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„Sie haben keine Lobby“

Rinteln „Sie haben keine Lobby“

Das Engagement der jungen Skateboardfahrer zahlt sich offenbar aus. Im November hatte Lars Wöllecke dem Rintelner Bürgermeister einen Brief geschrieben.

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„Ich stehe auf der Seite der Skater“, sagt Bürgermeister Priemer über die Skater in Rinteln.

Quelle: Archiv:tol

Rinteln. Im Namen der Skater äußerte er darin den Wunsch, dass die kurz zuvor von der Stadt abgebauten Elemente im Skate-Park ersetzt werden mögen. Jetzt bekam Thomas Priemer von elf Skatern Besuch. Im Beisein von Elena Kuhls und Andreas Wendt vom Bauamt schilderten sie dem Verwaltungschef, wie es ihrer Meinung nach mit dem Skate-Park weitergehen soll.

Zuvor hatten Wöllecke & Co. den Skate-Park am Ernestinum noch mal genau in Augenschein genommen. Mit dabei war auch der Wahl-Berliner Sebastian Denz, der den Park 1997 initiierte, maßgeblich beim Aufbau mitwirkte und jetzt für das Treffen mit dem Bürgermeister extra aus Berlin angereist kam.

Gemeinsam entwarfen sie neue Ideen für den Park. „Den Skatern fehlten in dem Park generell Elemente für Streetskateboarding, das sind eckige Elemente, auf denen die Skater ,grinden‘ (engl.: schleifen; Anm. d. Red.) können und so weiter“, sagt Denz. Der Park im jetzigen Zustand sei ihnen zu rund.

Infolgedessen sind nun vier neue Streetstyle-Elemente geplant: eine Kombination aus „Hip-Bank“ und „Quarterpipe“ aus Stahlbeton, eine „Funbox“, ebenfalls aus Stahlbeton, und ein „Rail“. Darüber hinaus soll ein bestehendes Stahlbeton-Element optimiert und ergänzt werden.

„Die Haltbarkeit der zu wesentlichen Teilen aus Holz bestehenden Elemente ist naturgemäß begrenzt“, merkt Denz an. Deshalb hat es schon in der Vergangenheit immer mal wieder Ausbesserungen gegeben. So wurde der Park vor vier Jahren um eine etwa 300 Quadratmeter große Fläche erweitert. Es entstand eine Rampenlandschaft, die komplett aus Beton angefertigt wurde.

Kürzlich wurden die letzten beiden rund 18 Jahre alten Rampen aus Holz und Metall abgebaut. Eine Maßnahme der Stadt zur Verkehrssicherung, so Priemer, die die Skater prompt auf den Plan rief. In Sorge um den Fortbestand des Parks wurden sie aktiv. Und das findet nicht nur Denz toll, der inzwischen eine Professur an der Design-Akademie Berlin innehat, sondern auch der Bürgermeister. „Ich stehe auf der Seite der Skater“, positioniert sich der Bürgermeister. „Elf junge Leute waren bei mir im Büro. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, wie wichtig ihnen der Skate-Park ist.“

Ein Manko macht Priemer allerdings bei den Skatern aus. „Sie haben keine Lobby, keine Vereinsstruktur. Deshalb tauchen sie zum Beispiel im Sportentwicklungsplan gar nicht auf.“ Dennoch stehe für ihn fest: „Der Park muss im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten wieder aufgebaut werden.“

In einem ersten Entwurf, den die Skater jetzt vorlegten, wurde eine Summe von 35.000 Euro veranschlagt. Aber das ist zu viel, befanden Priemer, Kuhls und Wendt. Eine Investitionssumme von etwa 25.000 Euro sei da schon realistischer. Doch wer in welchem Rahmen für die Finanzierung aufkommt, das müsse noch geklärt werden, so Priemer.

„Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Skateranlage noch im zweiten Quartal des kommenden Jahres fertig sein wird“, gibt sich der Bürgermeister zuversichtlich. pk

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