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Sohnrey soll weg – neuer Name gesucht

Rinteln Sohnrey soll weg – neuer Name gesucht

Als nicht länger akzeptabel betrachtet ein Großteil der Rintelner Politiker das Festhalten am Heinrich-Sohnrey-Weg in der Nordstadt. Um den Schriftsteller und Heimatdichter Sohnrey gibt es seit Monaten eine heiße Debatte um seine Verstrickungen im Nationalsozialismus. Der Rintelner Ortsrat traf jetzt eine klare Entscheidung: Die Straße soll umbenannt werden. Anwohner sollen bei der Suche nach einem anderen Namen beteiligt werden.

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Unser Fotoreporter hat eine Möglichkeit für den neuen Straßennamen im Heinrich-Sohnrey-Weg schon vorab ausprobiert.

Quelle: tol

Rinteln. Rinteln (ll). „Wir müssen den Mut haben, das Thema zu diskutieren und auch eine Entscheidung treffen“, hatte Helma Hartmann-Grolm (SPD), selbst Anwohnerin des Heinrich-Sohnrey-Wegs, zu Beginn der Sitzung gesagt. Es gelte, möglichst früh auf die von dem Literaturwissenschaftler Professor Frank Möbus formulierten Vorwürfe zu reagieren – im Besonderen unter Berücksichtigung, „dass braunes Gedankengut an anderen Stellen in Schaumburg auch ein Thema ist“, so die Fraktionsvorsitzende im Ortsrat.

 WGS-Ratsherr Gert Armin Neuhäuser brachte den Einwand: „Wir zeigen unsere demokratische Gesinnung durch unser Handeln und nicht durch Straßenbenennungen.“ Die Umbenennung des Heinrich-Sohnrey-Wegs brächte vor allem für Anwohner Schwierigkeiten; zudem hätten andere Namensgeber wie „Graf Adolf“, Graf Otto“ oder „Bismarck“ auch nicht stets „die demokratischste aller Gesinnungen“ gehabt. Weil die Universität Göttingen derzeit noch die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft Sohnreys prüfe und eine Entscheidung darüber erst im Herbst anstehe, plädierte Neuhäuser für eine Vertagung der Angelegenheit, stand letztlich aber allein da mit seiner Meinung. Denn auch aus CDU (Kay Steding: „Der Name wirft kein gutes Licht auf unsere Stadt“) und von dem Grünen Gerhard Helmhold („Man sollte Sohnrey nicht mit einer Straße ehren“) gab es ein eindeutiges Votum für einen neuen Straßennamen.

 Unter Moderation von Historiker Stefan Meyer solle nun gemeinsam mit den Anwohnern des Heinrich-Sohnrey-Wegs eine Lösung gefunden werden. Wie Helma Hartmann-Grolm gestern auf Anfrage bestätigte, halte sich derzeit unter den Anwohnern des Heinrich-Sohnrey-Wegs „die Begeisterung in Grenzen“ über die Umbenennung, gleichwohl ist sich die SPD-Ratsfrau sicher, mit einer ernsthaften Beteiligung der Bürger bei der Namensgebung auf Verständnis zu stoßen.

 Auf Vorschlag Helmholds solle die Straße möglichst nach einer Frau benannt werden, auf jeden Fall nach einer Person, die aktiv im Widerstand tätig gewesen ist. Sophie Scholl oder Elisabeth Schumacher kamen zur Sprache. Letztlich werden das aber auch die Anwohner mitentscheiden dürfen, hieß es.

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