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Spannend wie die Wahl

Rinteln / Drachenbootrennen Spannend wie die Wahl

Ein Vorsprung – und sei er noch so klein – entscheidet über Sieg oder Niederlage. Darum mobilisierten alle Teams beim gestrigen Rintelner Drachenbootrennen bis zuletzt alle Reserven – so wie die politischen Parteien, die noch am Sonnabend um den Einzug in den Bundestag und deutliche Mehrheitsverhältnisse rangen.

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Endspurt für zwei Drachenbootteams kurz vor der Ziellinie bei der Weserbrücke.

Quelle: who

Von Werner Hoppe Rinteln. Und noch mehr Parallelen zwischen Paddlern und Politik gab es. Die besten Paddler saßen in den Booten, und die Parteien mühten sich, Spitzenkandidaten mit Profil ins Rennen zu schicken. Im Falle der Drachenbootfahrer waren die Trommler die wichtigsten Personen an Bord, deren Kommandos anfeuernde Motivation bis über die Ziellinie geben sollten. Insgesamt war sowohl für Sportler als auch Polit-Parteien entschiedene Geschlossenheit eine Hauptvoraussetzung für den angepeilten Erfolg.

 Aber ohne die (Wahl-)Helfer geht gar nichts. So bekannte Franz Josef Stöckl als Repräsentant des veranstaltenden Rintelner Carnevals-Vereins (RCV), als sich nach den Vorläufen am frühen Nachmittag die Spreu vom Weizen zu scheiden begann. Von den gemeldeten 24 Mannschaften hatten bis dahin schon drei aufgegeben, also kurzfristig abgesagt. Was einen Unterschied zu den Parteien macht, die bis zuletzt und bis zur Verkündung des Wahlergebnisses hoffnungsvoll im Boot blieben. Aber die Anzahl der Boote, so Stöckl, seien im Vergleich zum Vorjahr annähernd konstant geblieben.

 Die Bootsbesatzungen wie die Politiker mussten fast genauso lange bis zum Schließen der Wahllokale um 18 Uhr auf die Auswertung warten. Doch wie für die Parteien ließen sich nachmittags Trends erahnen. Im dritten Vorlauf etwa, als die „Schwenker Dragon Hunters“ aus Minden gegen die „E-Center-Dragons“ (beide aus Minden) vorläufige Tagesbestzeiten einfuhren. „Beide Teams sind heute zum ersten Mal überhaupt dabei“, erklärte Karl-Heinz Stahlhut, der für die Veranstalter vom RCV an der Ziellinie das Renngeschehen gemeinsam mit Oliver Heper und Jörg Hünneke vom Mindener Drachenbootverein (MDV; Ausrichter des Spektakels) kommentierte. Der MDV stellte auch einen Großteil der Boote zur Verfügung. Darunter auch die 10er-Boote, die erstmals auch kleineren Mannschaften die Teilnahme ermöglichten, wie etwa dem Posaunenchor Exten.

 Umso mehr legten sich die anderen Teams ins Zeug, das zeigte zum Beispiel das Team „Twenty 1 for Fun“ aus Bad Oeynhausen. Aufwärm-Gymnastik ist vor dem Start angesagt, erklärte Sabine Stock die Übungen ihres Teams am Anlege-Steg des RKC. Seit drei Jahren fährt die gebürtige Rintelnerin Drachenbootrennen. Ob „Twenty 1 For Fun“ Chancen auf einen vorderen Platz hat, war zu diesem Zeitpunkt noch offen. Aber Tornado ist der „Kriegsname“ des Trommlers des Teams, und das zeigte die Entschiedenheit der Besatzung des Gästebootes. Viel mehr Zeit für Erklärungen blieben Sabine Stock nicht. Der nächste Lauf wurde aufgerufen und ab ging es ins Boot und auf die Strecke bis zum Ziel kurz unterhalb der Weserbrücke. „Ein Novum“, erklärte Karl-Heinz Stahlhut, „ist es, dass „erstmals die Zeit von einer Minute unterschritten wurde.“

 Die Teams, die noch längeres Warten vor sich hatten, überbrückten die Zeit damit, von ihren Zeltpavillons am Ufer aus das Geschehen auf dem Wasser zu verfolgen und sich anhand der Zwischenergebnisse ihre Chancen auszurechnen – ganz so, wie es die Politmatadore und deren Anhänger am Abend vor den Bildschirmen taten.

 Dass es am Ende vielleicht doch noch ganz anders kommen könnte als gedacht, damit mussten sie alle rechnen: Drachenbootfahrer und Politiker. Als die Fernsehsender annähernd zeitgleich die ersten verlässlichen Hochrechnungen präsentierten, da standen auch die Sieger des 4. Rintelner Drachenbootrennens fest.

 Den Super-Champion-Wettbewerb der sieben schnellsten 20er-Drachenboote aus den Vorläufen gewannen die „E-Center-Dragons“ aus Minden mit einer Zeit von 59,52 Sekunden vor den „Schwenker Dragon Hunters“ (Minden, 59,80 Sekunden) und den „Werre Dragons“ (Bad Oeynhausen, 1,01 Minuten).

 Die Champion-Wertung führte das Team „Flying Phönix“ an (Bad Pyrmont, 1,04 Minuten). Bei den 10er-Booten siegte das Team „Rising Sun“ vom Faltboot- und Skiclub Minden vor den „Stromschnellen“ (Gemeinschaftskraftwerk Veltheim) und den „Red Devils“ (Rintelner Kanu-Klub).

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