Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Sportvereine retten: Leitbild steht Ende April

Rinteln / Entwicklungskonzept soll Kräfte bündeln Sportvereine retten: Leitbild steht Ende April

Die heimischen Sportvereine stemmen sich gegen viele Bedrohungen: immer weniger Kinder als Nachwuchs, immer weniger Zeit bei Schülern, stetiger Verlust von Erwachsenen an Fitnessstudios und immer mehr Arbeit auf den Schultern von weniger Ehrenamtlichen.

Voriger Artikel
Bei „Marktkauf“ kommt nichts mehr in die Tüte
Nächster Artikel
„Irgendwas mit Medien“ – aber was genau?

Hier wirkt sich der demografische Trend schon aus: Beim Eltern-Kind-Turnen machen immer weniger VTR-Mitglieder mit.

Quelle: dil

Rinteln (dil). Die Stadt Rinteln signalisiert zudem, nicht mehr überall Sportstätten vorhalten zu können. Zwei Gutachter sind seit Monaten dabei, mit den Vereinen ein Leitbild für die Zukunft zu entwickeln und darauf eine Zukunftsplanung für Erhalt und Nutzung von Sportstätten aufzubauen. „Ende April soll das Leitbild fertig sein, dann geht es in die politischen Gremien“, sagt Schulamtsleiter Hans-Georg Dlugosch. „Und Ende August wollen die Gutachter ihre Arbeit abgeschlossen haben.“

 „Die Verabschiedung und Umsetzung des Leitbilds haben unmittelbare Auswirkungen auf die Entwicklung der Sportvereine und damit auch auf die VTR, denn angesichts der sich ständig verschlechternden Rahmenbedingungen bedürfen die Vereine der Förderung durch die Stadt“, hat Karl-Heinz Frühmark, Vorsitzender der Vereinigten Turnerschaft Rinteln, jetzt bei deren Jahresversammlung festgestellt. Und er skizzierte diese Rahmenbedingungen:

 Bis 2020 Rückgang der Jugendlichen (bis 17 Jahre) in Rinteln um 29,8 Prozent.

 Starker Rückgang beim Eltern-Kind-Turnen, da Krippen ganztags genutzt werden, oft von Alleinerziehenden.

 Ganztagsschulen nehmen Schüler und Sportstättennutzungszeiten weg.

 Durch das Abitur nach zwölf Jahren wandern Jugendliche früher ins Studium ab und kehren als Studenten und Akademiker oft nicht zurück.

 Zunahme des individuellen Sporttreibens, überwiegend ohne Bindung an Vereine (Fitnessstudios).

 Finanzknappheit der Kommunen und Erhöhung der Hallennutzungsgebühren.

 Zunehmender Geldmangel in privaten Haushalten.

 Die Folgen allein für die VTR: Nach Erhöhung der Mitgliederbeiträge Anfang 2011 Verlust von rund 130 Mitgliedern auf 1870.

 Für Frühmark ist klar: „Es müssen Wachstumsstrategien her: Die Bereiche Gesundheits- und Fitnesssport, Präventions- und Reha-Sport ausbauen, dadurch zusätzliche Mitglieder gewinnen und neue Einnahmen erschließen – bei Erhalt der Gemeinnützigkeit und solidarischer Finanzierung.“

 Heiner Bartling, Landtagsabgeordneter und Präsident des Niedersächsischen Turnerbunds, sah diese Probleme landesweit. Der Turnerbund überlege, wie er mit seinen hauptamtlichen Kräften stärker helfen könne.

 Dieter Fischer, Vorsitzender des KSB (Kreissportbund Schaumburg), erklärte, warum der KSB das in Schaumburg als Pilotprojekt für andere Kommunen angesehene Sportentwicklungskonzept für Rinteln fördert: „Die Ehrenamtlichen werden immer weniger, und auf diesen lastet immer mehr Arbeit, auch Bürokratie. Und die VTR hat allein in einem Jahr so viele Mitglieder verloren, wie andere Vereine sie nicht einmal haben. Immer mehr Menschen wollen Gesundheit, aber nur 22 Prozent von ihnen nehmen dabei Angebote eines Vereins wahr, weil deren Übungszeiten nicht zu ihnen passen. „Kommerzielle Anbieter sind inzwischen unsere Konkurrenten – mit mehr Komfort. Bei denen steht neben dem Sportgerät meist auch schon die Tasse Kaffee. Ändern können wir hier aber nur etwas mit mehr Hauptamtlichen.“

 Hier wirkt sich der demografische Trend schon aus: Beim Eltern-Kind-Turnen machen immer weniger VTR-Mitglieder mit.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr