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Suchhunte trainieren in Rinteln Spurensuche

Mit einem kräftigen Ruck zieht Bluthund Fanta an seiner Leine. Er läuft mitten auf die stark befahrene Hartler Straße und stoppt dabei auch einige Autos.

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Bluthund Fanta hat eine Spur gewittert. Zwei Hundeführerinnen der Polizei stehen auf der Hartler Straße und halten den Verkehr an.

Quelle: mona

Rinteln. Ihm folgen drei Frauen mit orangefarbenen Warnwesten, auf denen unübersehbar „Polizei“ steht. Sie starren gebannt auf den unruhigen Vierbeiner. Fanta bleibt in der Mitte der Fahrbahn stehen, schaut sich um und schnüffelt. Dann läuft der Hund zurück auf den Bürgersteig, anschließend in Richtung Blumenwall. Im Hintergrund stehen zwei Mitglieder der französischen Gendarmerie, die das Geschehen beobachten.

 Einer von ihnen ist der Gendarm Bruno Roumeau. Er kommt aus Gramat, einer Stadt im Südwesten Frankreichs, und arbeitet dort mit zwei Personenhunden und einem Leichenspürhund für die französische Polizei. Daneben ist er seit fast zwei Jahrzehnten als Hundeausbilder tätig. Während der vergangenen zwei Tage gab er ein Seminar für Hundeführer und sogenannte Mantrailer in Rinteln.

 Mantrailer, das sind Personenspürhunde, die unterschiedliche menschliche Gerüche voneinander unterscheiden und diese Spuren über weite Distanzen verfolgen können. Sie sind vor allem im Straftat- und Rettungsbereich aktiv und ermöglichen es, vermisste Personen zu finden.

 Organisiert wurde das Seminar von Iris Meding aus dem Kalletal. Sie ist selbst sehr erfahren auf dem Gebiet der Mantrailer und bildet seit mehreren Jahren Spürhunde und Hundeführer aus – auch aus dem Ausland.

 „Wir haben diesmal Rinteln als Ort für unser zweitägiges Seminar gewählt, weil es eine sehr schöne Innenstadt mit vielen kleinen Gassen hat. Hier laufen ziemlich viele Menschen herum. Dazu dann noch der Regen, der hier in den letzten Tagen fiel. Das macht es den Hunden noch einmal etwas schwieriger“, berichtet Meding.

 Eine Teilnehmerin aus Hamburg erklärt, dass es besonders wichtig sei, den Hunden immer ganz neue Orte und Umgebungen zu zeigen. So sei sichergestellt, dass sich das Tier auch in unbekannten Situationen wie gewünscht verhält. „Letztlich ist das Tier aber immer noch ein Tier“, sagt Meding. „Es gibt keine fehlerfreien Mantrailer, es sind immer noch Hunde, die ihren eigenen Kopf haben. Aber man kann die Fehlerquote durch ausreichendes Training verringern.“ Und um auch die kleinsten Fehler schnell zu beheben, schaute Roumeau den Teilnehmern genau auf die Finger.

 Am Donnerstag mussten die insgesamt neun Hunde in diversen Übungen Fährten durch die Stadt verfolgen. Diese Spuren waren dabei um die 30 Minuten alt und führten durch kleine Gassen, Parkhäuser und auf den belebten Marktplatz.

 Dort wurde so mancher beim Frühstück oder der morgendlichen Tasse Kaffee von den aufgeregten Spürhunden überrascht. Als dann noch das Aufgebot von Polizei und Gendarmerie folgte, ist der eine oder andere ganz schön ins Schwitzen geraten. „Ich dachte schon, ich hätte irgendetwas verbrochen. Oder es hätte mir irgendwer etwas untergeschoben“, berichtet eine amüsierte Rintelnerin. Sie hatte sich gerade auf eine Bank gesetzt, als Bluthund Fanta auf sie zustürmte. Doch es war nur ein Fehlalarm, schnell bemerkte das Tier seinen Irrtum und machte sich weiter auf die Suche.

 Die schnelle Auffassungsgabe und die lange Ausdauer der Hunde können über Leben und Tod entscheiden. Ob vermisste Kinder, suizidgefährdete Menschen oder demente Senioren – in den schwierigsten Situationen helfen Mantrailer dabei, Personen wiederzufinden. Doch auch eine sensible Hundenase muss erst mal ausgebildet werden, um in unterschiedlichen Situationen einsatzbereit zu sein – und der Mensch am anderen Ende der Leine in noch größerem Maße.

 Die Leistungen von Hunden und Menschen ließen sich durchaus sehen: In einer Übung mussten die Hunde ein mutmaßliches Opfer suchen, das auf einer Bank „abgelegt“ wurde. Der Schweißhund Hummel schnüffelte an einem Stück Stoff, nahm schnell die Fährte auf und fand in Windeseile sein Ziel. Er bekam aber noch keine Belohnung: Die Suche war noch nicht beendet. Auf der Kleidung des Opfers erschnüffelte das Tier den Geruch eines „Täters“ und lief zielorientiert weiter. Schließlich fand er den vermeintlichen Täter in einem Gebüsch am Blumenwall. Mit ausreichendem Training kann der beste Freund des Menschen eben auch zu seinem besten Helfer werden. mona

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