nicht von selbst, verlassen sich auf andere“, sagt Arndt. „Aber wenn wir dann einen Zeugenaufruf in der Zeitung haben, melden sich oft doch noch Beobachter des Geschehens.“

 Südlich und nördlich der Weserbrücke finden sich die meisten Unfälle, aber auch auf dem Marktkaufparkplatz. Dies sind aber oft Auffahrunfälle und kleine Beschädigungen, sagen Steffen Arndt (l.) und Rolf Potthast. Foto: dil

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