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Stadt braucht Platz

Chance für Entwicklung Stadt braucht Platz

Der Umzug der IGS und das Freiwerden der Gebäude an Kollegienplatz und Ostertorstraße „stellen für die Stadtentwicklung eine Chance dar, die sich alle 30 Jahre einmal bietet“, sagt Stefan Meyer, Leiter des Museums Eulenburg. Viele Ideen gibt es mittlerweile, auch Meyer hat sich Gedanken gemacht.

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Noch befindet sich die IGS am Kollegienplatz – doch das Ende ist absehbar.

Quelle: MLD

Rinteln. Ihm ist wichtig: Alle Gebäude zusammen zu überdenken und „Synergieeffekte nutzen“. Und: So viele Gebäude wie möglich behalten, allein, um die Kosten im Rahmen zu halten  Für ihn ließen sich durch den IGS-Wegzug vor allem Platzprobleme lösen. Diese gibt es seiner Auffassung nach im Bürgerhaus am Marktplatz, in der Stadtbücherei, der Kreisjugendmusikschule, der Verwaltung sowie im Museum. Im Bürgerhaus befinden sich unter anderem das Stadtarchiv, Tourist-Info, „Pro Rinteln“ und das Standesamt.

Meyers Ideen: Das Schulgebäude am Kollegienplatz sollte zum Hauptgebäude der Verwaltung umfunktioniert werden. Dadurch bekäme das Rathaus einen repräsentativen, der Stadt zugewandten Eingangsbereich, geräumige Büros sowie Platz für ein großzügiges Bürgerbüro im Erdgeschoss. Der Sitzungssaal im Obergeschoss des Rathauses würde in die wiederhergestellte Ex-Aula im Obergeschoss des Schulgebäudes ziehen.

Städtebaulichen Akzent setzen

Das Gebäude Klosterstraße 20 könne durch einen Neubau ersetzt oder stark umgebaut werden. Dort könnten Wohnungen entstehen, die durch ihre Ausrichtung nach Süden hin zur Mühlenexter sowie ihre Nähe zum Zentrum attraktiv wären. Dies würde dem Rathausplatz einen Rahmen geben und den Bereich beleben. „Hier hätte man auch die Chance, städtebaulich einen Akzent zu setzen“, so Meyer. Durch die Lage am Beginn der Fußgängerzone und in der Sichtachse von der Krankenhäger Straße aus sieht er dort besonderes Potenzial.

Die Turnhalle am Kollegienplatz könnte modernisiert und zu einer – möglichst kostenlosen – Indoor-Spielhalle umfunktioniert werden. Sie könnte ehrenamtlich betreut werden.

Die ehemalige Direktorenvilla, Klosterstraße 18 , werde weiterhin vom Kinderschutzbund genutzt, der jetzige Parkplatz wird zum Garten.

Ein Garten könne auch wieder auf der Rückseite der Pavillonbauten entstehen, an früherer Stelle des Klostergartens. Dort könne ein etwa 500 Quadratmeter großer, mit einer Mauer eingefriedeter Garten entstehen, mit Gewächshaus, das vom Gartenbauverein unterhalten werden könne. Der Garten könnte zumindest teilweise in ehrenamtlicher Arbeit entstehen.

Die Pavillons selbst seien städtebaulich wertvoll und sollten daher erhalten bleiben. Genutzt werden könnten sie von Vereinen wie beispielsweise dem Naturschutzbund, der auch Vorträge oder Workshops im Garten abhalten könnte. Die Pavillons böten die Möglichkeit, „Vereine in die Stadt zu holen“.

Die Schule am Ostertor könne potenzieller Standort der neuen Hochschule werden. Das Gebäude sei für Studenten aus ihren Quartieren in der Nordstadt gut zu erreichen, liege nah am Zentrum, verfüge über eine Turnhalle für Sport- und Freizeitangebote sowie mit dem Schulhof über eine Fläche zum Parken. In einen Teil des Schulgebäudes könne die Kreisjugendmusikschule (KJMS). Die Aula wäre ein „angemessenes Musikzimmer“.

Museum braucht größeres Lager

In den j etzigen Standort der KJMS, Klosterstraße 21 A, würde die Stadtbücherei einziehen (2. Obergeschoss). Der Gruppenraum der KJMS werde Raum für Veranstaltungen und Vorträge für das Museum. Das dritte Obergeschoss würde das Museum als Lager und Büro nutzen.
Warum das nötig wird, demonstriert Meyer mit einer Führung durch die oberste Etage der Eulenburg: Jeder Zentimeter wird als Lagerraum genutzt. Jede Seitenkammer, auch der Dachboden, ist voll. Das Museum platze aus allen Nähten.
Dringenden Handlungsbedarf sieht er vor allem für das Stadtarchiv, das derzeit auf viele Räume in diversen Gebäuden verteilt ist. Hauptsächlich befindet es sich im Bürgerhaus auf dem Marktplatz, beherbergt Karten, Urkunden, Dateien, Einwohnermeldedaten – Stadtgeschichte. Doch: Das Archiv ist zu klein.

„Es kann seinen Pflichtaufgaben nicht nachkommen“, so Meyer. Jede Kommune muss sein Archiv verwalten, um beispielsweise Personenstandsregister oder Nutzungsrechte zu dokumentieren. Das Problem bestehe seit Jahrzehnten. Größere Räumlichkeiten würden auch die Stadtverwaltung entlasten, die Zugriff aufs Archiv benötigt.

Meyers Lösung: Das Stadtarchiv zieht in die „Wichtelburg“, Klosterstraße 21 B. Das Gebäude sei massiv genug, um ein Archiv zu beherbergen, und sei nah am Rathaus. Alle Teile des Archivs könnten so zudem endlich zusammengeführt werden.
Die „Wichtelburg“ könne in einem Gebäudeteil der Schule am Ostertor unterkommen. Die Kinder könnten die Turnhalle mitnutzen. Der Schulhof müsste begrünt werden.

Durch den Umzug des Archivs werde wiederum im Bürgerhaus Platz frei für die Tourist-Info und das Standesamt.

Und die  Grundschule Süd ? Meyer spricht sich dafür aus, sie am jetzigen Standort zu belassen. „Die Schule funktioniert gut“, das gesamte Ensemble sei den Bedürfnissen einer Schule angepasst und sei auch für Kinder aus der Nordstadt gut erreichbar. Würde man die Grundschule an den Kollegienplatz verlegen, wäre der Aufwand – Umzäunung, Änderung der Schuleinzugsbereiche – erheblich. mld

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