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Shantys und Dixieland beim Hafenfest

Rinteln Shantys und Dixieland beim Hafenfest

Ein Sonntagmorgen in Rinteln. Einzelne Radfahrer mit prallen Satteltaschen fahren über die Weserbrücke. Darunter tuckert ein kleines Boot hervor. Im Schwimmbad ziehen die ersten Schwimmer ihre Bahnen. An Brombecks Eck macht ein Hundebesitzer mit seinem Vierbeiner Rast. Am anderen Ufer tragen Paddler ihre bunten Kanus an den Fluss. Über das Wasser erklingt Gesang.

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50 Bierzeltgarnituren reichen gerade so aus, um die Gäste beim Hafenfest mit Sitzplätzen zu versorgen.

Quelle: cm

RINTELN. Und während sich die Menschen gemütlich schlendernd der Quelle dieser Töne, dem Fest am Hafen, nähern, mag wohl beim einen oder anderen der Gedanke aufgetaucht sein, dass es doch schön ist, diese liebenswerte, einladende kleine Stadt seine Heimat nennen zu können.

Und weil sich die Begriffe Heimat und Hafen so gut verbinden lassen, wird dieses Thema die Gäste auch fast durch die ganze Veranstaltung begleiten. „Boote fühlen sich im Hafen am wohlsten“, nimmt beispielsweise Andreas Kühne-Glaser den Faden in seiner Predigt beim morgendlichen ökumenischen Gottesdienst auf. „Aber für den Hafen sind sie gar nicht gemacht. Boote sind dafür gebaut, auf das Meer zu fahren, sich ins Ungewisse zu wagen.“ Das gelte genauso für uns Menschen, meint der Superintendent und ermutigte seine Zuhörer: „Ich wünsche uns (…), dass wir nie aufhören mögen, auf dem Meer des Lebens unterwegs zu sein und uns dabei nicht zu schnell in vermeintlich sichere Häfen zurückzuziehen.“ Wenn man dann noch, wie die Jünger auf dem See Genezareth, bei all seinen Reisen Jesus mit an Bord habe, bräuchte man keine Angst vor gelegentlich auftretenden Stürmen zu haben.

Hafen gut besucht

„Hafen“, „Heimat“ und Shantychor passen sowieso wunderbar zusammenpassen. Der Zauber von Seemannsliedern liegt ja genau im Spannungsfeld zwischen der Sehnsucht nach Zuhause einerseits und der Abenteuerlust auf der anderen. Und so kann der Rintelner Shantychor beim Besingen von Fernweh, von der Angst und Sehnsucht der zu Hause wartenden Lieben, von Freiheit und derben Vergnügungen, von Sturm und gefährlichen Riffen alle musikalischen und gefühlsmäßigen Register ziehen. Dabei klingen sie wie echte Seebären.

Dass Weser und Kieslöcher die größten Wasseransammlungen in ihrer näheren Umgebung darstellen, hört man den Sängern überhaupt nicht an, und wenn Skipper Helmut sein Solo vorträgt, dann stolpert er bei der Zeile „Früher oder später schlägt jedem von uns die Stunde“ so hanseatisch über den spitzen Stein, als habe er sein Leben in salzgeschwängerter Brise verbracht.

Schon am Sonnabendabend, als der Shantychor der Vereinigten Chöre und die Schlingborner Musikanten aus Hohenrode das Programm bestritten, ist es am Hafen richtig voll geworden.

Matjes um 21 Uhr alle

„Knapp 50 Bierzeltgarnituren haben wir aufgestellt. Die waren alle besetzt, und drum herum standen auch noch jede Menge Leute“, berichtet Franz-Josef Stöckl, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins, Vereinigte Chöre Rinteln. Der Matjes sei um 21 Uhr alle gewesen, und man habe, um Nachschub zu organisieren, noch nach Minden fahren müssen.

Auch am Sonntag füllen sich die Bänke schnell. Dieses mal sind als Gäste des Shantychors die „Jazz Alligators“ geladen. „Wir machen Dixieland Jazz. Das ist der musikalische Ausdruck von reiner Lebensfreude“, versprechen die Musiker der fünfköpfigen Kombo, die im Wechsel mit dem gastgebenden Shantychor für musikalische Unterhaltung sorgten. Die Reaktion der Zuhörer gibt den Hannoveranern recht. Kaum erklingen die ersten Töne, da fangen Köpfe und Fußspitzen an, im Rhythmus zu wippen. Die Mischung kommt gut an.

Selbst den Fröschen im Hafenbecken muss das Konzert wohl gefallen haben. Auf dem Weg nach Hause, kann man sie munter mitquaken hören. cm

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