Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Spülen und saugen gegen Verstopfung

Was macht der Abwasserbetrieb? Spülen und saugen gegen Verstopfung

Die drei Kläranlagen, 48 großen und 182 kleinen Pumpwerke des Abwasserbetriebes der Stadt Rinteln sind vielen Menschen bekannt, weil man die meisten von ihnen sehen kann. Aber die 320 Kilometer an Kanälen und Druckleitungen sieht man nicht. Und alles muss sauber gehalten werden, damit die Abflüsse nicht verstopfen.

Voriger Artikel
Stellvertreter des Bürgermeisters: Drei bekommen B2
Nächster Artikel
GVS-Hochbau künftig wieder an der Klosterstaße

Fahrer Tobias Meier (links) und Azubi Tim Reiter betanken den 15 Jahre alten Saug- und Spülwagen des Abwasserbetriebes.

Quelle: dil

Rinteln (dil). Mit Wasser und Hochdruck spülen, Ablagerungen wie Feststoffe, Sand, Schlamm und Fäkalien absaugen, aufnehmen und gesondert entsorgen: Das Spezialfahrzeug des Abwasserbetriebes mit seinem 10000-Liter-Wassertank hat gut zu tun. Auch weil immer weniger Wasser durch die Rohre fließt, der Bürger spart.

 Im Werksausschuss des Abwasserbetriebes war man verblüfft über die Größe des unterirdischen Rohrnetzes. Und auch über den Umfang der Pflege: „Der Abwasserbetrieb führt einen Reinigungsplan nach Prioritätsstufen. So müssen zur Vorbeugung gegen Verstopfung je nach Beschaffenheit viele Schmutzwasserkanäle alle vier bis acht Wochen gereinigt werden. Das kann in einer Straße bis zu drei Tage dauern“, teilte der Abwasserbetrieb mit. Damit nicht genug: Auch viele Misch- und Regenwasserkanäle seien von Rückständen zu befreien.

 Grund der Debatte war, dass das vorhandene Spül- und Saugfahrzeug mit 15 Jahren langsam die Altersgrenze erreicht, Reparaturen und Verschleiß zunehmen. Eine Neuanschaffung für 327000 Euro wurde vorgeschlagen, und am Ende auch einstimmig beschlossen. Lediglich nach einer besseren Auslastung durch interkommunale Zusammenarbeit wurde gefragt – von Heinrich-Jürgen Requardt (CDU). Im Auetal und in Hessisch Oldendorf werde das Fahrzeug schon mal unterstützend eingesetzt, sagte Bürgermeister Thomas Priemer. „Und in Rinteln muss es für nicht vorhersehbare Notfälle möglichst immer zur Verfügung stehen“, ergänzte Abwasserbetriebsleiterin Grit Seemann.

 Die großen Pumpwerke werden mindestens einmal im Jahr gereinigt, bei Ausfall der Hauptpumpwerke wird mit Aussaugen und Reinigen der Betrieb wieder hergestellt. Kleine Pumpwerke, Druckentwässerungssysteme und Staukanäle kommen auch einmal im Jahr dran, einige Druckleitungen mehrmals. Auch Regenrückhaltebecken können im Auslauf verstopfen, da muss gesaugt und gespült werden. 44 Kleinkläranlagen werden mindestens alle fünf Jahre, die 40 abflusslosen Gruben mindestens jährlich ausgepumpt: Allein 2014 kamen dabei 530 Kubikmeter Schlamm zusammen.

 Mehrmals in der Woche sorgt das Fahrzeug für freien Fluss auf der Hauptkläranlage. Von den kleineren Anlagen in Friedrichswald und Goldbeck wird der Schlamm abgesaugt und nach Rinteln gebracht. 2012 waren dies 290 Kubikmeter, also 29 Fahrten. Bei Kanalbaumaßnahmen spart das schnelle Spülen mit dem eigenen Fahrzeug Zeit, bei Störungen in privaten Leitungen ist der Bürger für rasche Hilfe dankbar. Bei Kanalinspektionen und -sanierungen sorgt das Fahrzeug für „Rohr frei“. 24 Stunden Störungsdienst werden sichergestellt, etwa 24 Störungen pro Jahr sind zu beheben. Bei Starkregen und Hochwasser ist der Saug- und Spülwagen ebenfalls unverzichtbar.

 Auch rechnerisch lohnt die Investition: „Eine Fremdbeauftragung würde 4500 Euro pro Woche, also etwa 234000 Euro pro Jahr kosten. Berechnet auf zehn Betriebsjahre summiert sich das auf 2,34 Millionen Euro, und das jetzige Fahrzeug hält sogar schon seit 15 Jahren.“

 Der Abwasserbetrieb kann die Anschaffung verkraften. Das Jahrsergebnis 2014 hat sich gegenüber 2013 um 35010 Euro verbessert. Dabei waren die Erlöse nach Erhöhung der Schmutzwasser- und der Senkung der Regenwassergebühr Anfang 2014 um 90000 Euro gesunken. Doch niedrige Zinsen und weniger Investitionen sorgten für den guten Abschluss. Die Stadt Rinteln bekam 327000 Euro Zuweisung.

 Die Gebühren sollen unverändert bleiben. Für die nächsten fünf Jahre sind jährliche Investitionen von 1,275 Millionen Euro geplant, dieses Jahr allein 700000 Euro in Steinbergen. „Diese benötigten Mittel können aus der Eigenfinanzierung erwirtschaftet werden“, heißt es im Abschlussbericht 2014, den jetzt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft WIBERA als gut eingestuft hat. „Keine Einwendungen“, lautete das Fazit von Prüferin Janka Borodi. Also einstimmige Entlastung der Betriebsleitung für 2014.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg