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„Sie rollen jetzt ins Leere“

Rintelner Skater im Clinch mit Verwaltung „Sie rollen jetzt ins Leere“

Seit Oktober fahren die Skater ins Leere. Der Bauhof der Stadt Rinteln hatte damals im Skatepark an der Burgfeldsweide zwei Rampen abgebaut.

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Die Grafik zeigt hinten rechts die sogenannte „Hip Bank“, eine Quarterpipe-Kombination, die die abgebauten Rampen ersetzen soll. Weitere Elemente, mit denen die Skater den Park erweitern wollen, sind „Flat Rail“ (in der Mitte, links) und „Fun Box“ (rechts). Außerdem soll ein Betonelement aus dem Jahr 1997 (links) renoviert werden.

Quelle: Grafik: Denz

Rinteln. Die waren in die Jahre gekommen, hielten der Verkehrssicherung nicht mehr stand. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung sollte von den Skatern bis Februar ein Entwurf erarbeitet werden, auf dessen Grundlage der Skatepark wieder vervollständigt werden kann (wir berichteten). Doch jetzt scheiden sich die Geister an unterschiedlichen Vorstellungen und den damit verbundenen Kosten.

 Während die Skater Summen von 31000 bis 44000 Euro für einen zeitgemäßen Skatepark veranschlagen, stellt die Stadtverwaltung allenfalls 15000 bis 17000 Euro in Aussicht. Und damit eine Größenordnung, die lediglich für einen Ersatz der abgebauten Rampen durch ein Fertigteil ausreichen würde.

 Doch damit wollen sich die Skater nicht zufrieden geben. „Wir kämpfen schon seit 20 Jahren gegen Fertigbauteile“, sagt Wahl-Berliner Sebastian Denz, ein Kind der Stadt, das den Rintelner Skatepark vor knapp 20 Jahren ins Leben rief, im Gespräch mit dieser Zeitung. „Für das gleiche Geld kann man mehr Elemente bekommen und nebenbei die lokale Wirtschaft fördern, indem die Materialien vor Ort gekauft werden, anstatt als Fertigteil irgendwo in Süddeutschland.“

 Als inoffizielle Sprecher der Skater wünschen sich Denz, der inzwischen in Berlin eine Professur für Fotografie innehat, Lars Wöllecke, Michael Schüler und Matthias Ebeling einen individuellen Park. Gemeinsam mit knapp 20 Rintelner Skatern im Alter von 14 bis 25 Jahren erörtern sie, wie der Skatepark in Zukunft aussehen und was er leisten soll.

 „Seit dem Abbau der beiden Rampen hat der Skatepark für die Skater stark an Attraktivität verloren. Sie rollen jetzt ins Leere“, sagt Denz. Deshalb weichen die Rollbrettfahrer wie bereits berichtet auf Plätze aus, die nicht per se fürs Skateboardfahren vorgesehen sind, an den Treppen am Combi-Markt oder im Parkhaus Am Pferdemarkt.

 Die Stadtverwaltung kann über den im Dezember verabschiedeten Haushalt für 2016 jedoch nicht frei verfügen. Allein aus dem Haushaltsposten Spielplätze ließen sich womöglich besagte 15000 bis 17000 Euro entäußern, wie Baudezernentin Elena Kuhls auf Anfrage mitteilt. Aber dafür brauche es zunächst die Zustimmung von der Politik.

 Die hat sich mit dem Thema bislang jedoch noch gar nicht befasst. Allein im Bauausschuss war von den Mitgliedern der Abbau der Rampen zwar zur Kenntnis genommen worden. Eine Reaktion vonseiten der Ratsfraktionen blieb bis heute allerdings aus.

 Unterdessen hatten Kuhls und Bürgermeister Thomas Priemer, der den Skatern seine Unterstützung zusicherte, den Skatern dazu geraten, weitere Finanzierungsmodelle hinzuzuziehen. Deshalb wollen Denz und Co. nicht nur bei möglichen Sponsoren anklopfen, sondern auch eine große Spendenaktion starten. Dafür soll ein Konto eingerichtet werden, das auch auf der Website der Stadt Rinteln beworben werden soll. Mit gutem Beispiel gehen die Skater selbst voran. „Wir haben uns das ehrgeizige Ziel gesteckt, dass jeder Einzelne von uns 500 Euro in seinem unmittelbaren Umfeld sammelt“, sagt Denz. pk

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