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St. Nikolai läutet bald erst ab 8 Uhr

Anwohner können länger schlafen St. Nikolai läutet bald erst ab 8 Uhr

Um 6 Uhr ist bisher für die Anwohner rund um den Kirchplatz und die Gäste in den Altstadthotels die Nacht zu Ende gewesen. Geweckt wurden sie durch das „Ping“ des Uhrenschlags von St. Nikolai. Nach vielen Klagen will der Kirchenvorstand den Uhrenschlag jetzt gegen 8 Uhr beginnen zu lassen.

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Der Glockenturm von St. Nikolai.

Quelle: wm

RINTELN. Der meldet sich erst für jede Viertelstunde, schlägt dann zur vollen Stunde das ganze Programm, also zehn Glockenschläge. Vier für jede Viertelstunde, sechs für die sechste Stunde. Ab 8 Uhr stimmt dazu das Gebetsläuten ein. Wann welche Kirchenglocke vom Turm der St.-Nikolai-Kirche klingt, ist in der Läuteordnung festgelegt. Ein Werk, das sich an den Vorgaben der Landeskirche orientiert. Da ist beispielsweise festgelegt: „Der Beginn des Läutevorgangs ist das Anläuten, das ist der Abschnitt vom Augenblick des Anschwingens der Glocke bis zu ihrem ersten vollen Ausschwingen.“

Umstellung nicht so leicht wie gedacht

 Nachdem sich immer wieder Anwohner wie Übernachtungsgäste beschwert hatten, morgens um 6 – auch an Wochenenden – unfreiwillig aus dem Schlaf gerissen zu werden, hat sich jetzt der Kirchenvorstand von St. Nikolai mit dem Thema befasst. Die Mehrheit habe dafür gestimmt, das zu ändern und mit dem Uhrenschlag statt bisher um 6 erst um 8 Uhr zu beginnen. Schnell stellte sich heraus, dass das in der Praxis nicht so einfach umzusetzen ist, denn nur eine Fachfirma kann die Zeit für die Glocken umprogrammieren. Das ist, wie eine Nachfrage im Pfarrbüro bei Pfarramtssekretärin Karin Lange ergab, die Glockenbaufirma Rincker in Sinn in Hessen, die auch die Glocken von St. Nikolai wartet. Jetzt soll die ohnehin fällige jährliche Glockenwartung vorgezogen und dabei auch die Zeit für den Uhrenschlag geändert werden. Erich Requardt vom Kirchenvorstand geht davon aus, dass das nach der Sommerpause stattfinden wird.

Familienunternehmen seit 430 Jahren

 Die Glockengießerei Rincker zählt zu den letzten großen Glockengießereien in Deutschland. Das Familienunternehmen besteht seit rund 430 Jahren.

 Über die Frage, ob das Gebetsläuten weiter wie bisher um 8 Uhr oder erst um 9 Uhr beginnen soll, sei noch nicht entschieden, informierte Superintendent Kühne-Glaser. Gebetsläuten ist liturgisches Läuten, fünf Minuten lang, geläutet wird auch um 12 und 18 Uhr.

 In der Johannis-Kirchengemeinde in der Nordstadt ist Glockengeläut kein Thema. Wie Pastor Dirk Gniesmer schilderte, liegt die Kirche mitten im Wohngebiet, darauf habe man von Anfang an Rücksicht genommen. Geläutet wird in der Johannis-Gemeinde zu den Gottesdiensten und am Sonnabendabend, um den Sonntag einzuläuten. Außerdem mittags um 12 Uhr, wenn ein Gemeindemitglied gestorben ist. In der Klosterkirche in Möllenbeck, informierte Pastorin Ute Schulz, wird mittags und abends geläutet. Im Sommer um 18, im Winter um 17 Uhr. In Hohenrode werden die Anwohner nach wie vor um 6 Uhr geweckt, obwohl es im Dorf wohl kaum mehr Bauern gibt, die zu dieser Stunde aufs Feld ausrücken müssten. Auch in der Erlösergemeinde in Krankenhagen ist Wecken um 6 Uhr angesagt, erklärte Regina Augustintschitsch vom Kirchenvorstand. Um 12.30 und 18.30 Uhr gibt es außerdem ein Glockenspiel – mit 30 möglichen Melodien. hw

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