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„Seit ich viel lese, mache ich weniger Fehler in Deutsch“

Rinteln / Gymnasium Ernestinum „Seit ich viel lese, mache ich weniger Fehler in Deutsch“

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 Josephine Baer und Maurice Dellin, die letzten Sieger des schulinternen Vorlese-Wettbewerbs, lesen einer sechsten Klasse vor.

Quelle: jaj

Rinteln. Am vergangenen Freitag war das in der Kreisergänzungsbücherei im Gymnasium Ernestinum ganz anders. Anlässlich des bundesweiten Vorlesetags taten Schüler und Lehrer nämlich genau das Gegenteil: Sie lasen vor, und zwar laut und deutlich.

 Die Aktion startete am frühen Morgen. Sozusagen zum wach werden las die ehrenamtliche Lese-Oma Helga Frevert in den ersten beiden Schulstunden zwei sechsten Klassen vor. Sie las aus dem Buch „Lethal wave“ und die Schüler erlebten mit, wie der amerikanische Jugendliche Sam 2004 während des Familienurlaubs in Thailand von der schrecklichen Tsunami-Welle überrascht wird.

 Dass den Kindern diese Geschichte gefallen hat, merkte Bücherei-Leiterin Berit Grallert an einer ganz simplen Sache: Sofort nach Ende der Lesung kamen erste Schüler, die sich das Buch ausleihen wollten. „Und genau darum geht es uns ja auch bei dieser Aktion“, beschreibt sie. „Die Schüler sollen Lust aufs Lesen bekommen.“

 Lust aufs Lesen machen – diese Aufgabe übernahmen dann in der dritten und vierten Stunde die Referendarin Johanna Kutsche und der Lehrer Lutz Heerhold. Auch die beiden lasen zwei sechsten Klassen vor, Heerhold und Referendarin Sandra Windolph luden zudem auch in den großen Pausen zum Zuhören ein. „Das Angebot wurde super angenommen“, freut sich Grallert, die noch einmal darauf hinweist, dass die Kreisergänzungsbücherei im Ernestinum nicht nur für Schüler, sondern auch für alle anderen Interessierten geöffnet ist.

 Während in den Pausen alle Schüler den Geschichten lauschen durften, war das Vorlese-Angebot während der Unterrichtsstunden den sechsten Klassen vorbehalten. Und das aus gutem Grund. „Wir wollten ihnen auch Lust auf den Vorlese-Wettbewerb machen, der im Dezember wieder ansteht“, erklärt Grallert. Um dieses Ziel zu erreichen, hatten sich die Bücherei-Leiterin und der für die Bücherei zuständige Lehrer Alexander Wolf kompetente Unterstützung geholt: In der fünften und sechsten Stunde lasen nämlich die Schulsieger der vergangenen zwei Jahre, Josephine Baer (12) und Maurice Dellin (14). Aber die beiden lasen nicht nur vor, sie verrieten ihren Zuhörern auch, wie es sich anfühlt, beim Vorlese-Wettbewerb teilzunehmen. Maurice erzählte beispielsweise, dass es nicht nur darauf ankommt, möglichst wenig Fehler zu machen, sondern auch auf die Betonung, die Geschwindigkeit und die Lautstärke. „Ihr müsst erreichen, dass Euch das Publikum gerne zuhört“, riet er.

 „Ich war sehr nervös“, erzählte Josephine von ihrer eigenen Teilnahme am Vorlese-Wettbewerb. Und sie verriet den Sechstklässlern auch, dass es sich ihrer Meinung nach definitiv lohnt, zu lesen. „Seit ich viel lese mache ich weniger Fehler in Deutsch und mein Wortschatz ist größer geworden“, beschrieb sie.

 Zum Schluss wurden die Zuhörer dann selber zu Vorlesern. Wer sich traute, bekam einen unbekannten Text, der laut vorgelesen werden musste. „Das ist auch eine Disziplin des Vorlesewettbewerbs“, verriet Maurice.

 Die Sechstklässler schlugen sich prima und sammelten während dieses Tests eine wichtige Erkenntnis: Sollte beim Vorlesen doch einmal ein Fehler passieren, wird niemand ausgelacht – selbst von den sonst oft so aufbrausenden Sechstklässlern nicht.

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